Durch die Zeit

Monat: August, 2017

Zum Trotz

Kneipenabend mit S. Gegenüber gestern sind die Temperaturen quasi im Keller. Wir bleiben draußen sitzen.

# 441 – Schönste Braut von Welt

Was lange währt …

Also hier ist sie, die schönste Braut von Welt. Auch wenn ich jetzt vielen anderen deswegen auf die Füße trete – aber „das muss man doch mal sagen dürfen“ und „was wahr ist ist wahr“!

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Wir kennen uns jetzt auch schon ein paar Jährchen und ich genieße – neben ihrer Schönheit – noch eine Menge mehr an ihr. Aber da ich versprochen habe, es hier so zu gestalten, dass so gut wie keine Rückschlüsse möglich sind …

# 440

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Nachtrag zum Samstag

Wäre mein Mann so nett gewesen und hätte endlich nun mal das Foto von der schönsten Braut von Welt gescannt, dann hätte ich es hier schon längst gezeigt. Ich glaube, ich trete jetzt in einen Kussstreik, dann wird das auch was!

Die Gedanken sind frei

Irgendwie nett die Gedanke, T. wäre heute überraschend vor der Tür gestanden. Hätte etwas Stress gemacht wg. Dienst, aber vielleicht hätte ich den auch noch von der Backe bekommen? Aber ob ich dann auch jetzt nochmals der Nacktheit und der Sonne so gefrönt hätte, obwohl sie, wie sie schrieb, heute auch mal ohne schwimmen war? Aber das „Was-wäre-gewesen“ hebe ich mir für’s einschlafen auf. Da habe ich ja dann die Wahl, ob ich es so gestalte, dass ich gut einschlafe oder mich mit einem Ständer beschäftigen kann.

Alle Jahre wieder

Theaterfest. Seit fünf, sechs Jahren bin ich so nett, und fotografiere kostümierte Kinder vor einer kleinen Kulisse. Der Theaterfotograf hat dafür keine Zeit, stellt aber Rechner und Drucker. Und wie jedes Jahr muss der Profi erst noch etwas möppern, mal ist es die Schärfe, mal die Blende.

Heute statt den vereinbarten vier Stunden fünf Stunden fotografiert. Definitiv waren es min. 160 Kinder, d.h. alle zwei Minuten ein anderes, was zudem ca. 1.000 Bilder bedeutet, da ich jedesmal mehrere mache(n muss). Die meiste Zeit geht fürs Positionieren drauf und zu erklären, dass ‚Kopf drehen‘ nicht das gleich ist wie ‚Kopf zur Seite neigen‘.

Es ist jedesmal purer Stress, ich trinke derweil locker zwei Flaschen Wasser muss aber noch Stunden später nicht pinkeln, denn die ganz Flüssigkeit steckt in den Klamotten. Aber es ist auch echt eine gute Kreativübung, denn mein Anspruch ist dann schon, jedes Kind anders zu stellen (was bis auf die ganz Kleinen auch klappt).

Zwischendrin schaute der Hausfotograf nochmals vorbei, nahm mich dann zur Seite und meinte: „Richtig klasse, wie du das mit dieser Scheißkulisse meisterst, mir wäre das nicht eingefallen“.

Bildungslücke

Schön zu sehen, wenn den anderen ins Gesicht geschrieben steht, dass sie gerade den Sinn der Sache erkennen. In Verein 1 werden wir nach dem Führungswechsel einen Zukunftstag machen, auf meinem Vorschlag hin in Form einer Open-Space-Veranstaltung. Heute ein mehrstündiges Vorbereitungstreffen mit den Coaches dazu – und bei meinen VorstandkollegInnen nach gut einer Stunde die Erkenntnis: Da können wir ja gar nichts vorgeben!

Aber irgendwann haben sie dann auch die Chancen gesehen, die in dieser Form liegen … ich denke, das wird ein spannender und vorallem guter Tag.

