Durch die Zeit

Monat: Juli, 2017

to whom it may concern

Wir sind schon wieder zurück. War einfach alles reine Scheiße. Vor allem das Wetter. Deswegen haben wir es gar nicht mal zum FKK-Platz geschafft, sondern sind bei meiner Mutter hängen geblieben und uns durch die Regentage gekämpft. Wäre vielleicht auch irgendwie ganz OK gewesen, wenn Muttern nicht gewesen wäre und in nicht unwesentlichen Teilen meine Schwester, etwas weniger mein Bruder.

Ich bin jedenfalls ein gut gerütteltes Maß erschüttert, aus was für einer Familie ich eigentlich stamme. In den letzten Tagen sind mir wieder Dinge aus der familiären Vergangenheit eingefallen, die jeweils für sich genommen total Banane sind. Aber in der Zusammenschau überfordert es mich. Auf der Rückreise am Überlegen, wer mir da fachlich zuhören könnte.

Immerhin, mein Mann hat tapfer durchgehalten und wir haben es geschafft, immer mal wieder für Stunden aus diesem krakenhaften System auszubrechen und auch das ein oder anders Schöne bzw. einach nur Ruhige erlebt.

Morgen vielleicht mehr und dann auch die Auflösung mit den effs und ells.

 

5 x l + 7 x f

So, ich und mein Mann sind weg. Wollen auf gutes Wetter hoffen, denn wir sind mit den Rädern und dem Zelt unterwegs, wollen viel wandern (ich zumindest) und ansonsten nackt auf dem „Naturisten“-Platz ab- und rumhängen, um es uns gut gehen zu lassen (und ich um viel zu lesen).

Dass es ohne meine Beiträge nicht langweilig wird, weiß ich auch – aber wer mag, kann ja überlegen, welches Wort man mit fünf Els und sieben Efs schreibt. Meins hat auch noch drei Aas, aber die müssen nicht sein.

Gehabt Euch wohl!

Achat

Heute Todestag meines Vaters. Es gibt Tage, an die erinnere ich mich wesentlich lieber. Aber dieser Tag, und die Wochen davor, haben sich eingebrannt.

Schon als kleiner Junge fand ich seinen Siegelring immer so wahnsinnig toll, dass ich ohne auf meine Geschwister zu achten, laut forderte, dass ich, „wenn Papa tot ist“, den dann auch bekomme. Das habe ich so oft getan, dass das wirklich sozusagen eine gesetzte Sache wurde. Als meine Mutter mir noch am Todestag den Ring im Beisein meiner Geschwister gab, war das so, wie es sein sollte (auch für die Geschwister).

Als Kind habe ich ihn an zwei Fingern, dann am Daumen tragen müssen, damit er einigermaßen passte und auch heute ist er mir immer noch viel zu groß. Erst heute war ich beim Juwelier, um ihn mir enger machen zu lassen, damit ich ihn in Zukunft auch tragen kann. Warum nach vielen Jahren erst jetzt, erklärt sich mir nicht wirklich. Aber wenn ich jemanden aus meiner Familie gerne erzählen würde, dass ich nun ganz offiziell einen Mann habe, dann ihm – er wäre wohl der gewesen, der sich wirklich aufrichtig gefreut hätte.

# 436

2017-07-14 12.41.02

Hin und wieder: Weniger ist mehr bzw. mehr ist’s

P. sucht eine/n neue/n Mitbewohner/in. Ein Dutzend Bewerber/innen schaut er sich an, übrig bleiben fünf. Ob ich ihm bei der Entscheidung helfen könne. Aber gerne doch. Dennoch frage ich mich vorab, welche Fragen / Argumente / Überlegungen kann ich beisteuern, ihm die Entscheidung zu erleichtern? Bevor ich einen ganzen Katalog erarbeit und damit zugleich ein ausdiffernziertes Punktesystem, verlasse ich mich mal auf was ganz anderes: Auf’s reine zuhören.

Ich bitte P. also von den letzten fünf Bewerber/innen zu berichten. Ich mache mir Notizen und ’stoppe‘ per Gefühl die Zeit, die er braucht, von ihnen zu erzählen. Dann ist klar, die Mädels gewinnen vor den Jungs, das zweite Mädel vor dem ersten. Jetzt hat er eine schöne Reihenfolge, die er abtelefonieren kann (denn alle vier sind geeignet).

