Durch die Zeit

Monat: September, 2017

Zeitreise

Jut, ich bin dann mal für vier Tage wieder im Mittelalter. Als Koch. Frühstück und Mittagessen für jeweils 15 Reckinnen und Recken. Abendessen hängt dann in vielfältiger Form von Wurst, Käste und Brot so in der Gegend rum.

Es gibt die bewährten Kohlrouladen, heute ne einfache Pilzpfanne (ggf. mit Pfannekuchen), Sonntag dann schon etwas die Herausforderung: Rehgulasch mit Semmelnknödel und einer Art Bigosch – das über offenem Feuer (maximal zwei Kessel nebeneinander …). Die Linsensuppe am Montag ist dann Erholungsprogramm.

in progress

Mich lässt das gestrige Gespräch nicht los. OK, es war schon richtig krass, das ist das eine – das ander ist, dass ich das Gefühl habe, dass ich für ihn als „alter Mann“ eine gewisse Rolle habe / bzw. er sie mir zuschrieb.

Auch wenn K. jetzt wirklich nicht viel jünger ist als ich (wohl fünf oder sechs Jahre, mehr defintiv nicht) kenne ich schon den Wunsch, einen älteren Mann zu haben, mit dem man(n) sich austauschen kann, der so ein bisschen auch Vater ist – aber bloß nicht Vater ist.

Der Wunsch nach dem „väterlichen Freund“, so wird es meist genannt. Einer, der Erfahrung hat, der Ruhe hat aber eben weiß, was Mann so auszustehen hat, was Mann so beschäftigt, was Mann will, was Mann …

Das ist alles komplett unausgegoren, durcheinandrig, unüberlegt, … aber es lässt mich nicht los.

Soviel zur Abteilungsstimmung

Verabschiedung einer Kollegin, die einen anderen Job gefunden hat. Sie hat zum Schnitzel-Essen eingeladen. Es gibt Geschenke. Der Abteilungsleiter sagt nette Worte. Sie antwortet darauf naturgemäß lang und wortreich – aber eine persönliche Note in Hinsicht auf die Kolleg*innen fehlt nahezu vollständig. Nur am Schluss zählt sie auf, warum sie mit wem in Kontakt bleiben will – jeweils aus inhaltlichen Gründen.

K. & Förderverein & Tod

Treffen mit K. Ziel: Ich möchte ihn als Mitarbeiter für den Förderverein von Verein 1 gewinnen. Es gibt echt schwerere Aufgaben. Er sagt nicht zu, aber hat eine Reihe von Ideen, die nur gut sind und die vorallem ihn auch interessieren. In welcher Form auch immer: Den haben wir.

Ich kenne ihn kaum, seine Frau nur ein kleinwenig besser, zusammen habe ich sie zweimal kurz erlebt – und das war ein Fest. Dennoch gestaltet sich das Gespräch mit ihm irgendwie schwer, die Pausen werden lang.

Als wir uns verabschieden sind gefühlt gut vier Stunden vergangen – der Blick auf die Uhr zeigt: 93 Minuten.

Nach dem ofiziellem Teil sind wir über in paar Umwege zur eigenen Biographie gekommen und plötzlich beginnt er über Dinge zu erzählen – grausame Dinge – von denen gerade noch seine Frau und der Therapeut weiß. Irgendwann hat er auch Tränen in den Augen – und ich merke, dass ich mit meinen Fragenn / Anmerkungen / … im Zentrum bin.

Auf der einen Seite ein Vertrauensbeweis – auf der anderen bin ich (mal wieder) die Müll-/ Schutthalde.

Aber – fällt mir gerade ein: Meine erste Freundin hat mich damal mal als „Müll- UND Problemkind“ bezeichnet. So genau habe ich es nie verstanden, wo da der Unterschied bestand (besteht?), für sie war ich damals jedenfalls das erste Exemplar, dass beide Kriterien erfüllte.

Für mich das Fazit: K. hat – warum und wie auch immer – Vertrauen zu mir. Seien Frau hat es ebenfalls schon ausgetestet. Wir sind in ‚Verhandlungen‘ wann es endlich mal einen Termin gibt, wo sie zum Essen kommen.

Reingefallen!

