Durch die Zeit

Monat: Januar, 2018

Eine Mail – fünf Köpfe

Fünf Leute über eine Mail gebeugt. Überlegen, wie man darauf am Besten antworten könnte. Wägen ab. Argumentieren. Geben zu Bedenken. Nach einer Stunde wird das Ergebnis betrachtet und für gut befunden.

Offen bleibt, ob die Antwortmail je gelesen wird. Offen bleibt, ob es überhaupt eine Antwort geben wird.

Aber wir machen das, denn genauso gut könnte sie gelesen werden, könnte es zu einer Antwort kommen, könnte es zu einem hilfreichen Kontakt kommen.

Heute war es das erste Mal, dass ich auf uns irgendwie ein bisschen stolz war.

Wann …

… kommt endlich mal wieder die Zeit, wo ich einfach ‚Eule‘ sein darf und nicht ‚Lerche‘ sein muss???

Im Studium gab es mal drei Jahre, da konnte ich in meinem Rhythmus leben – und das war einfach gut!!!

Aber ansonsten werde ich gezwungen gegen meine innere Uhr zu leben. Kann das gesund sein?

Auch wenn ich nicht Romane schreiben kann – aber ein bisschen Proust steckt daher in mir auch.

#470

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Für mich für Sommer

Heute Nr. 3 neben mir gehabt, die zuhörte, um von mir zu lernen. Und da ich selber vor sieben Jahren diese Phase im Grunde die allerwichtigste fand (und denen, denen ich zuhören durfte, immer noch dankbar bin), habe ich für die ZuhörerInnen ein kleines ‚Konzept‘ entwickelt. Will heißen, ich habe mir ein paar (geschickte?) Fragen überlegt, zu denen sie Stellung nehmen sollen, um in der Praxis die in der Theorie exerzierten wichtigen Momente zu üben. Die erste Frage, total simpel, ist beispielsweise: „Was hast Du gehört an harten Fakten?“. Die zweite: „Was hast Du an Themen (heraus)gehört?“. Ich finde, diese Fragen sind klar und deutlich. Spätere Fragen wie „Was sagte der Bauch“ sind schwer zu beantworten, weil der Bauch manchmal ja auch schweigt.

Interessanterweise haben Nr. 2 und Nr. 3 auf die ersten drei Fragen das geantwortet, was auf die nicht gestellte Frage „Was habe ich gut gemacht?“ Antwort gewesen wäre. Und als es darum ging, die gehörten Themen zu reflektierten, waren beide äußerst schnell dabei in ihrer eigenen Geschichte einen Fall zu suchen, der so „ähnlich“ war, um dann davon zu sprechen.

Nr. 1 dagegen unterwarf sich meinem ‚Konzept‘ und überraschte mich echt, da er wirklich zuhören kann.

Ähnlich spannend, wenn ich dann das Gespräch aus meiner Erfahrung kommentierte. Nr. 2 und Nr. 3 waren da schon längst bei ihren eigenen Geschichten angekommen, während Nr. 1 ggf. nachfragte und auch eigene Geschichte verknüpfte, aber immer eingeleitet mit der Frage: „Meinst Du, das ist so ähnlich wie …?“

Nr. 1 ist männlich, Nr. 2 und Nr. 3 weiblich. Und da sage man jetzt bitte nicht, dass Männer nicht zuhören können.

Flott, flott, flott

Das ist nun, wenn ich ich richtig nachgezählt habe, meine 12. Wohnung. Und die dritte, in der ich über einen Keller verfüge, der den Begriff auch verdient. In der letzten Wohnung war es eher ein historisches Lehm-Feucht-Biotop, wo auch alles kaputt gegangen ist, was wir – aus Doofheit – da reingestellt haben.

Meine ersten Erinnerungen an den ersten Keller sind natürlich kindheitsmäßig mit Angst verbunden, weil man ja nie wußte, ob a) ein schwarzer Mann wartet oder man b) dort eine Leiche finde. Kurz nach dem wir ausgezogen sind, hat man da auch eine Leiche gefunden, der Sohn von unten links hat sich dort aufgehängt.

In der nächsten Wohnung gab es einen gigantisch großen Keller, der eigentlich ein Hobbyraum war und einen Haushaltskeller. Den fand ich eigentlich immer noch am besten. OK, in dem anderen konnte man sich mal in aller Ruhe und Wärme einen runterholen, aber im Haushaltskeller stand das ganze eingemachte Obst, was ich über die Jahre komplett vernichtet habe und später die guten Weine meines Vaters.