Ein Wunder? Nein – mehrere!

  1. Mitarbeiter von Vodafone ruft tatsächlich zur vereinbarten Uhrzeit an. Also das können sie dann schon.
  2. Er berichtet, dass er jetzt wüsste, dass gestern etwas „geschaltet“ worden sei. Was, kann er aber nicht sagen
  3. Er geht davon aus, dass nun alles funktioniert – was es nicht tut.
  4. Von seiner Seite sähe aber alles „in Ordnung“ aus. In seiner Not verbindet er uns freiwillig (!) mit einem ‚Techniker‘.
  5. Von dessen Seite ist auch alles in Ordnung – bis auf Telefonie und Internet.
  6. Zur größten Überraschung, wohl auch des ‚Technikers‘, funktioniert nach einigen Minuten das Internet.
  7. Das mit dem Telefon dauert erheblich länger
  8. Seit ca. fünf Stunden keine Störung. Trauen tu ich dem Frieden nicht!

Vodafone – Die Spitze

Gestern war es soweit. Nach nur 13 Wochen der Termin mit dem Techniker. Zwischen 12 und 17 Uhr möge man doch zu Hause sein. Waren wir. Als es dann an der Tür läutete, war es der Paketbote – der Techniker von Vodafone tauchte jedenfalls nicht auf. Dafür waren wir schon seit dem Morgen mal wieder ohne Telefon und Internet. Also der ca. 15. Anruf beim sogenannten ‚Service‘. Mein Mann schilderte das Problem und bekam dann als Antwort, ob er nicht auch schon mal den Stecker gezogen hätte – und dann kam es zu einer Explosion. Mein Mann hat diesen ‚Kundenbetreuer‘ einfach mal gefaltet, mehrfach!

Wie kann es sein, dass das ‚Kundenzentrum‘ zwar weiß, dass der ‚Techniker‘ morgens um 8 „etwas geschaltet hat“, aber nicht was? Wie kann es sein, dass ein ‚modernes‘ Unternehmen nicht in der Lage ist, eine Prüfung durchzuführen? Wie kann es sein, dass als ‚Kundenbetreuer‘ Menschen eingesetzt werden, die einfach keine Ahnung haben?

Zwar versprach der ‚Kundenbetreuer‘ sich darum zu kümmern und wir sollten morgen doch nochmals anrufen – da hatte er aber echt den falschen am Apparat. Mein Mann hat ihm aber so was von deutlich gemacht, dass das Problem bei Vodafone liegt und sie sich darum kümmern müssen und daher auch uns anrufen müssen. Wenn sie schon zu nichts fähig seien, so wolle er doch mal prüfen, ob sie wenigstens telefonieren könnten.

Ich gehe davon aus, dass das natürlich nichts wird, dass Vodafone das einfach aussitzt. Sollte heute jedenfalls kein Anruf erfolgen, stelle ich morgen die Zahlungen ein.

Will heißen – hier jetzt auf längere Zeit Funkstille, denn am Samstag geht es zudem erst mal in den Urlaub.

Man liest sich – irgendwann!

Es wird Zeit

Die Augen sind entzündet, die Nase läuft, der Kopf tut weh, der Körper auch.

Untrügliche Zeichen, dass bald Urlaub ist.

Sprunghaft

Lese gerade das Tagebuch von 1954 von Alice Schmidt. Sie war die Ehefrau des Schriftstellers Arno Schmidt, den ich ja hochverehre. Und sie schildert darin u.a. eine Reise nach dem Flecken Ahlden und Berlin (der Link ist echt geil!!!!). Arno Schmidt hat daraus dann den wirklich tollen Roman „Das steinerne Herz“ gemacht (er sei jedem, der gute Literatur lesen will, auf das Wärmste empfohlen!). Und während ich das so lese, wie sie beide durch die Straßen laufe, erinnere ich mich so was von genau daran, wie ich vor ein paar Jahren mit dem Rad extra nach Ahlden gefahren bin, um mir das dort vor Ort anzuschauen.

Und dann muss ich an B. denken, der gerade mal 65 km davon entfernt lebt – und morgen wohl zum dritten Mal Vater wird.