Als Schüler habe ich, ich würde nach wie vor schwören, dass es bei Satre war, den Satz gefunden: Nulla dies sine linea. Und als einer der letzten Menschen, die noch das große (!!!) Latinum haben – wer mich fragt, mit welcher Note, bekommt mit Sicherheit keine Antwort, zu peinich das – habe ich das natürlich formvollendet übersetzt mit: Keinen Tag ohne Zeile. Und mit Zeile war die Buchzeile gemeint. Worüber ich schon etwas unklar war, ob jetzt damit gemeint war, die Zeile zu schreiben oder zu lesen. Ich entschloss, dass ‚lesen‘ eine gerechtfertigte Interpretation ist (Satre hat wohl ’schreiben‘ gelesen) und macht das Motto zu einem meiner Lebensmotti.

Gestern finde ich hier das:

Der Satz „Nulla dies sine linea“, den angeblich Plinius dem berühmten griechischen Maler Apelles in den Mund gelegt hat, der aber in Wirklichkeit so formuliert erst aus dem frühen 16. Jahrhundert stammt, gehört zusammen mit der „Line of beauty“ von William Hogarth (1753) zu den immer wieder beschworenen Charakteristika der Zeichenkunst.

Hä? Zeichen-Kunst?

Tageslektüre

Letztes Jahr habe ich – aus reinem Interesse und nicht aus irgendwelchen religiösen Anwandlungen – die Bibel gelesen. (Einen Blog dazu gibt es auch – verwaist, den Text würde ich auch als pdf zur Verfügung stellen, falls es interessieren würde.) Von Freunden bekam ich die „Jahresbibel“ geschenkt, die die gesamte Bibel über 365 Tage in Häppchen aufteilt. Das war der Garant, dass ich da auch durchgekommen bin.

Ganz bald nach Ende der Bibellektüre ist mir aufgefallen, dass mir das tägliche, feste Lesen fehlt. Also hab‘ ich, auch etwas durch Zufall bedingt, begonnen die Briefe von Proust zu lesen und zugleich auch eine Biograhie zu Luther.

Jetzt ist es so, dass ich in einem Fachbuch pro Tag zehn Seiten und in einem philosophischen oder lyrischem Werk drei Seiten lese. Und zu meiner Überraschung – es funktioniert richtig gut. Wenn ich dann zudem noch auf die Liste schaue, was man dan so weg liest … Respekt.

Es gibt dann immer Tage, an denen ich mir Sorgen mache, was ich denn danach lesen soll, kann, will, … . Und hin und wieder werde ich richtig nervös. Aber das brauche ich echt nicht, denn es ergibt sich. Bis heute las ich eine neue Papstgeschichte, vor zehn Tage stieß ich auf Biogrpahie zu Karl Marx, mit der ich dann morgen beginne. Noch lese ich eine Lyriksammlung, danach kommt Nietzsche und dann, wie mir vor einer Stunde im Internet so vor die Füße fiel, die Sonette von Shakespeare.

Krude Mischung – aber das machts aus.

Nachtrag zum Wandern

zu Fazit II:
Hördauer Hörbuch: 17:15 Stunden
Gesamtdauer Hörbuch: 23:32 Stunden
Anzahl Toter (bisher): mehrere Hundert
Persönliche Anmerkung: Don Winslow ist echt mehr als ein Thriller-Autor, auch wenn er das Genre beherrscht. Aber das eine muss ja das andere nicht ausschließen.

Überrascht?

Von der Wahl?

Nicht im Geringsten.

Immerhin hat es die SPD verstanden und geht in die Oppostition – ansonsten stände sie bei der nächsten Wahl nicht mehr zur Wahl.

Etappe 6 – 35.000 – # 448f

Wahrlich nichts Neues: Nebel motiviert mich nicht. Und weil es so halbnackt in der Küche heute morgn auch nicht wirklich gemütlich war, bin ich einfach eine Stunde früher los – was sich als perfekt herausstellte, denn als ich viereinhalb Stunden später wieder im Bus saß, zog der Himmel endgültig zu.

Die ersten zehn Kilometer gehörten zu den schönsten, mäandernd unter Laubbäumen an einem Bach entlang – leider aber auch so mies ausgechildert bzw. ich so verpennt, dass ich noch querfeldein musste, um die Richtung zu halten.

Dann unsinnige, nervige Umwege, um ja nicht nah genug an Wohnbebauung heranzukommen – und wenn, dann weit und breit kein Bäcker, bei dem ich mir hätte einen Kaffee schießen können, auf den hatte ich die ganze Zeit Lust.

