WMDEDGT 9/17

von Bert

Wie jeden Monat: Frau Brüllen fragt und ich mache wieder mit.

6:42 – Der Wecker klingelt. Soll er – ich höre ihn aber nicht.
6:59 – Mein Mann fragt höflich nach, ob ich vorhabe zu verschlafen. Nein.
7:00 – Verschiedene Parallelisierungsaktionen im Bad.
7:18 – Mit einer halben Tasse Tee im Bauch stehe ich an der Straßenbahnhaltestelle.
7:38 – Ich sitze am Schreibtisch und schaue auf das leere Mailpostfach. Ergo: Nichts zu tun. In ein Excelmanuskript deponiere ich meinen E-Reader und verbringe den Morgen mit Ausflüge in mir noch unbekannten Weiten von Excel und lese Adrian McKinty ersten Roman „Der sichere Tod“ zu Ende.
12:12 – Fluche ich leise auf meinem Mann, der sich nach wie vor gegen eine Mikrowelle sträubt. Dabei wäre das Aufwärmen des Auflaufes mit so einer Maschine schneller, günstiger und im Ergebnis auch heißer, als mit dem ollen Backofen. Der Zeitungsträger war heute so nett und brachte auch noch die NZZ mit – was lieb‘ ich sie.
12:55 – Ein kurzer Mittagsschlaf ist angesagt, ich stelle meinen Wecker auf 20 Minuten.
14:55 – Ich wache auf!
15:05 – Meine tägliche freiwillige Pflichtlektüre. Mit „Das Trinkgelage“ von Platon werde ich fertig, dann noch elf Seiten in der Papstgeschichte „Pontifex“ von Volker Reinhardt. Dazu Tee und Schokolade.
16:00 – Etwas unschlüssig, dann beginne ich doch meine Kurzbesprechungen zu den von mir gelesenen Büchern zu schreiben. Immerhin, auch die 1.000ste schreibe ich heute, ein bisschen Stolz. Die 1.001ste handelt dann vom neuen John Grisham („Das Original“), was ich dann mal kurz für mich in den Boden stampfe. Ich schreibe: „Das ist einfach: Schwach, schwach, schwach. Langweilig, langweilig, langweilig. Durchschaubar, durchschaubar. Ohne jede Spannung, klischeehafte Figuren. Dazu fehlt es an psychologischem Verständnis und Logik. Kurz: Schwach, schwach, schwach – ein einziges Ärgernis und reine Zeitverschwendung.“ (Und das ist jetzt eher nett und wohlwollend beschrieben – normalerweise sind meine Besprechungen auch a) länger und b) persönlicher.)
17:13 – So dies und das. Nackte Männer gucken, Mails gucken, noch’n Tee trinken, SMS gucken, in die Luft gucken …
17:45 – „Das bisschen Küche …“ – immerhin die Brote für morgen schon mal schmieren, wenn ich nachher um kurz nach 23 Uhr heim komme, werde ich keine Lust haben und morgens ist mir jede Minute für Tee und Zeitung wichtig.
18:15 – In der Zwischenzeit ist der Mann auch mal zu Hause, wir essen das Aufgewärmte von Gestern, gucken etwas fern, unterhalten uns und prosten uns mit (alkoholfreiem) Bier zu. Später Nachrichten.
19:20 – Mache mich die gut vier Kilometer zu Fuß auf, um pünktlich zu Verein 1 zu kommen.
19:55 – Kurze Dienstübergabe
23:03 – Der Bus ist pünktlich
23:20 – Etwas abschimmeln, das Un(ter)bewußte braucht noch ne Stunde, bis es mich ins Bett gehen lässt.