Focus

Das Schöne, nee, besser: Das Interessante nach einer nüchtern (!) durchwachten Nacht ist ja der sich einstellende Tunnelblick. Seit mehreren Tagen suche ich bspw. schon eine bestimmte Programm-CD – und finde sie einfach nicht. Heute morgen beim Mail-checken fällt mein Blick auf den Papierkorb und ruht dort einfach. Ist schon interessant, wie sich da die verschiedenen Papiere biegen, welche Kanten sie falten, welche Schattierungen sie aufweisen, wie elegant das Tempo über der Kante hängt, wie … bis mir eben ins Bewußtsein kommt, dass die Verpackung der gesuchten CD da auch rumliegt – leer natürlich. Ha – und somit kann die CD also nur an zwei Stellen sein. Da ich die eine schon längst mehrfach durchgraben habe bleibt nur die zweite: So ist es, die CD liegt seit Tagen 40 cm von meiner linken Hand entfernt.

Einkaufen ist auch ganz ’schön‘, denn ohne Zettel bin zumindest ich aufgeschmissen, weil ich mich dann nicht entscheiden kann. An der Fleischthekeh würde ich jetzt noch stehen, hätte ich nicht schon gestern Abend den Eintrag meines Mannes von „Fleisch“ in „Lende“ umgearbeitet. Irgendwelche Spontaneinkäufe finden eben nicht statt – und ich habe die Ruhe weg, wie sonst nie, den Betrag passend zu zahlen und in meinem Portmonai nach den richtigen Münzen zu suchen, wie sonst nur alte Opis und Omis. Was solls.

Noch ’n Spleen

Wenn ich Kaffee trinke, muss zuerst der Zucker in den Kaffee, dann die Milch – sonst schmeckt es nicht.

# 435

2017-07-13 15.51.25

Spätfolgen

Gestern: Ein Abend bei P. in B. Spät ins Bett und noch später eingeschlafen. Selten danach die Gesprächsinhalte so direkt in einen auch hoch sexualisierten Traum um- und eingearbeitet, dass ich allen Freudianern jetzt die Freude nehme, sich darauf stürzen zu können.

Rekord

Verschlafen, weil ich heute Nacht im Schalf wohl den Wecker zuerst ausgestellt und ihn dann an einen anderen Platz gestellt habe. Schrecke um 7:40 Uhr hoch, schaue ungläubig auf den Wecker. Um 7:46 (!) sitze ich in der Straßenbahn, so dass ich um 8:01 mich in der Arbeit einstempeln kann.

Gut dass mein Kollege einen Außentermin hat – bin für nichts zu gebrauchen heute.

Erfolgreich

Jedes Jahr vor dem Urlaub die gleiche Panik: Was nehme ich mit zu lesen??? Das muss ja gut sein, spannend, mit Gehalt, von Wert, von am besten namhaften, aber eher unbekannten Autoren, dass sollte frisch und elegant sein, aber auch zugleich tiefsinnig und unterhaltend, sowie …

Zudem muss es viel sein, denn welch‘ für ein Schicksal, im Urlaub ohne Lektüre dazusitzen (wobei gar nicht berücksichtigt wird, dass der nächste Buchladen nur schlappe 30 km entfernt wäre)?

Also heute gestöbert und überlegt, das Bankkonto angeschaut und nach geheimen Kassen gesucht (keine gefunden), nachgespürt, welche Bücher ein Wiederlesen lohnen … und per Zufall auf das HIER gestoßen – die Rettung! (Und das ist echt nicht unintelligent!)

So jetzt habe ich auch mit Hilfe von M., die heute die „Bibliothek der freien Bücher“ (falls jemand Interesse daran hätte, bitte melden) etwas aufgetankt hat und mit finanziellen Mitteln von weit unter 100 Euro eine prächtige Bibliothekt mit knapp 10.000 Seiten zusammen, die vom modernen Klassiker über Krimi bis zum aktuellen Roman quasi so gut wie alles beinhaltet. Mag ein E-Reader nicht sinnlich sein – für eine Leseratte wie mich, die mit dem Rad unterwegs ist, ist es nach dem Buchdruck die zweitbeste Erfindung von Welt. So kann ich also jetzt ganz entspannt in den Urlaub fahren und hab‘ für danach auch gleich noch genügend.