Doch oft ist man da nicht wirklich hin.

Jetzt bin ich eigentlich täglich im Keller. Denn a) ist dort die Waschküche (was ich ja richtig toll finde und auf was ich mich so richtig freue ist, dass ich im Sommer die Wäsche im Hof auf der Wiese aufhängen kann! Und ich werde alles tun, dass sämtliche Unterwäsche so hängt, dass die meisten Leute erröten können) und b) der eigentliche Keller. Der dient derzeit als Zwischenlager für die Müllkippe, aber auch die Weine und Biere sind dahin gelangt. Also geht es flott derzeit treppab und treppauf

 

Denkste!

Manchmal (?) habe ich echt eine lange Leitung. Zwei Büchergutscheine geschenkt bekommen von zwei verschiedenen Buchhandlungen. Nach dem Umzug ist ja klar – alles was irgendwie geht digital. So Terrabitefestplatten sind einfach leichter zu transportieren. Und wirklich, ich Idiot hab‘ im ersten Moment so ein blödes Gefühl, mit den Gutscheinen nichts anfangen zu können. Dabei fehlen mir ja noch die Bände sechs bis zwölf von Powells „Ein Tanz zur Musik der Zeit“ und die Bände vier bis sieben von Voskuils „Das Büro„.

Anders gesagt: Es fehlen noch neun Gutscheine!

Rückkehr

Der erste ’normale‘ Tag in der Wohnung. Will heißen, mal keine Kisten geschleppt oder auf- bzw. umgeräumt. Nein, nur etwas am Computer, abgewaschen, gelesen, Mittagsschlaf und zum Abendessen Steaks mit Champagner.

Jährliche Einmaligkeit

Seit nunmehr sieben Jahren das Jahrestreffen der Ausbildungsgruppe von Verein 1. M. stellt Wohnung und Getränke, Essen und Input bringen dann alle andere mit. Die Eingangsrunde dauert halt ihre zwei Stunden und ist pure Hochspannung. Dann Essen des Mitgebrachten – und lange hat es bisher noch nie gedauert, dass alle (!) gemeinsam diskutieren.

Zu schön, um zu hoffen, dass es zwei Mal im Jahr funktionieren würde.

48 + 14 + 3,3 = viel zu wenig?

In Mathe war ich noch nie gut. Trotzdem liebe ich Excel. Im Durchschnitt ergibt das die Unfähigkeit genau zu berechnen, wieviel Regalmeter ich brauche. Die 48 Meter für die Primärliteratur war knapp. Die 14 Meter für die Sekundärliteratur (Plus 3,3 Meter ‚Reserve‘) ein einziger Witz!

Also heute heldenhaft unter Aufbietung der letzten Kräfte 15 Meter Bücher in den Keller geschleppt.

Nur wenige Stunde später – also jetzt – wundert es mich schon etwas, dass ich ganze Fachabteilungen dorthin ‚verbannen‘ konnte. Aber ich werde halt kein Musiktheoretiker mehr (wobei die Literatur zu Janis Joplin natürlich im Regal ihren Platz bekommen hat). Auch mit der ganzen KZ-Literatur habe ich eine Ende gefunden – ich bin da satt und habe ausreichend Erfahrung in meiner Jungend mit überlebenden KZ-Häftlingen gesammelt, was sich ja nur kaum in Büchern wiederspiegelt. Auch ein großer Teil der schwulen Sekundärliteratur hat den Weg nach unten gefunden. Liegt wohl daran, dass der Prozess der Suche nach der / einer schwulen Identität wohl dann doch fast ein Ende gefunden hat.

Was ich nicht nach unten geben konnte war die komplette Literaturwissenschaft und Philosophie. ‚Überlebt‘ hat es auch ein gehöriger Teil der erotischen Literatur (homo wie hetero) und zu meiner Überraschung die Reiseführer.

Ich hatte auch eine lange Diskussion mit mir, was ich mit den Briefen mache, die ich aufgehoben habe (mehrere Aktenordner voll von Briefen an mich wie den Durchschlägen derer, die ich geschrieben habe). Diese Diskussion hat heute dann ein überraschendes Ende gefunden – sie werden ungesehen vernichtet werden.