Vom Tag

Schönen Tag mit P. gehabt. Interessanterweise mit viel nackt. Ist eigentlich nicht so sein Ding. Dazwischen Zimmer streichen. Reden über Väter und Sex – in der Offenheit ebenfalls ungewöhnlich. Macht mit mir viel im Kopf.

Genieße gerade die Zwischenzeit mit mir im ICE, denn das Restwochenende wird einfach nur anstrengend.

Zuhause wartet der Mann mit einem Sekt, denn unserer Verpartnerungsmedaillons sind heute fertig geworden.

Und das Besondere zudem an diesem Beitrag: Aus einem pünktlich fahrenden, funktionstüchtigem ICE mit derem kostenlosen Bordangebot gesendet!

Irgendwie pervers

Zur Zeit brauche ich Augentropfen. 2 ml kosten 12 Euro. Aus verschiedenen Gründen musste ich mir heute schnell ein neues Fläschchen kaufen, kostete in der anderen Apotheke dann überraschenderweise nur knappe 8 Euro. Einfach mal ein Rabatt von ca. 4 Euro.

Finde das schon irgendwie pervers, dass es da so eine Gewinnspanne gibt und dass das den Eindruck macht: Hey, heute gibt es Medikamente billiger, als kauft welche, dann könnt ihr auch gleich die doppelte Dosis nehmen!

Da ist was faul am System.

Danke!

Vor, während und nach der Sitzung von Verein 1 reicht beschenkt worden.

  • Büchergutschein für den Einsatz des Vereinsgeburtstages letztes Wochenende
  • Restaurantgutschein aus Anlass unserer Verpartnerung
  • Zwei Kilo Kartoffeln für … keine Ahnung

Deutsches Vereinswesen – Die Soap

Heute gemeinsame Vorstandssitzung von Verein 1 (V1) und unserem Förderverein (FV). Wir danken ihm für die finanzielle Unterstützung der letzten Jahre – und ich als Schatzmeister erläuterte, was wir alles nur durch den FV ermöglichen konnten und wie wichtig es für unseren auf Kante genähten 180.000-Euro-Haushalt ist, notfalls auch auf ein paar Tausender zurückgreifen zu können. Man nimmt es mit huldvollem Nicken entgegen.

Dann purzeln aus dem Mund des Vorstandes vom FV Begriffe wie „Doppelstruktur aufheben“, „Synergieeffekte schaffen“, „einheitliches Auftreten“, „Konzentration von Man-Power“ und weiteres mehr aus dieser Begriffswolke. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass der FV gerne mit uns fusionieren würde, würde aber die Arbeit dann selbstverständlich unter unserem Dach natürlich fortführen. Warum aber betont der Vorsitzende FV aber die ganze Zeit von „Luft raus“, „nur noch rudimentäre Aktivitäten“, „Nachwuchssorgen“?

Und so ergibt sich das Bild: FV will fusionieren, möchte ein paar Vorstandsposten besetzen, um noch mitreden zu können, möchte aber nicht mehr aktiv mitarbeiten.

Ich bin richtig sauer geworden, dass sie uns für dumm verkaufen wollen – als würden wir das nicht merken. Also gab es zumindest von mir heftigen Gegenwind und die Wortgefechte mit dem ehemaligen Staatsanwalt waren echt nicht übel – immerhin habe ich es mit ihm zu einem Patt geschafft.

Ich werde gegen ein paar Ideen von FV, wie die Fusionierung sein könnte, mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln vorgehen, denn sich nur die Rosinen vom Brot zu nehmen ist einfach nicht drin. Denn der Vorwurf, wir hätten zu wenig Geld von ihnen abgenommen und daher hätten sie ihre Aktivitäten herunterfahren müssen, ist Humbug. Wir hätten ohne Probleme das Mehrfache gerne genommen, um endlich eine notwendige halbe Stelle zu schaffen – aber so …

Der Sommer war nicht sehr groß.