Zu Beginn des zweiten Teils eine Neuerung auf dem Weg: Wanderer! Erst zwei, dann nochmals drei, alle in meine Richtung. Doch den Vorsprung, den sie durch meine Mittagspause erarbeitet hatten, war schnell aufgebraucht, auch wenn ich schnittmäßig heute langsam unterwegs war …

Dann heftig einen Berg hoch (den ich mir im Bett noch vorgenommen hatte zu ignorieren) und von dort eine theoretisch fantastischen Ausblick.

2017-09-23 12.19.21

Das Reizvolle daran: Wenn man sich auskennt, weiß man, von wo ich gestartet bin. Sei’s drum.

Dann die restlichen sieben Kilometer mit wirklich müden Beinen abgespult, aber immerhin ohne Jacke und – bis auf die fernen Autobahngeräuschen – eigentlich auch ganz idyllisch.

Fazit I
Hat Spaß gemacht – ich sollte nur wirklich lernen, richtige Pausen zu machen, denn dann wäre ich in sieben Tagen durchgekommen, denn jetzt fehlen vielleicht noch ca. 15-18 Kilometer. Doch morgen ist definitiv Ruhetag. Die Lücke ist hier schön zu sehen:

Screenshot (3)

Fazit II (in Zahlen)
Gesamtlänge: 139,6 Kilometer
Durchschnittliche Etappenlänge: 19,9 km
Gesamtzeit: 28:54:00 Stunden
Durchschnittliche Etappendauer: 4:07:43
Durchschnittlich km/h: 4,83 (max 5,19, min 4,33)
Höchster Punkt: 590 mNN
Tiefster Punkt: 111 mNN
Höhenmeter insgesamt: 11.832
‚Tiefen’meter insgesamt: 11.963
Durchschnittliche Höhenmeter/km: 88,6 (max. 110,9, min 53)

Fazit III
Mein Respekt für E., der ja mal nach Santiago gelatscht ist (wer nachlesen will: hier), war ja schon immer hoch – aber jetzt ist er angemessen hoch. Wenn ich alleine bedenke, dass der da ein paar Kilo mehr auf dem Rücken hatte und dass er nicht unbedingt ein bequemes Bett gefunden hat. Und überhaupt: Absolut Hut ab!

Etappe 5,25 – 33.000 – # 446f

Wie gestern: Der erste Blicka aus dem Fenster: dichter Nebel. Wie gestern: verschiedene Partien das Körpers sind unlustig, sehr unlustig. Ich auch – und irgendwie denke ich mir: Morgen, morgen läufste dann halt nicht.

Die Verlagerung des Starts um eine weitere Stunde nach hinten zeigt Wirkung – auf dem ersten Kilometer. Dann das altbekannte Bild:

2017-09-22 11.04.29

Aber die kleine Pause gestern hat gut getan, es läuft sich recht gut, was auch daran liegt, dass Steigungen eigentlich keine wirklich zu verzeichnen sind. Dafür ein Reiher, ein Stück gesperrter Weg, den ich intuitiv dadurch umgehe, indem ich mich davor verlaufe und, man will es nicht glauben, wieder keine Wanderer sondern nur Hundebesitzerinnen.

Die verordente Pause nach 12 Kilometer fällt wieder recht kurz aus – macht kein Spaß in der Suppe rumzusitzen. Außerdem wirds mir dann doch kalt und zugig, also nur schnell ein Brötchen, etwas Tee, etwas Schokolade und dann in gemächlichem Tempo weiter. Dann das nicht mehr Erwartete: Sonne!

2017-09-22 13.53.00

Ich komme sogar über meine Lieblingsbrücke und hab auf den letzten Kilometer die dicke Jacke aus. Ist schon unglaublich, wie die Stimmung mit der Sonne steigt. Und kurz überlege ich mir, vielleicht doch 25 zu laufen, aber da ich morgen jetzt doch noch laufen will, bin ich – selten genug in meinem Leben – vernünftig und belasse es bei den 22.

Bis auf den Schluss ein eher unspektakulärer Weg meist am Waldrand entlang, in der Ferne immer mal wieder das Wahrzeichen, bei dem ich gestartet bin und es ist schwer zu glauben, dass es bis dort nur noch 40 Kilometer sein sollen. Sieht immer viel weiter und dann wieder viel näher aus.