Spleen

Ich sollte mal eine Liste mit meinen Spleens machen.

Einer davon ist: Ich esse, wenn es geht, nur halbe Erdnüsse.

Gedanken beim Wandern

Kilometer 5: dummdidumm (= Leere im Kopf)

Kilometer 6: Ach, schon fünf Kilometer?

Kilometer 10: Läuft ja wieder ganz gut heute.

Kilometer 15: Abkürzen ist genausowenig eine Schande wie einfach heute früher aufhören. Irgendwo muss doch ne Haltestelle sein.

Kilometer 20: Nur noch fünf? Ich schau mal auf die Karte, vielleicht heute doch ein Stückchen weiter …

Kilometer 25: Ich will eine Dusche: S O F O R T!

So wie gewünscht

Nach Geburtstagsfeierpflichtnachmittag bei der nunmehr angeheirateten Familie eine kurze Verschnaufpause auf dem Balkon. Kopf viel zu kaputt für Orgelkonzert – aber Kopflust auf Gespräch. Da trifft es sich gut, dass die Patentochter (aus Hamburg geflüchtet) über das Wochenende bei der Mutter ist. Zwei Kurznachrichten, ein Kurztelefonat und wir treffen uns auf ein sehr kleines da improvisiertes Picknick im nahegelegenen Kleinpark (in dem übrigens Alkoholverbot herrscht). Wir süffeln die beiden Flasche Wein leer, reden über Gott, die Welten, den G20-Gipfel, Masterarbeit, Wanderlust, Hochzeitsideen, Zukunftspläne, Anzahl der Wohnungsumzüge und weiter lauter wichtig-unwichtiges Zeugs, spielen etwas Frisbee (also Patentochter und ich, Mann und Mutter viel zu faul dafür), mampfen ein paar Nüsse und etwas Käse – und es ist genau dieser lockere, freie Abend unter laserbestrahltem Himmel, wie ich es mir vorstellte.

Relativ

Der Kollege, mit dem ich im gemeinsamen Büro sitze, telefoniert mit einer Kollegin aus einer anderen Abteilung. Ob er 10 Minuten mal schnell hoch kommen … dann würde er sich gleich auf den Weg …

In der Tür dreht er sich um und fragt mich: „Sehen wir uns dann heute noch?“

Ich schaue auf die Uhr: „Wird eher knapp“ – es sind nur noch 55 Minuten bis zu meinem Arbeitsende.

Nachtrag zu gestern

Meine Vorstellung meiner Hochzeit war mal eine ganz andere. Damals bin ich aber auch noch davon ausgegangen, dass ich eine Frau ehelichen werde.

Geplant waren die Feierlichkeiten auf einem Berghaus im Schwarzwald. Das hätte für 50-60 Menschen Betten geboten, Platz für Zelte wäre auch noch ausreichend gewesen. Geplant, so stellte ich es mir immer vor, wäre die Anreise für Freitag gewesen, abends dann Wein, Gesang und geselliges Beisammensein bis ca. 1 Uhr oder so. Und dann wäre etwas eingetreten, was wohl für viele die Herausforderung geworden wäre, nämlich das: Silentium (= Stille). Will heißen: Von 1 Uhr morgens bis zur eigentlichen Trauung sollte niemand (!) auch nur ein Wort sprechen. Von Vorteil wäre es gewesen, dass die Trauung bei Sonnenaufgang hätte stattfinden sollen. Man hätte schon einen guten Tag auswählen müssen, sonst wäre das mit dem Aufstehen arg früh geworden. Also Aufstehen im Silentium, kurz Kaffee / Tee, ne Kleinigkeit in den Mund, dann eine gute halbe Stunden den Berg hoch, dort die Trauung mit Blick ins Rheintal durch einen katholischen Priester. (Der blieb übrigens auch im Programm, als klar wurde, neben mir würde ein Mann stehen. Denn ich kannte einen, der – entgegen der kirchlichen Lehre – kein Problem gehabt hätte, auch zwei Männer zu trauen.) Danach wieder Gesang, Wein, Weib und Mann und Fete bis Sonntag. Wer schließlich noch hätte bleiben wollen, hätte bleiben können.