Finde ich. Das Gefühl, kaum Sonne gehabt zu haben. Umso genussvoller heute den Nachmittag nackend in Wohnung und auf Balkon. Mich würde es nicht wundern, wenn es der letzte für dieses Jahr gewesen ist.

Schade eigentlich

Ich hatte es schon einmal hier, dass der Lesekreis mit der „Ästhetik des Widerstandes“ von Peter Weiss schwächelt. Die verschobenen Termine ziehen sich weiter durch die Monate (wenn wir so weiter machen, werden wir gut drei Jahre (!) brauchen, da durch zu kommen – das ist mir definitv zu lang) und so richtig anmachen tut der Text uns auch nicht. Mir ist vieles zu veraltet, vieles zu dokumentarisch, vieles zu pseudoautobiographisch – oder vereinfacht ausgedrückt: Das erzählt sich einfach nicht.

Schon schade – aber das wird sich nicht ändern, ich bin da eindeutig in der Minderheit.

Von vor ein paar Tagen – oder so

Auf dem Heimweg. Ein Radfahrerin grüßt mich. Reflexartig grüße ich zurück – wenn sie mich kennt, müsste ich sie wohl ja auch kennen. Nach wenigen Metern steigt sie in die Bremsen und fährt zu mir zurück. OK, ja, ich kenne sie – aber woher? Sie fällt mir freudig um den Hals – hallo? Waren wir mal schon soweit? Ein paar Minuten Smaltalk, den ich überraschenderweise recht gut zu führen weiß. Dann eine nette Verabschiedung mit dem Versprechen, in einer bestimmten Kneipe demnächst Ausschau nacheinander zu halten.

Auf den restlichen drei Kilometern zu Fuß komme ich jedenfalls zum Schluss, dass ich sie aus dem universitären Kontext kennen muss. Recherchen im Internet bestätigen das auch – und es dämmert nur ganz langsam, dass es ja A. war, die Assi vom schärfsten Linguisten-Prof. gewesen ist, die mir bei meiner schriflichen Prüfung dann noch was falsches (!) diktiert hatte – es war dann doch kein doppelter Akkusativ. (War aber auch egal – der Prof. hat ja nie ne 1 gegeben, da konnte ich mir auch ein paar Fehler erlauben.)

# 439

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Ja, nein, vielleicht?

Nachher kommt überraschend U. Und wie immer muss die Frage offen bleiben, ob sie Lust auf Sex hat oder doch nicht.

Kurz: …

Gestern, auf dem Fest von Verein 1 nur für die Internen, also „entre nours“, begrüßte ich u.a. auch natürlich den Ehemann von M. Mit M. bin ich, da ich eine gewisse Funktion habe und sie die Buchungen vornimmt, regelmäßig im Gespräch – kurz, wir mögen uns wirklich, liegen auf einer Wellenlänge … . Ihren Mann, F., sah ich gestern zum zweiten Mal und nach der der eben zweiten Begrüßung und dem kurzen Smal-Talk war für mich klar: Der mag dich nicht – wir können nicht miteinander. Bei dem ersten Treffen war ich total neugierig auf ihn – wurde aber eine echt steife Angelegenheit, die mich in die Flucht trieb.

Heute das nächste Fest von Verein 1, diesemal für die Externen, also total offiziell und richtig mit lokalen Prominenten, so dass selbst die Zeitung meinte da sein zu müssen (oh Wunder!) ebenfalls zuerst M. begrüßt (Umarmung), dann ihren Mann (männlicher Händedruck). Anschließend hat er (!) mich mit einer Charm-Offensive belegt, dass mir richtig schwindlig wurde und ich nicht wußte, wie ich reagieren soll (aber das ist ja so selten nicht). Mich hat das dann doch sehr gefreut, denn diese Offensive hatte eine ähnliche hilflose Qualität, wie wenn ich um jemanden ‚buhle‘. Kurz: Morgen bekommen sie ne Mail, wann sie zum Essen hier vorbeikommen wollen.