Zurück fahre ich mit der Linie, mit der ich auch am ersten Tag zurück gekommen bin, bloß halt die andere Richtung. Schon lustig zu beobachten, mit welchen Linien ich quasi sternförmig weg- und zurückgefahren bin.

Zu Hause noch weitere Sonne auf dem Balkon – statt Erholungsschlaf dann doch lieber nackt noch die Tageslektüre bevor ich mir ein Muskelerholungsbad gönne.

 

Etappe 4,5 – 19.000

Nach dem Aufwachen ein Blick aus dem Fenster: Nebel. Nach dem Aufstehen eine kleine Revolte des Köpres. Achillissehne, Knie und Aduktoren melden sich zu Wort, etwas später Bein- und Rückenmuskulatur. Dennoch, um viertel nach neun bin ich wieder auf der Strecke – und schleppe mich durch den Nebel so dahin. Ich bin einfach, einfach müde.

Anfänglich ist der Weg recht schön, dann geht es lange durch einen Tannenwald – im Nebel noch trostloster. Meine Stimmung ist weder gut noch schlecht – aber Spaß ist etwas anderes. Muß ich mir das unbedingt geben? Was habe ich davon? Worin besteht ggf. eine Notwendigkeit?

Wäre ich wie E. damals auf dem Jakobsweg unterwegs, dann hätten sich die Fragen leicht anders gestellt – aber auch da hätte ich wohl die Etappe dann auch etwas verkürzt. Ich weiß noch gut genug, wie schmerzhaft und vor allem wie langwierig so eine Achillessehnenentzündung sein kann. Daher – und auch wegen der allgemeinen Konsitution – höre ich schon nach 11 Kilometer auf. Damit werde ich bis Samstag die Reststrecke nicht mehr schaffen – aber wen juckts? Mich so ein kleinwenig, zugegeben, wäre schon schön gewesen zu sagen, dass es geklappt hat – aber die 20 Kilometer, die dann fehlen werden, sind echt zu verschmerzen.

Also die nächsten beiden Tagen zwei Mal 15 Kilometer und wenn das Wetter dann mal so ist, wie heute Nachmittag, dann werde ich auch anständige Pausen machen können, da Rumgehocke im Nebel irgendwie nicht mein Ding ist.

Etappe 4 – 32.000 – # 445

Den ersten Teil der Etappe kannte ich ja schon und hab‘ die ersten fünf Kilometer auch richtig Tempo gemacht, weil ich mich erinnerte, dass das ja so eine Flachstrecke ist, auf der man Tempo machen kann. Ja, stimmte – für die ersten fünf Kilometer. Die restlichen 14 waren dan ein beständiges auf und ab. Auch wenn ich am Sonntag ja so richtig einen Berg hoch bin, mehr Höhenmeter wie heute habe ich in den letzten Tagen nicht gemacht. Und das steckte mich am Schluss (und auch jetzt noch) etwas in den Beinen. Morgen muss ich das echt langsamer angehen, denn da liegen 25 Kilometer vor mir.

Wettertechnisch ist es bis heute immer schlechter geworden – zwar für ein, zwei Kilometer Sonnen wie hier …

2017-09-20 09.33.59

… aber das blieb die Ausnahme. Immerhin nicht richtig nass geworden – aber gemütlich ist das Wetter echt  nicht. Gut, morgen soll es ja dann mal was werden.

Reich an Anekdoten heute die Strecke, da durch einen (ehemaligen) Naturpark mit ehemaligen Affenhaus, Mausoleum, Freundesstein und sonstigen Absonderlichkeiten. Im Reiseführer aber nur kurz bei der Rast überflogen – ich kann es mir dann eh nie merken und so eine Heimatpatriot bin ich einfach nicht.

In der Zwischenzeit mehrfach gefragt worden, ob ich das wegen der inneren Stille oder als Meditation oder … mache. Nein! Ich wandere einfach, höre derweil „Das Kartell“ von Don Winslow, lass, wenn ich nicht höre meine Gedanken schweifen – aber das ist wie schon früher beim Sport: Nix tiefgründiges, weltbedenkendes oder gar erkenntnisreiches. Man (und ich) kann einfach ganz doof durch die Natur stapfen.

