Achat

von Bert

Heute Todestag meines Vaters. Es gibt Tage, an die erinnere ich mich wesentlich lieber. Aber dieser Tag, und die Wochen davor, haben sich eingebrannt.

Schon als kleiner Junge fand ich seinen Siegelring immer so wahnsinnig toll, dass ich ohne auf meine Geschwister zu achten, laut forderte, dass ich, „wenn Papa tot ist“, den dann auch bekomme. Das habe ich so oft getan, dass das wirklich sozusagen eine gesetzte Sache wurde. Als meine Mutter mir noch am Todestag den Ring im Beisein meiner Geschwister gab, war das so, wie es sein sollte (auch für die Geschwister).

Als Kind habe ich ihn an zwei Fingern, dann am Daumen tragen müssen, damit er einigermaßen passte und auch heute ist er mir immer noch viel zu groß. Erst heute war ich beim Juwelier, um ihn mir enger machen zu lassen, damit ich ihn in Zukunft auch tragen kann. Warum nach vielen Jahren erst jetzt, erklärt sich mir nicht wirklich. Aber wenn ich jemanden aus meiner Familie gerne erzählen würde, dass ich nun ganz offiziell einen Mann habe, dann ihm – er wäre wohl der gewesen, der sich wirklich aufrichtig gefreut hätte.