Gestern dann (sehr bewußt) auch an einen der ganz hinteren Tischen Plazt genommen – obwohl meine ‚Stellung‘ in Verein 1 „naturgemäß“ mich an Tisch Nr. 1 hätte zum Sitzen bringen mögen / „müssen“ – und dort zufällig neben B. zum sitzen gekommen. Ich bin im Schätzen vom Alter eh schlecht, aber wer B. sieht und schätzen soll, liegt, egal wie gut man ist, grundsäztlich total daneben – denn B. ist eine gestandene Frau, die aber einfach min. 15 Jahre jünger aussieht als sie ist. Das führt hin und wieder zu total absurden Dialogen. Ihr Mann, C. hat sie begleitet, den ich bis dahin einmal für drei Minuten gesehen hatte. Wir sind gesten dann zu dritt echt gut ins Gespräch gekommen und heute waren sie ebenfalls da und bei den einzigen zehn Minuten, in denen ich nicht als ‚Verantwortlicher‘ für den Empfang mit Trullalla in Action war, hatten wir uns einfach gut unterhalten – sehr gut möchte ich sogar sagen, denn was B. und C. da zu Sprache brachten ging schon in Richtung intim.

Und ich hab mir dann geschworen, jetzt verdammt noch mal in diesen Dingen auf meinen Bauch zu hören und ihm auch zu vertrauen – denn als ich B. das erstmal sah und kurz sprach (ist jetzt wohl gut drei Jahre her), war offensichtlich, dass wir in verschiedenen Welten leben – aber etwas von uns dann doch im Gleichklang ist (so der etwas arg undeutlich nuschelnde Bauch). Kurz: Morgen bekommen sie ne Mail, wann sie zum Essen hier vorbeikommen wollen.

Und wenn ich schon dabei bin: K. bekommt auch noch eine. Wir kennen uns irgendwie aus dem Studium (aber nur vom Sehen, echt nicht mehr) und haben uns dann 29 Jahre später (sieht besser aus als 30) eben in Verein 1 wieder getroffen und seit dem, wenn wir uns dort sahen … sagt(e) der Bauch: „Hey Du, das ist echt eine Nette, die ist nicht falsch, die ist nur so vorsichtig wie du … “

Meine Sorge gilt jetzt echt, dass ich die alle auch dieses Jahr noch hier zu einem Abendessen sehe.

„I will survive“

Ich müsste einen neues Blog aufmachen, ich müsste mindestens ein Jahr Dinge posten, damit man den Witz kapiert.

Heute große Geburtstagsfeier von Verein 1. Tolle Location, Büffet war halt Büffet, Stimmung trotz Verabschiedung der langjährigen, guten und beliebten Geschäftsführerin entspannt und locker. Und irgendwann kam eben das hier:

Ich saß an einem Tisch mit ein paar anderen Leuten, beugte mich dann zu B. hinüber und meinte: „Ist schon mutig, dass bei ‚unserer‘ Geburtstagsfeier‘ zu spielen“ – woraufhin B. erst stutzte und dann fast das Weinglas hat fallen lassen vor Lachen.

Ja, sorry, das ist ein Insider, ein totaler, und ich vermute, die zwei, die das hier kapieren könnten, kapieren es auch nicht so richtig, aber mir ist es wichtig, das festzuhalten, denn wenn ich die Aufgabe von Verein 1 in einem Song zusammenfassen müsste, dann der hier. Denn genau das versuchen wir zu vermitteln.

Zudem: Ich kenne keine schwule Fete, auf der dieser Song nicht lief. Und es ist im Grunde der einzige Song, der mich auch fast immer auf die Tanzfläche jagt(e) (und das will bei mir was heißen, denn ein Song, der mich noch öfters auf die Tanzfläche gejagt hat, gibt es nicht). Bei ARTE lief vor wenigen Wochen eine richtig gute und auch für Heten sehenswerte zweiteilige Dokumentation über schwule Hymnen, die man HIER nachgucken kann.