Etappe 3 – 35.000

Auch der um eine Stunde nach hinten verlegte Start hat nichts am Wetter geändert. Zwar lecke die Sonne etwas öfters durch die Wolken, die ließen aber zum Ausgleich auch immer wieder Tropfen fallen. Jetzt nicht so, dass ich was groß zu berichten hätte, aber Kaputze auf, Kaputze ab war dann schon eine ‚beliebte‘ Beschäftigung.

Auffallend im Gegensatz zu den letzten Tagen, dass ich über keine steinzeitliche Siedlung gestolpert bin und auch nur einen einzigen Greifvogel gesehen habe. Dafür habe ich soviele Pferde gesehen wie wohl noch nie. Ob es da jetzt einen logischen Zusammenhang gibt, wage ich zwar zu bezweifeln … aber weiß ich es denn schon so genau?

Und wieder verlaufen. Beim ersten Mal nur lahme 500 Meter, also nicht der Rede wert, beim zeiten Mal war ich aber echt auf Abwegen. Es begab sich aber, dass ich dadurch eine Art Abkürzung hab‘ nehmen können, wenn auch eine arg steile.

Morgen dann der einzige Abschnitt, den ich in weiten Teilen kenne, wird hügelig, aber nicht so wie heute, wo es doch ganz schön hoch und runter ging.

Etappe 2 – 40.000 – # 444

Unglaublich früh heute gestartet, da ich am späten Nachmittag noch einen langen, langen Termin hatte, den ich nicht verpassen wollten. Also war ich schon um 7:55 Uhr auf der Strecke. Von der Sonne habe ich leider erst auf dem letzten Kilometer was gesehen, ansonsten war es neblig, diesig, grau und überraschend kalt. So mutete mancher Streckenabschnitt wie Irland an (wo ich nie gewesen bin), was ja auch eine ganz nette Vorstellung ist.

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Höhenmetermäßig war das im Gegensatz zu gestern echt pippi – dennoch sind die Beine ganz schön schwer geworden. Aber irgendwie ist man doch dann etwas im Fluss und macht halt eins auf Volkswagen.

Morgen sind es 1,1 Kilometer weniger – aber ich gehe dennoch von fünf Stunden aus. Und: So früh werde ich nicht auf Achse sein.

Etappe 1 – 25.000 – # 443

Da das linke Knie doof macht, den ‚Anlauf‚ um knapp fünf Kilometer verkürzt. Aber diese Strecke kenne ich eh schon in- und auswendig – und das kann ich immer und immer wieder gehen. Blieben für heute also nur noch 15 Kilometer, von denen die ersten zehn auch nicht neu waren – aber es ging wieder auf meinen Lieblings’berg‘ und der ist, egal welches Wetter, einfach beeindruckend. Zwar nur knapp 600 Meter hoch, aber ohne Bäume sondern nur Gras und drei aufragende Felsen, die einfach etwas Mystisches an sich haben. Eine Art ‚Hochebene‘, die man erklimmen muss, dann aber auf hügeligem Niveau über der Landschaft schwebt. Zu allem Überfluss dann noch das Geläut von Glocken und ich mit mir in heftiger Diskussion über Gott oder Nicht-Gott bzw. Möchte-gern-Gott und möglichen Schöpfergeist.

Ein Kaffee für 2,40 und auf dem nächsten Kilometer das Brötchen mit Lyoner. Ab da auch für mich dann auch neues Gelände.

Als ich das aller erste Mal mit dem Zug hier her gefahren bin als junger Mensch war mir schon klar, dass die Umgebung dieser Stadt toll ist – aber da ohne Auto lerne ich sie erst jetzt, Klammer auf, Jahrzehnte später, Klammer zu, kennen.

Kurz vor dem Endpunkt ein Parkplatz. Und wie das so ist. Mir war vollkommen klar, dass ich da schon war und das mein (damals zukünftiger) Mann vom Rande ein Buchenzögling ausgegraben hat, der heute auf dem Balkon also Bonsai ‚wächst‘. Aber warum wir da waren, wie und überhaupt … Null Ahnung. 300 Meter weiter war es klar: Vor Jahren waren hier mal mit Bekannten schwimmen (ein eher nerviges Unterfangen). Und wenn ich suchen würde, gäbe es auch Bilder von mir da im Wasser – aber wer will das schon sehen? Daher die akuelle Aufnahme mit dem Handy (weil Foto ist ja nicht, wegen Akku, siehe erste Link):

2017-09-17 11.57.04

Wer genau hinschaut, sieht gegenüber zwei Personen stehen. Die habe ich erstmal nicht weiter beachtet, bis es plumps machte. Das ca. Siebenzehnjährige hat doch tatsächlich ein Bad im See genommen und zwar – wie später zu sehen war – nackt! So kurz vor dem Ende einen Knackarsch zu sichten, derweil Tee schlürfend und die Sonne genießen … hat was.