Eine Besonderheit hätte es zudem noch gegeben. Denn zum Geschirrspülen hätte ich mich mit meinem besten Freund P. in die Küche eingeschlossen. Er vor (!) der Spüle, ich mit einer Flasche Champagner auf (!) der Spüle. Ich hätte ihm zugesehen, wie er Berge um Berge abwäscht – einfach nur als Wiedergutmachung der Berge, die ich schon für ihn abgewaschen habe. Da hat er aber jetzt Glück gehabt.

WMDEDGT 07/17

Wieder mitmachen bei „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag“, wie Fr. Brüllen ja monatlich fragt:

6:50 – Ich schrecke hoch, meine verschlafen zu haben. Dann fällt mir aber ein, dass ich ja heute frei habe.
8:15 – Finde den Weg aus dem Bett ins Bad und von dort an den Frühstückstisch. Tee, ein Brot mit dem letzten Schwarzwälder Schinken, viel Zeitung.
9:00 – Da es „schön“ sein soll, wenn wir zurückkommen, wasche ich das Geschirr und wir diskutieren kurz die Garderobe.
9:50 – Auf zur Straßenbahn.
10:05 – Natürlich viel zu früh da, also noch schnell ein Alibi-Kaffee am Brunnen.
10:25 – Ein Hoch auf die Bürokratie!
10:30 – Frau S. bitte uns hinein, erfüllt ihre staatlichen Pflichten, wir antworten dann auch beide brav und bestimmt mit „Ja“, nachdem sie sich heldenhaft durch unser Hochzeitsgedicht respektive Verpartnerungsgedicht gearbeitet hat.
10:41 – Kurz und schmerzlos, wie gewünscht. Noch ein paar wenige Beweisfotos auf der Rathaustreppe, dann mit der Straßenbahn zurück und gleich zum Metzger, um das Hochzeitsmittagsessen zu kaufen.
11:30 – Warten, bis wir anfangen können zu ‚kochen‘. Wir setzen Hinweise im Internet ab – sie scheinen doch zu kryptisch zu sein.
12:10 – Es gibt Maultauschen (irgendwie auch in Gedenken an meinen Vater) in einer künstlichen Brühe, dazu für jeden von uns ein Piccolo (mit Strohhalm).
13:00 – Mittagsschlaf
14:20 – Nächster Tee, diesmal auf den Balkon, von Minute zu Minute mit weniger Klamotten (ich). Dazu Lektüren: Tadié (fertig geworden!), Aristoteles und Winslow.
15:50 – J. fragt an, ob wir ein Kilo Hackfleisch brauchen könnten, für umme.  Also  ziehe ich mich an und gehe los, um es zu holen.
16:30 – Kleinproduktion von 50-Gramm-Hackbällchen.
17:15 – Bisschen Internet, bisschen Winslow, bisschen Handy – und ein alkoholfreies Bier.
18:00 – Beitrag hochladen.

18:41 – geht es dann auf den Bus, denn für
19:00 – haben wir einen Tisch in einem schicken Restaurant bestellt – 8 Gänge warten.

Nun offiziell ohne „“

Von Staatswegen hätte ich ja bisher von meinem Mann immer als von „meinem Mann“ schreiben müssen. Aber ab heute nicht mehr, denn:

wenn ich einmal groß bin
werd ich mich heiraten und
dann wird nichts mehr weh tun

weil ich aber klein bin und
noch ein wenig kniefrei sein will
hab ich mich gleich nicht mehr gern

ich will aber bestimmt mich
gleich heiraten wenn ich groß
gewesen bin und lieb gehabt hab

und mich bestimmt nicht fürchten
auch wenn ich kniefrei bin
und es nur ein wenig weh tut

denn dann bin ich ja bald so groß
und fast ganz ohne knie und
geh auch nur ein wenig heiraten

Oskar Pastior

(Ironie der Geschichte? Ich wollte, seit ich schwul bin, nie heiraten, da mir klar wurde, was für ein überkommenes Konstrukt die Ehe ist. Und jetzt schaffe ich gerade noch zumindest die „Begründung einer Lebenspartnerschaft“ bevor die „Ehe für alle“ kommt.)