 

o.T.

Ich gehöre mal wieder schon längst ins Bett. Nicht, weil ich morgen im Job viel zu tun hätte (nein, das Gegenteil), sondern weil das WE anstrengend wird, da Verein 1 einen runden Geburtstag feiert und verschiedene Festivitäten stattfinden, bei denen ich als Vorstand schon dabei sein muss und andererseits bei zwei Veranstaltungen zwar nicht wirklich den Hut auf habe, aber dann doch irgendwie …

Und das nervt mich gerade extrem: „Irgendwie“. Die eine Veranstaltung habe im Grunde ich geplant, aber „irgendwie“ läuft es jetzt doch anders ab. Im Grunde hatte die andere Veranstaltung ein bestimmte Ausrichtung, aber „irgendwie“ …

Hatte es schon mal hier (oder?), aber meine ‚Wirkmächtigkeit‘ (wie das echt so heißt) ist ‚irgendwie‘ ganz schön gering, denn dauernd rüsselt jemand anders auch noch rein, was an sich nicht schlimm wäre, wenn die Idee, die dahinter steckt, verstanden worden wäre.

Gerade etwas ohne ne echte Strategie.

Blei fühlt sich dagegen leicht an

In Zeiten der Kohl-Ära (1) waren Wahlkämpfe ja – bis auf den letzten – ja schon eher eine eher langweilige Veranstaltung. Aber in Zeiten der Merkel-Ära wird das ja an Langeweile und Beliebigkeit und Inhaltsleere getoppt.

Der CDU-Kandidat hier bspw. wirbt mit: „Für Sie im Bundestag“ und wird den SPD-Kandidaten, der mit so etwas wie einer Ahnung von einem Thema wirbt, ganz schön unter Druck setzen. Und schaut man über den Tellerand hinaus aufs Land, wird es ja auch nicht besser.

Es gibt in diesem Land eine nicht wirklich kleine Reihe von Themen, über die man kontrovers streiten kann (und muss). Aber keine der etablierte Parteien („Die Linke“ gehört mittlerweile auch schon dazu) greift auch nur ein einziges Thema wirklich und kontrovers auf.

Dieselskandal – von „Bündnis 90 / Die Grünen“ sind Töne zu hören wie von CDU / CSU. Die SPD bemüht sich zu einem „geht so eigentlich nicht“, Die Linke schafft es zu einem „geht so eigentlich echt nicht“ und die FDP – der liebe Gott hatte sie schon selig – haut ein indirektes „muss aber“ raus.

Altersarmut? Flüchtlingsfrage? Stromversorgung? Umgang mit Atombetreibern? Strafvollzug? Steuergerechtigkeit? Ärztemangel? Arbeitslosigkeit? Medizinische Versorgung für NICHT Privatversicherte? Gentechnologie? Sterbehilfe? Haushalt? Rüstung? Kriegseinsätze? … – alles KEIN Thema der ach so volksnahen Parteien. Es gibt – ohne jede Frage – Abgeordnete die sich echt um das bemühen, was sie stemmen können (Respekt!), aber die große Linie der Parteien ist auf „Ich-will-Macht-haben-daher-bin-ich-korrumpierbar“ ausgerichtet.

Mir tut das richtig weg, dass vorallem die, die sich das „Soziale“ auf die Fahnen geschrieben haben (und damit meine ich NICHT (!!!) diese rückwärts gewandte und reaktionäre CSU) keine Arsch mehr in der Hose haben, auch nur eins der Themen anzuflüstern.

Und die Scheiße ist: Wenn ich versuche im Freundes- und Bekanntenkreis mal ne Diskussion zu entfachen … (sollte ich vielleicht nicht besser  ’nen Bestseller schreiben mit dem Titel „Merk’stel was?“ Dann könnte ich wenigsten in die Südsee auswandern und das Elend hier nackend am Strand mit dem E-Book in der Hand vergessen.