Morgen dann die ultimative Belastungsprobe: 24 Kilometer – aber notfalls gibt es genügend Ausstiegspunkte, um mit der Bahn / Bus zurückzukommen und A. ist zufällig auch im Lande, der sich vorhin angeboten hat, Rettung zu spielen, wenn ich ihn anrufe.

rotto

Jetzt ist auch der letzte der vier Akkus hin. Davor hat es das Objektiv gekostet. Das Handy ist auch nur noch mit gutem Zureden dazu zu bewegen, etwas zu machen, mein Paar Lieblingsschuhe gehen definitv unrettbar aus dem Leim und mein linkes Knie war auch schon mal schmerzfreier.

Ungesellig

Ich bin heute echt misanthropisch drauf. Und was ist? Erst haut mich der SPD-Kandidat von der Seite an, dann labert mich eine Frau in der Bank zu, dann meint der CDU-Kandidat mit mir unbedingt Kontakt aufnehmen zu wollen, woraufhin die nächste Passantin mich als Stadtplan nutzt.

Jede*r wie will – # 442

P. mit seiner Tochter kommt. Zu unterschiedlichen Zeitn. So gibt es für P. und uns Steinpilzarvioli mit Petersilien-Salbei-Butter, davor den ersten Feldsalat, danach Griesschnitten mit Zimtzucker und für das Fräulein Tochter auf Wunsch Pfannenkuchen mit Birnenkomoptt.

2017-09-15 17.24.37

A … B …

Wenn ich so aus dem Fenster schaue, sollte ich vielleicht mir einen Plan B für das hier überlegen.

Gut gefragt

Solch ein Gott kann es nicht geben. Auf der einen Seite erschafft er die Welt so, wie sie ist, was ja im Glaubensbekenntnis betont wird. Gleichzeitig hat er solch einen Pfusch geschaffen, dass er seinen eigenen Sohn in einem etwas komplizierten Manöver mit Hilfe einer Jungfrau auf die Welt gebracht hat, der dann in solidarischem Auftreten und Handeln sich an die Seite der leidenden Menschen gestellt und alle Mühen und Leiden durchlitten hat, die andere auch erleiden, und dadurch die Welt erlöst hat. Was soll das für ein allmächtiger Gott sein, der erst eine Welt schafft, die dann aber so schlecht ist, dass sie vom eigenen Sohn wieder erlöst werden muss?

Heiner Geißler (1930-2017) in seinem letzten Interview.
Süddeutsche Zeitung, 13. September 2017, Seite 11

 

bla und blub

Derzeit – mal wieder – etwas dünnheutig. U. meinte gestern im Chat, ich sollte „mehr Raum einfordern“. Nett gesagt. Aber ich eigne mich irgendwie nicht für Kampfkommunikation. Mag ein Fehler sein – aber dem anderen zu Zuhören zu zwingen, während derjenige nur darauf wartet, wieder selber sprechen zu können? Aufmerksamkeit kann man vielleicht noch als Lehrer erzwingen.

Alt Herren

Zu meinen besten sportlichen Zeiten, also zu den allerbesten – und die sind schon ein paar Jahre her – hab‘ ich zweimal die Woche eineinhalb Stunden Circle-Training gemacht. Das war, so die einhellig Meinung von uns durchaus sportlichen Jungs, immer dann erfolgreich, wenn wir unter die Dusche die Haare nicht mehr waschen konnten, weil wir einfach die Hände nicht mehr an den Kopf bekommen habe. Danach musste ich noch fünf Kilometer zurück mit dem Rad und, je nach Trainigsplan, noch 10 oder 15 Kilometer laufen, denn damals war ich leicht verrückt und trainierte so an die 100 Kilometer (bei durchschnittlich 4:20 / km) in der Woche. Wie gesagt, das war zu meinen allerbesten Zeiten!

