Durch die Zeit

Monat: Oktober, 2017

Abgang

Nun endlich begonnen, Bücher vor die Tür zu stellen. Verkaufen lohnt sich ja echt nicht. Wer will schon was für ein ‚gebrauchtes‘, d.h. ein einmal gelesens Buch geben? Kaum etwas ist wohl einem höheren Wertverfall anheim gegeben als das ‚Kulturgut Buch‘ – jede Porno-DVD hat es da besser.  Ich hatte ein paar (Buch- nicht Porno-!)Portale im Internet ausprobiert, aber die Preise, die man bekommt, sind einfach lächerlich, dafür lohnt sich nicht der Aufwand. Immerhin, ein paar sind schon weg – und was dann auf der Straße nicht weg geht, kommt halt ins Altpapier. Die deutschen Antiquariate werden mir es danken.

Von vor 30 Jahren

30.10.1987

Im Philosophie-Seminar freudiges Erschrecken. Erschrecken, weil da dreißig Leute rumsaßen, Freude, da mein blondes Jüngelchen sich wieder gezeigt hat. Fragte ihn nach der Stunde, warum er im letzten Semester dann nicht mehr gekommen ist (war krank). Machte ihm schöne Worte. Was das Spiel soll, weiß ich nun auch nicht, aber es tut bisher niemand weh.

Wie macht ihr das?

Heute hat es mich etwas überkommen und ich habe – auch in Hinsicht auf den bestehenden Umzug – mal fast drei Regalmeter Papiere (Unimitschriften, Zeitungsausschnitte, irgendwelche Magazine, …) dem Altpapiercontainer übergeben. Logischerweise bin ich auf ein paar Aktenordner und ein paar Kartons (persönlicher) Briefe aus den ersten 30 Jahren meines Lebens gestoßen.

Wie macht ihr das mit persönlichen Briefen? Schleifchen drum und ab in die Kiste auf den Dachboden für die Enkel zum Entdecken – oder nach einer Anstandsfrist in den Papierkorb?

Günter Kunert: Frist

Und Sonne war und fiel heiß auf sie nieder
Und fiel auf mich der ich doch bei ihr war.
Die Wellen gingen fort und kamen wieder
Zurück voll Neugier zu dem nackten Paar.

Ein wenig Fleisch auf soviel Sandgehäufe
Ein wenig Frist in ziemlich viel Unendlichkeit
Ein wenig Leben und zwei Lebensläufe
Darüber Sonne und darunter Dunkelheit.

 

Lfm., oder: Fluch der Literatur

Mein Mann würde lieber gestern schon umgezogen sein als heute. Er plant stündlich die neue Wohnung komplett um, das Internet läuft heiß, weil sämtliche Möbelhäuser mit Anfragen bombadiert werden.

In diesem Zuge dann wenigstens mal errechnet, was ich denn so an Regalmeter im neuen Zimmer brauchen werde, um meine bisherigen Bücher, die seit Studentenzeiten in Weinkisten lagern, unter zu bringen: 41,5 Meter. Und dann brauche ich ja noch Zusatzmeter für den Zuwachse (den groß weiter kann ich mich kaum noch trennen). Und es scheint sich eine Möglichkeit für ca. 18 Meter noch aufzutun – das wird dann gerade so für die nächsten Jahre reichen, denn der Inhalt der beiden schwarzen Regale möchten ja auch noch untergebracht sein.

Wie immer: Mehr Fragen als Antworten

Was bringt es eigentlich, nett zu sein?

Ist geben denn wirklich seeliger denn nehmen?

Und wo ist eigentlich der Auszahlungsschalter für das Gefälligkeitskonto?

Der Blick will sich heute einfach nicht weiten.

Musil – Musik – Sex

Nächsten Monat lese ich mit C. zusammen Musil. Solangsam sollten wir ja mal anfangen zu planen. Aber ganz langsam. Erstmal Gedanken machen über die Musik, die C. spielen könnte. Ich erinnere mich, dass Clarisse und ihr Mann im Roman Klavier spielen – aber was? Wagner, wie ich dann im Roman finde. Und was finde ich noch? Ein Aktbild von mir, ein ganz frühes aber. Und wenn ich das jetzt richtig kombiniere, ist das von 1990, als ich den Roman das zweite Mal gelesen habe (aber anscheinend nicht fertig geworden bin), auf dem Berghaus, wo ich eine herrliche Woche mit M. verbracht habe – mehr Sex in einer Woche geht jedenfalls kaum (was nun wiederum nachvollziehbar erklären würde, warum ich nicht durchgekommen bin).

