P.W.

von Bert

So langsam bekomme ich echt eine Ahnung, wie man sich in eine Filmfigur verlieben kann. Bald seit einem Monat schaue ich ja „Orange is the new black“ und hab‘ mich auf den ersten Blick in Poussey Washington (gespielt von Samira Wiley) verguckt. Ich bin ja wohl echt nicht der einzige, der schöne Menschen gerne anschaut, aber das geht über die Faszination von Schönheit echt schon ne Ecke weit drüber. Es ist echt selten, finde ich, dass man Menschen sieht, die einen von Grund auf einfach faszinieren und bei denen der Verstand einfach ausetzt und nur noch Herz (und Schwanz) ’sprechen‘. Solche Leute können einem in der ersten Zeit auch jeden Bullshit erzählen – der ist dann immer noch besser als jede Idee von Kant, Aristoteles und Nietzsche zusammengenommen.  Ich habe nahezu Herzklopfen bekommen, als in einer Szene Poussey ein Rilke-Gedicht auf deutsch vorlesen will (immerhin spricht sie auch in einer Szene im Original deutsch) – leider ist davor ein Schnitt. Das konnte man dem amerikanischen Publikum dann doch nicht zumuten (und auch das deutsche hätte gelangweilgt gegähnt). Es war ein richtig ehrfürchtiges Schauen, wenn sie die Mattscheibe betrat und jede Szene, aber auch jede in der sie mitspielte, war viel zu kurz.

Nun ist Poussey tot.

Gestern war der erste Tag, an dem ich keine Minute von der Serie gesehen habe, obwohl ich ausreichend Zeit gehabt habe.