Akuteller Nachtrag: blindefoldewoman (derzeit aus mir nicht bekannten Gründen nicht zu verlinken) hat mich auf diesen schweizer Artikel aufmerksam gemacht, der es echt auf den Punkt bringt. Man beachte vor allem das Zitat am  Ende!


(1) Für Jüngere unter uns hier: Zu Kohl’s Zeiten (der war mal für ein halbes Leben Bundeskanzler, wie die Merkel jetzt ein halbes Leben Bundeskanzlerin ist) gab es ein Buch mit dem Titel „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ von Gabriel García Márquez.

 

Eile mit Feile

Seit vier Wochen schreibe ich im Job schon an einem ‚Leitfaden‘ rum, der am Schluss so ca. 18 Seiten haben wird. Ist zwar ein mir fremdes Thema – aber es gibt ausreichend gute Informationen dafür, also alles kein Hexenwerk, wenn  man lesen kann. Ich hatte mir vorgenommen, dass innerhalb einer Woche fertigzustellen – und hätte mich nicht tot damit gearbeit, wahrlich nicht.

Mit schlechtem Gewissen dem Chef heute signalisiert, dass ich Ende der Woche aber sicher fertig sein werde. Darauf er: „Mach doch nicht immer so schnell!“

[Zum Titel: Siehe zweiten Kommentar HIER]

Droppen

Samstag habe ich mir Augentropfen gekauft, diesmal welche, wo ein Antiallergikum drin ist (oder wie das auch immer heißt). Sie brennen zwar ein bisschen, aber danach fühlt es sich gar nicht mal so schlecht an.

Heute morgen vergessen, weil ich ein bisschen spät aufgestanden bin – im Job dann zwei Stunden lang wieder Niesen und Rotzen. Was zwei Tropfen ausmachen können!

Noch’n Spleen

Erwähnte ich schon, dass ich Excel über alles liebe? Und daher, wenn möglich, für jeden Scheiß eine Statistik anlege? Mindestens mit Durchschnitts- und Erwartungswerten, mit Grafiken und bunte Balken? Und natürlich mit sämtlichen sinnlosen Berechnungen, der Grund ich teilweise selber nicht kenne? Aber es ist einfach so wunderschön irgendwo eine Zahl einzugeben, und plötzlich ändern sich Kolonnen von andern Zahlen, Balken wachsen, Tortenfarben wechseln, … was auch immer.

Excel, ik liebe Dir!

Bin ja nicht so

Nun gut, bin ja nicht so. Dann bring‘ ich der Sekretärin halt bei, wie man einen Serienbrief mit Word und Excel einrichtet und ausdruckt. Dafür wurde mir aber auch der Bildungsurlaub ohne Mucken unterschrieben (irgendwelche Excel-Feinheiten, die ich wohl nie brauchen werde, aber mich interessieren).

Dekonsturktionen und zwei ‚Wraps‘

Hatte einfach Lust darauf, auch wenn es dann doch etwas mehr Arbeit gemacht hat, als gedacht.

Als Gruß aus der Küche gibt es eine ‚Dekonstruktion‘ von Tomate-Mozarella (was recht einfach ist ist.

Dann drei dekonstruierte Salate, will heißen, die meisten Zutaten gibt es getrennt von den anderen, so dass man alles sieht, was man isst, der Geschmack aber erst im Mund zusammen kommt. Also habe ich aufgesplittet einen normalen Nudelsalat, einen Kartoffelsalat (sieht wenigstens einigermaßen gut aus) und einen Waldorfsalat.

Als lauwarmes Zwischengericht vor der Hauptspeise gibt es zwei unterschiedlich gefüllte Nudelplatte, dich ich versucht habe so zu füllen und zu drehen, dass sie wie ‚Wraps‘ aussehen.