(Zur wiederholten Klarstellung: Diesen staatsbürgerlichen Akt haben wir aus rein finanziellen Gründen heute ohne jeglichen Gäste und Feierlichkeiten hinter uns gebracht. Denn ob wir nun so ein Papier (und Steuerklasse 4) haben oder nicht – spielt nach bald 20 Jahren Beziehung zwischen ihm und mir eine aber sowas von eine unwesentliche Rolle!)

Urheberschaft – was ist das?

Mal wieder Foto beim tumblr von mir (und mit mir) aufgetaucht. Eins von denen, das ich zu den Besseren, wenn nicht zu den Besten zähle. Als Fotograf wird irgendein Spanier genannt, denn ich nicht kenne und von dem ich weiß, dass er dieses Foto defintiv nicht gemacht hat.

Aber schätzungsweise wird der Kampf um Urheberschaft bei Fotografien und Musik wohl über sehr kurz verloren gehen. Denn wer nicht wirklich absolut profimäßig unterwegs ist, hat (im Internet) schon verloren. Unschuldig ein paar Bilder bei flickr hochgeladen – man kann langsam den Kalender danach stellen, wann sie an anderer Stelle wieder auftauchen.

Ich versuche die Klauerei als Anerkennung zu nehmen – aber ist es denn so schwer, die Quelle zu nennen?

„Volle“ Leistung dank VODAFONE

Nur magere 10 (in Worten: zehn) Wochen hat es gedauert, bis das Hochleistungsunternehmen VODAFONE sich bereit erklärt, sich um den defekten Telefonanschluss zu kümmern – in 3 (in Worten: drei) Wochen dann.

Dennoch

Eigentlich wollte ich jetzt am Wochenende die zweite 25-km-Etappe wandern, aber das miese Wetter hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt sind dafür alle Daten mal wieder die die externen Platten gesichert, die Hörbuchbibliothekt auf 350 Exemplare angewachsen, der IPOD auf dem neusten Stand und in meinen Lektüren bin ich auf ein kleines Stück weitergekommen. Von daher also dennoch ein gutes Wochenende (wenn auch, wie immer, zu kurz).

Gehört – die neue Liebe?

Gestern (spät) abends über ein paar Choräle von César Franck gestolpert. Sie mir nach gefühlter Ewigkeit mal wieder angehört – und quasi in dieser Tonmasse aufgegangen. Mir schien jede Phrase so vertraut zu sein, als hätte ich sie erst gestern das letzte mal selber gespielt (und dabei käme ich über die ersten vier Töne (!) wohl nicht hinaus).

Ein Beispiel hier (die ersten Sekunden überspringen, dauert, bis er anfängt, aber dann …):

Ich muss einfach (wieder) mehr ‚meine‘ Musik hören, auch wenn das nur alleine möglich ist, weil „mein“ Mann da nicht mitgehen will, weil es es scheußlich findet. Aber mir tut diese Art von Musik einfach nur gut.

Hier in der Stadt hat die zentrale Kirche vor einem Monat eine neue Orgel bekommen. Heute morgen bin ich dann endlich zu einer freien Improvisation hier. OK, das ist etwas gewöhnungsbedürftig, wenn der Organist erst einen Stein, von denen ca. 30 vor dem Alter liegen, holt, zur Orgel läuft, den Stein auf Tasten lagert, Register zieht, losläuft, aufschreibt, was man hört, den nächsten Stein holt, hochläuft, den auch platziert, losläuft …

2017-07-01 10.38.25

Und natürlich schaffen es die wenigen Zuhörer mal wieder nicht die Klappe zu halten. Wenn was nix kostet, dann darf anscheinend geschwätzt werden wie doof auch immer, aber einfach mal den Mund halten, zuhören — das ist den wenigsten Menschen gegeben.

Irgendwo werde ich das Geld schon noch auftreiben, dann gehe ich zumindest in das nächste Konzert des Eröffnungsmonates, und vielleicht reicht es auch für die zwei weiteren, denn das wenige, was ich heute von dieser Orgel mitbekommen habe ist schon klasse. Allein vier Schwellwerke und ein paar wirklich schöne Register. Das könnte eine neue Liebe werden.

 

 

 

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