Etappe 6 – 35.000 – # 448f

von Bert

Wahrlich nichts Neues: Nebel motiviert mich nicht. Und weil es so halbnackt in der Küche heute morgn auch nicht wirklich gemütlich war, bin ich einfach eine Stunde früher los – was sich als perfekt herausstellte, denn als ich viereinhalb Stunden später wieder im Bus saß, zog der Himmel endgültig zu.

Die ersten zehn Kilometer gehörten zu den schönsten, mäandernd unter Laubbäumen an einem Bach entlang – leider aber auch so mies ausgechildert bzw. ich so verpennt, dass ich noch querfeldein musste, um die Richtung zu halten.

Dann unsinnige, nervige Umwege, um ja nicht nah genug an Wohnbebauung heranzukommen – und wenn, dann weit und breit kein Bäcker, bei dem ich mir hätte einen Kaffee schießen können, auf den hatte ich die ganze Zeit Lust.

Zu Beginn des zweiten Teils eine Neuerung auf dem Weg: Wanderer! Erst zwei, dann nochmals drei, alle in meine Richtung. Doch den Vorsprung, den sie durch meine Mittagspause erarbeitet hatten, war schnell aufgebraucht, auch wenn ich schnittmäßig heute langsam unterwegs war …

Dann heftig einen Berg hoch (den ich mir im Bett noch vorgenommen hatte zu ignorieren) und von dort eine theoretisch fantastischen Ausblick.

2017-09-23 12.19.21

Das Reizvolle daran: Wenn man sich auskennt, weiß man, von wo ich gestartet bin. Sei’s drum.

Dann die restlichen sieben Kilometer mit wirklich müden Beinen abgespult, aber immerhin ohne Jacke und – bis auf die fernen Autobahngeräuschen – eigentlich auch ganz idyllisch.

Fazit I
Hat Spaß gemacht – ich sollte nur wirklich lernen, richtige Pausen zu machen, denn dann wäre ich in sieben Tagen durchgekommen, denn jetzt fehlen vielleicht noch ca. 15-18 Kilometer. Doch morgen ist definitiv Ruhetag. Die Lücke ist hier schön zu sehen:

Screenshot (3)

Fazit II (in Zahlen)
Gesamtlänge: 139,6 Kilometer
Durchschnittliche Etappenlänge: 19,9 km
Gesamtzeit: 28:54:00 Stunden
Durchschnittliche Etappendauer: 4:07:43
Durchschnittlich km/h: 4,83 (max 5,19, min 4,33)
Höchster Punkt: 590 mNN
Tiefster Punkt: 111 mNN
Höhenmeter insgesamt: 11.832
‚Tiefen’meter insgesamt: 11.963
Durchschnittliche Höhenmeter/km: 88,6 (max. 110,9, min 53)

Fazit III
Mein Respekt für E., der ja mal nach Santiago gelatscht ist (wer nachlesen will: hier), war ja schon immer hoch – aber jetzt ist er angemessen hoch. Wenn ich alleine bedenke, dass der da ein paar Kilo mehr auf dem Rücken hatte und dass er nicht unbedingt ein bequemes Bett gefunden hat. Und überhaupt: Absolut Hut ab!