NACHTRAG: Aussehen muss noch weiter geübt werden und geschmeckt hat es so na ja. Viel Aufwand für eher was gewöhnliches. Die ‚Wraps‘ haben überhaupt nicht geschmeckt.  Aber ich will am Ball bleiben.

Nicht der bewegte, sondern der defizitäre Mann

Monatliche Laberrunde. Wie immer der Einstieg: „Wie bin ich heute hier?“ Da wir uns nur jeden Monat treffen ist die eigentlich Frage: „Was war in den letzten vier Wochen los?“ Da so gut wieder jeder nur jeden zweiten Termin wahrhnimmt … haben alle viel zu erzählen. Ich auch: Verpartnerung, Familiengedöhns, Augengedöhns.

Die Supervisiorin, die ich wirklich sehr hoch schätze, lässt (mal wieder) keinen Zweifel daran, dass das Thema Familie auf den Tisch gehört. Also räumt sie mir eine gute halbe Stunde ein mit den Worten: „Ich glaube Sie sind in der Lage, mit den Impulsen dann eigenständig weiter zu arbeiten – denn im Grunde bräuchten wir länger“.

Ich schildere die Situation. S. in ihrer analytischen Art ‚respondiert‘. Ich weiß nicht, wie man das besser ausdrücken soll, denn einerseits ist es ein „Du machst es doch auch“ und ein „Tu doch nicht so abgeklärt-cool“ wie aber auch „Kapier doch, dass Du ein Gefangener der Familie bist und Dein Aktionsrahmen jetzt nicht gerade so groß wie ein Fußballfeld ist“. In dem Rahmen kann ich mir das jedenfalls alles gut anhören (und auch zugeben: Wo sie recht hat sie recht!). Andere schildern ebenfalls ihre Eindrücke, ihre Impressionen, haben Ideen oder fragen mit leichtem Unglauben das ein oder andere nach. Die Supervisorin lässt laufen, lässt Dynamik zu und greift nur zusammenfassend ein (habe ich schon erwähnt, dass sie einfach toll ist?).

Abschließend klären können wir nix (was ich ja auch nicht erwartet habe), aber diese halbe Stunde ‚Schwarmintelligenz‘ hat mehr gebracht als all mein Denken in der letzten Woche. Und so lautet die Zusammenfassung für mich: „Der defizitäre Mann und die Widersprüche der Familie“. Das klingt jetzt vielleicht etwas negativ und abwertend – es ist aber nur eine multiperspektivische Beschreibung der Ist-Zustandes was mir ganz schön hilft. Menschen, die sich wohlgesonnen sind können ja sowas von hilfreich sein!

Ich hab‘ mit dem Thema echt zu kämpfen – aber in der Gruppe mit der Supervisorin bekommt man das Gefühl, es packen zu können. Und am Ende haben wir einfach alle auch herzhaft gelacht, denn so ernst das alles ist, so ist es zugleich auch komisch bzw. skurill. Und es einfach eine tolle Leistung von ihr, beide Aspekte zur Geltung zu bringen.

Wer weiß es denn schon so genau?

Es mag an meiner christlichen Erziehung liegen, es mag vielleicht auch daran liegen, dass ich nicht mag, dass es mir wiederfahren soll, es mag vielleicht auch noch an was ganz anderem liegen … aber schadenfreudig oder hämisch versuche ich echt nicht zu sein. (OK, gelingt mir nicht immer, es gibt da so ein paar Politiker/innen …)

Aber bei X. kann ich einfach nicht anders. Er gehört zu den größten Großkötzen die die Erde gesehen hat … Wir teilen uns jedoch die ‚Profession‘ zu versuchen, so authentisch wie möglich mittelalterlich zu kochen. Vorhin die neusten fotografischen Ergebnisse seiner letzten Kochaktion gesehen. Er kam auf die ‚geniale‘ Idee, einen Mittelalterburger zu machen mit Tomaten, Avoccados und – tata! – Scheiblettenkäse. (Den Eisbergsalat übergehe ich gerade mal, weil ich mir nicht sicher bin, ob es den vielleicht u.U. nicht doch schon in einer Vorform gegeben haben könnte.)

