Scheint mein Lebensthema zu sein

von Bert

Abteilungssitzung. Alle (!) sind pünktlich (!!!) – also bis auf den Chef. Nach ein paar Minuten beschließt das ‚Team‘, schon mal mit dem ein oder anderem Punkt anzufangen. Die Redebeiträge dauern genauso lang wie mit Moderation des Abteilungsleiters.

Der kommt sich entschuldigend etliche Minuten später und lässt sich kurz auf den Stand der Dinge bringen, will also wissen, was schon abgearbeitet ist. Zu Punkt X sagt er dann – und ich zitiere hier nun wirklich wörtlich: „Zu dem Thema möchte ich nur kurz etwas hinzufügen (sic!), nämlich dass … “ und was folgt ist inhaltsidentisch mit dem, was der Kollege 15 Minuten vorher ausführlichst vorgestellt hat.

Den Rest der Sitzung habe ich mir die Frage gestellt, warum es mich so irrsinnig nervt, wenn man mir Zeit stiehlt. Bei den Kopfschmerzen, die ich seit drei Tagen nahezu beständig habe, könnte ich ja auch einen tödlichen Hirntumor haben – dann würde ich mir sowas nicht mehr antun. Aber warum tut man sich das ohne Hirntumor dauernd und scheinbar freiwillig an? Hat man denn wirklich soviel Zeit für soviel Schrott, für soviel Redundanz? Ob mit oder ohne Tumor – die Lebenszeit ist definitv begrenzt und baucht’s da wirklich diese Zeitvernichter, die einem nicht einmal unterhalten, schöne Gefühle machen oder sonst wie positiv besetzt sind?