Mein Mann hat mich heute zum Sport mitgenommen, weil ich ja kaum noch was machen außer etwas Rad fahren und viel gehen. Das beansprucht, logischerweise, weder Schulter- noch Bauchmuskeln wirklich. OK, ich bekomme die Hände jetzt schon noch an die Haare – aber ansonsten sehe ich gegenüber den alten Herren wirklich alt aus.

In welche Altersklasse ich mich einzuordnen habe wurde mir dann klar, als die argentische Drill-Agentin gegen Ende zu „Mobilitätsbewegungen“ überging – den Begriff kenne ich nur aus dem Altenheim.

Etwas müde – # 442

Gegen 4 ins Bett gekommen, um 9 dann wieder auf, am frühen Nachmittag eine Stunde geschlafen. Ich mag diesen Zustand der Übermüdung dann schon, weil er mich fokussiert. Abendessen mit Mann, J., meiner Patentochter S. und ihrer Freundin M. Mein Gulasch – Eigenlob stimmt – gehört echt zu den besten, die ich je gemacht habe, schiebe es aber auf das fantastische Fleisch vom Metzger nebean (wobei der Kilopreis bei ihm gegenüber dem Discounter vier Euro billiger (!) war). Immer dann, wenn ich meine nächste Frage nicht anbringen konnte – war ich wegen der Übermüdung die Gelassenheit selbst, habe gewartet, bist wieder Luft war, und dann meine Frage gestellt. Und immer wieder muss ich erkennen: Ich hab’ne echt klasse Patentochter! Die ist nicht nur nicht auf den Kopf gefallen, sondern kann auch Fragen stellen!

2017-09-09 22.41.42

Wegen Dienst gestern schon „Pate I“ verpasst, jetzt zu spät für „Pate II“ gekommen – aber somit weiß mein Mann, was ich mir zu Weihnachten wünsche. Jetzt sag‘ bloß einer, ich sei nicht pflegeleicht!

Rückblende

Der Beitrag HIER von mir aus dem September vergangenen Jahres gefällt mir einfach nach wie vor in seiner Schlichtheit gut.

Und wenn ich das HIER, ebenfalls von vor einem Jahr lese, dann gut zu wissen, dass ich Buch Nr. 1 & Nr. 3 in der Zwischenzeit gelesen habe, Nr. 4 mich nicht mehr richtig interessiert und Nr. 2 ich wohl mir morgen besorgen werde (nachdem ich ja letztens einen Gutschein geschenkt bekommen habe).

Der Welt ein Gesicht geben!

Hier.

Affentheater

Schon übel, wenn dann die Nase nicht mehr passt. Vor Jahren ist es mir passiert, dass der Chefin meine Nase nicht mehr passte und die ganze Scheiße dann darin mündete, dass ich entlassen worden bin. Jetzt trifft es meinen Mann. Drei Wochen nach der Kur ist die Kacke wieder so am dampfen, als sei nicht auch nur ein einziges Gespräch dazwischen gewesen. Immerhin ist sein Chef jetzt so ‚ehrlich‘ und lässt wohl hinter vorgehaltener Hand verlauten, dass er ihn los haben will.

Ich kann meinen Mann echt nur darin bestärken, es nicht als Problem zu nehmen, sondern das Problem der anderen zu sein.

157,8 km

Die Planung steht, jetzt muss dann nur noch das Wetter mitmachen. Ich habe mir die knapp 160 Kilometer in sieben Etappen aufgeteilt, von 16 bis 27 Kilometer ist alles dabei – gleichmäßiger ging einfach nicht. Werde noch versuchen irgendwoher einen etwas größeren Rucksack als den, den ich habe, mir zu b(es)orgen – und dann kann es eigentlich los gehen. Etappe 1 und Teile von Etappe 4 kenne ich zwar schon – aber das macht so gar nichts, denn bei Etappe 1 komme ich auf meinem Liebelingsberg und Etappe 4 war angenehm zu laufen. Wie ich das hier vernudeln werde weiß ich noch nicht so richtig – aber bis zum Start in zehn Tagen ist ja noch etwas Zeit.

Nur noch wenig warten

Vorhin richtete mir die Mutter von J. aus, dass er – nach längerem Überlegen – nun doch Lust hat, dass ich ein paar Portraits von ihm schieße. Freut mich sehr, denn er ist mit seinen knapp 16 Jahren wirklich einer der schönsten ‚Knaben‘, die ich je zu Gesicht bekommen habe.

Vielleicht wird ja auch eine Reihe draus.