Only for keloph – # 460

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Ging einfach nicht besser. Diese modernen Hosen machen in dieser Hinsicht überhaupt keinen Spaß! Aber es gibt sicher bald mal eine Gelegenheit …

Spannend

(OK, mit dem Topic habe ich die erste Leserin, S., schon mal so gut wie verloren. Sollte ich jetzt noch „interessant“ hinzufügen oder etwas von „hinfühlen“ schreiben, dann könnte es gut sein, dass sie nie wieder hier liest – aber beides wird jetzt nicht vorkommen: Versprochen!)

Aber es war heute Abend wirklich echt spannend, die Dynamik der Familie der Schwester meines Mannes beim Abendessen zu beobachten:

  • Schwester, die sonst das Wort führt, ist meist mit dem Computer beschäftigt, um hier Hörbücher runterzuladen, weil wir das bessere Netz haben als sie auf dem Land. Gegen Ende eine mittlere Philippika gegen die beiden „faulen“ Töchter. Sonst nur ein einziges Thema von ihr, was aber nur sie betraf.
  • Der Ehemann der Schwester aufgeräumt wie noch nie, ist zu Witzen aufgelegt, kann auch mal die Klappe halten und ist nicht bemüht wie sonst, sich mitzuteilen, holt sich selbstständig den alkoholfreien Sekt aus dem Kühlschrank (und nippt nicht nur wie sonst am Wasser), kippt sich einen kleinen Schnaps hinter die Binde und ist in erster Linie den beiden Töchtern zugewandt.
  • Tochter 1: Sobald sie etwas sagt, schweigt der Rest der Familie und hört aufmerksam, wohlwollend und bestätigend zu. Egal welchen Scheiß sie produziert und egal, dass die vorgelesenen witzigen (?) Sprüche aus dem Internet nach dem 15. keinen mehr interessiert. Aber wer sich halt geritzt hat, die hat halt, so wie es scheint, Narrenfreiheit.
  • Tochter 2: Versteckt sich hinter dem Handy, reagiert auf konkrete Fragen sehr offen und mitteilsam, ist ansonsten unscheinbar passiv.

Alle essen, als ob es die letzten vier Tage nichts zu essen gegeben hätte. Um den Nachttisch gibt es zwar keinen Streit, aber ich weiß nun, wie ‚Verteilungskämpfe‘ aussehen (dabei sind mir die Griesschnitten echt nicht gut gelungen).

Mir fallen eine Reihe von Dingen auf und ich frage mich u.a.: Darf ich als schwuler Mann ohne Erziehungserfahrung die Eltern auf das ein oder andere ansprechen? Darf ich als Aussenstehender anmahnen, dass Tochter 2 gerade in meiner Wahrnehmung quasi ‚unter den Tisch‘ fällt? Darf ich anmerken, dass Ritzen eine Funktion hat und der Verzicht auf’s Ritzen nicht bedeutet, dass jetzt alles super ist?

Ich bin mit Nichten Familientherapeut oder Therapeut oder sowas (und habe nur Urspungsfamilienerfahrung, nicht eigene Familienerfahrung). Ich bin aber dann doch einer mit gewissen semiprofessionellen Erfahrungen im zwischenmenschlichen Bereich und hab‘ mir in den letzten sechs Jahren zumindest ein (wie ich finde: gutes) Gespür für ‚Knackpunkte‘ in unzähligen Gesprächen erarbeitet.

Frage also: Darf ich mich einmischen? Soll ich mich einmischen? Muss ich mich einmischen?

 

Tag Nacht Tag Nacht Tag …

Mal wieder mir dir Nacht um die Ohren geschlagen. Eigentlich für nix. Nach diesmal neun Stunden frage ich mich ernsthaft, was das eigentlich soll.

Dafür um 7 schon ins Bett für drei Stunden, statt erst am Nachmittag. Zwar nicht gut geschlafen, das war eher so ein dämmern, aber meinen Traumfreund mal wieder getroffen. Mit dem bin ich zwar nicht zusammen, aber wir freuen uns immer sehr, wenn wir uns sehen und ich glaube, da passiert noch was mit uns, so nahe wir uns heute aneinandergekuschelt haben.

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