Was mich aber daran erinnert, dass ich im Oktober an vier Tagen für ca. zehn Leute wieder mittelalterlich kochen darf und vielleicht langsam beginnen sollte, ob ich auch einen Burger mache oder doch lieber eine Art von Maultaschen.

# 438

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(Und wen’s interessiert: Das ist (!) zeitgenössische Kunst.)

Ich bin ein ‚Indiffi‘

A. heute auf Besuch. Wir haben uns nahezu exakt 14 Jahre nicht gesehen. Im letzten halben Jahr gab es da eine Annäherung von ihr aus – ich war / bin nicht ganz so scharf drauf, weil die Freundschaft damals auseinander ging, weil sie meinte … egal. Immerhin sie hat es jetzt schon zweimal angemerkt, das ihr Verhalten damals … wie gesagt … egal.

Einerseits war es interessant von ihr zu hören, was so die letzten 14 Jahren sehr grob los war. Andererseits: Von mir weiß sie jetzt nur mehr, wie unsere Küche aussieht.

Ich bin da ‚herrlich‘ indifferent. Eigentlich habe ich gar keine Lust, von mir und über mich zu reden – andererseits möchte ich dann doch gefragt werden, denn das ist ja auch eine Art von Wahrnehmung.

Bin aber gerade wohl an sich sehr dünnhäutig und in anderen Dingen indifferent. Früher Nachmittag eine kurze, nun ja, 90-minütige Besprechung mit Verein 1 zur baldigen Jubiläumsveranstaltung. Ich gehöre da zum ‚Orga-Team‘ – aber merkte dann schon recht bald, dass von der Geschäftsführung (GF) in der Zwischenzeit schon die ein oder andere Entscheidung getroffen wurde, mit der ich nur (sehr) bedingt einverstanden bin (und dem eigentlichen Konzept auch entgegenlaufen). Hatte aber überhaupt keine Lust da jetzt in ‚den Kampf‘ zu gehen, sondern mich still (leidend) dem Schicksal ergeben. Dann wiederum denke ich mir – hey, ich helfe da nur und die GF ist für alles am Schluss verantwortlich, ich könnte ja froh sein, dass ich da nicht in die Haftung genommen werde.

Mag aber auch daran liegen, dass ich festgestellt habe, dass meine ganzen Aktivitäten in Verein 1 eben doch nicht als Ersatz dienen können und sowohl Verein 1 wie Aktivitäten an Wertigkeit verlieren (obgleich, das hier nur zu Protokoll, die eigentliche Arbeit, wie ich gestern mal wieder erfahren konnte / musste, einfach nur gut und wertvoll ist).

 

Blut ist ein ganz besonder Saft

Und der von uns Schwulen ganz besonders. Denn unser Blut darf nur dann abgezapft werden, wenn wir ein Jahr (!) enthaltsam sind. Denn nur dann ist es gut. Nach elf Monaten ist es eben noch bäh und morgen ist es einfach nur igittigitt! Unser Blut muss, im Gegensatz zu allen Heten, die ohne Kondome in der Gegend rumficken, reifen. Das der Heten ist an sich und von sich aus rein und gut und sauber und lebenserhaltend. Mein Blut ist mit Stand jetzt unrein, schlecht, verunreinigt und tötend.

Mag mir jemand mal erklären, wie weltfremd die Bundesärtzekammer ist? Wie verblendet muss man denn sein, um so eine Forderung in aller Öffentlichkeit stellen zu können? In welcher Wirklichkeit leben die denn? Das ist doch Gedankengut, was um 1890 schon seit 300 Jahren veraltet war.

Ehe für alle – aber bitte dann doch nur Hetenblut!

Anton Weyrother

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