Gehört – die neue Liebe?

von Bert

Gestern (spät) abends über ein paar Choräle von César Franck gestolpert. Sie mir nach gefühlter Ewigkeit mal wieder angehört – und quasi in dieser Tonmasse aufgegangen. Mir schien jede Phrase so vertraut zu sein, als hätte ich sie erst gestern das letzte mal selber gespielt (und dabei käme ich über die ersten vier Töne (!) wohl nicht hinaus).

Ein Beispiel hier (die ersten Sekunden überspringen, dauert, bis er anfängt, aber dann …):

Ich muss einfach (wieder) mehr ‚meine‘ Musik hören, auch wenn das nur alleine möglich ist, weil „mein“ Mann da nicht mitgehen will, weil es es scheußlich findet. Aber mir tut diese Art von Musik einfach nur gut.

Hier in der Stadt hat die zentrale Kirche vor einem Monat eine neue Orgel bekommen. Heute morgen bin ich dann endlich zu einer freien Improvisation hier. OK, das ist etwas gewöhnungsbedürftig, wenn der Organist erst einen Stein, von denen ca. 30 vor dem Alter liegen, holt, zur Orgel läuft, den Stein auf Tasten lagert, Register zieht, losläuft, aufschreibt, was man hört, den nächsten Stein holt, hochläuft, den auch platziert, losläuft …

2017-07-01 10.38.25

Und natürlich schaffen es die wenigen Zuhörer mal wieder nicht die Klappe zu halten. Wenn was nix kostet, dann darf anscheinend geschwätzt werden wie doof auch immer, aber einfach mal den Mund halten, zuhören — das ist den wenigsten Menschen gegeben.

Irgendwo werde ich das Geld schon noch auftreiben, dann gehe ich zumindest in das nächste Konzert des Eröffnungsmonates, und vielleicht reicht es auch für die zwei weiteren, denn das wenige, was ich heute von dieser Orgel mitbekommen habe ist schon klasse. Allein vier Schwellwerke und ein paar wirklich schöne Register. Das könnte eine neue Liebe werden.