WMDEDGT 9/17

Wie jeden Monat: Frau Brüllen fragt und ich mache wieder mit.

6:42 – Der Wecker klingelt. Soll er – ich höre ihn aber nicht.
6:59 – Mein Mann fragt höflich nach, ob ich vorhabe zu verschlafen. Nein.
7:00 – Verschiedene Parallelisierungsaktionen im Bad.
7:18 – Mit einer halben Tasse Tee im Bauch stehe ich an der Straßenbahnhaltestelle.
7:38 – Ich sitze am Schreibtisch und schaue auf das leere Mailpostfach. Ergo: Nichts zu tun. In ein Excelmanuskript deponiere ich meinen E-Reader und verbringe den Morgen mit Ausflüge in mir noch unbekannten Weiten von Excel und lese Adrian McKinty ersten Roman „Der sichere Tod“ zu Ende.
12:12 – Fluche ich leise auf meinem Mann, der sich nach wie vor gegen eine Mikrowelle sträubt. Dabei wäre das Aufwärmen des Auflaufes mit so einer Maschine schneller, günstiger und im Ergebnis auch heißer, als mit dem ollen Backofen. Der Zeitungsträger war heute so nett und brachte auch noch die NZZ mit – was lieb‘ ich sie.
12:55 – Ein kurzer Mittagsschlaf ist angesagt, ich stelle meinen Wecker auf 20 Minuten.
14:55 – Ich wache auf!
15:05 – Meine tägliche freiwillige Pflichtlektüre. Mit „Das Trinkgelage“ von Platon werde ich fertig, dann noch elf Seiten in der Papstgeschichte „Pontifex“ von Volker Reinhardt. Dazu Tee und Schokolade.
16:00 – Etwas unschlüssig, dann beginne ich doch meine Kurzbesprechungen zu den von mir gelesenen Büchern zu schreiben. Immerhin, auch die 1.000ste schreibe ich heute, ein bisschen Stolz. Die 1.001ste handelt dann vom neuen John Grisham („Das Original“), was ich dann mal kurz für mich in den Boden stampfe. Ich schreibe: „Das ist einfach: Schwach, schwach, schwach. Langweilig, langweilig, langweilig. Durchschaubar, durchschaubar. Ohne jede Spannung, klischeehafte Figuren. Dazu fehlt es an psychologischem Verständnis und Logik. Kurz: Schwach, schwach, schwach – ein einziges Ärgernis und reine Zeitverschwendung.“ (Und das ist jetzt eher nett und wohlwollend beschrieben – normalerweise sind meine Besprechungen auch a) länger und b) persönlicher.)
17:13 – So dies und das. Nackte Männer gucken, Mails gucken, noch’n Tee trinken, SMS gucken, in die Luft gucken …
17:45 – „Das bisschen Küche …“ – immerhin die Brote für morgen schon mal schmieren, wenn ich nachher um kurz nach 23 Uhr heim komme, werde ich keine Lust haben und morgens ist mir jede Minute für Tee und Zeitung wichtig.
18:15 – In der Zwischenzeit ist der Mann auch mal zu Hause, wir essen das Aufgewärmte von Gestern, gucken etwas fern, unterhalten uns und prosten uns mit (alkoholfreiem) Bier zu. Später Nachrichten.
19:20 – Mache mich die gut vier Kilometer zu Fuß auf, um pünktlich zu Verein 1 zu kommen.
19:55 – Kurze Dienstübergabe
23:03 – Der Bus ist pünktlich
23:20 – Etwas abschimmeln, das Un(ter)bewußte braucht noch ne Stunde, bis es mich ins Bett gehen lässt.

Es geht immer mehr

Am Nachmittag zufällig W. getroffen. Unterhalten uns ein bisschen. Ich erzähle nicht ohne Stolz von meiner Wanderung am Samstag – immerhin 27 (!) Kilometer.

Daraufhin erzählte er von seiner Wanderung, auch am Samstag. Seine Frau sei sogar mitgegangen. Gestartet seien sie an der Endhaltestelle von der einen Linie und gelaufen seien sie … und dann glaube ich meinen Ohren nicht zu trauen. Das, was ich in insgesamt von drei Etappen erreichen will, das laufen die mal so locker an einem (!) einzigen Tag! Und das sind, sämtliche Abkürzungen miteingerechnet, gute 65 Kilometer.

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