Überhaupt: Was steht in den Regalen, weil es meinem Bildungsideal entspricht, mit dem kaum jemand was anfangen kann? Wer weiß es schon zu schätzen, dass Kant, Hegel, Schelling, Marx, Horkheimer, Adorno, Platon, Augustinus und noch ein paar wenige mehr gelesen im Regal stehen? Ist das nicht auch eine Art von Prozerei? Vorallem eine, die kaum einer mehr versteht?

Es endet derzeit in zwei Fragen:

  • Was brauche ich?
  • Was brauche ich für Schön?

Letzte Dinge

Mich würd’s schon interessieren, was ich vor 13 Jahren in die damalig neue Wohnung als erste reingetragen haben. Heute habe ich als letztes jedenfalls den Putzeimer rausgetragen . Wir können sie nun besenrein übergeben – ein Kapitel hat ein Ende.

(Zu den letzten Dingen gehörte viel Putzzeugs, irgendwelche undefinierbaren Stangen und – nicht gerade unsymphatisch – sieben Kästen Bier, fünf davon voll.)

Viele Worte

Gestern gar nicht mehr dazu gekommen, zu schreiben. Im Dienst in Verein 1 war ein Neuer dabei, der – wie ich damals auch – viel erklärt bekommen wollte. Aber der erste Eindruck von ihm ist richtig gut.

Dann entwickelte sich das spätabendliche Schwätzchen mit dem aktuellen Ziehsohn T. zu einem handfestem, echt gutem Gespräch. Gegen halb zwei war ich dann auch mal im Bett.

Salz auf meiner Haut

Der Tag hat gut getan. Echt. Um 9 erst auf, bisschen Frühstück und SZ (vielleicht das letzte Mal per Papier, da ich ab heute mal ein digitales Probeabo habe). Dann in die Sauna. War lange nicht mehr dort, obwohl ich es gerne mache – mir einfach immer zu laut, zu viele Leute die schwätzen. Aber es war einigermaßen still morgens um 10, so dass ich es genießen konnte. Dann Mittagsschlaf, ein bißchen lesen, ein bißchen Rechner, ein bißchen Bildbearbeitung, ein bißchen kochen. Einfach mal nur da tun, was Spaß macht und Abstand von allem anderen.

Und meine Haut liebt es, wenn ich sie in der Dampfsauna mit Salz bearbeite. Da ist jeder Kinderpopo Rauhfasertapete dagegen.

Takt

So richtig bin ich immer noch nicht im Takt. Ist auch gut so. Ärgert nur hier etwas im Blog (mich). Morgen mir spontan einen Urlaubstag genommen, den ich auch als Urlaubstag verbringen werde. Geplant ist vormittags Sauna, dann mal ausführlich und in aller Ruhe Computer mit Musik, abgewechselt von Buch mit Musik und Schlaf ohne Musik. Mein Mann wird spät nach Hause kommen, so dass ich entweder was für Ersatzsohn T., der jetzt eine Woche da ist, kochen werde – oder wir ziehen uns einfach ne Pizza rein.

Ganz nette Aussichten – vor allem, weil ich jetzt einfach noch etwas wach bleiben kann, Brahms genieße, nach all der Umzieherei und dem Sport heute komplett erschöpft bin und jetzt einfach Zeit mir mit mir gönne.

Sie stehen! – #469

Dank U. steht nun die Literatur!

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Fachkräfte werden bei einer Flasche Sekt nochmals prüfen, ob das Alphabet auch eingehalten wurde. Sie werden Fehler finden. Denn nach drei Stunden einräumen ist man nicht mehr in der Lage zu entscheiden, ob „g“ vor „f“ kommt oder doch nicht – vorallem dann nicht, wenn die ersten beiden Buchtaben „d“ und „a“ waren.

Heute hat es dann nochmals geruckt. Der große Computer steht auf dem leeren Schreibtisch (die Schreibtischlampe ist leider nicht aufzufinden), das Bett ist frisch bezogen, zwei weitere Kisten sind im Keller u.v.a.m. – und ich beginne mich damit anzufreunden, dieses Zimmer abbekommen haben.

T. wird deswegen der erste ‚Leidtragende‘ sein, denn statt dass ich im Wohnzimmer penne wenn er ab Dienstag bis Freitag hier sein wird, wird er es tun müssen. Aber zwei Gründe sprechen für mich: Er ist 17 ich seit gestern 3,1 mal so alt wie er – und im Wohnzimmer steht der Fernseher. (Ja, ich weiß, dass man mit Internet und so … dennoch …!)

 

Fensterbankparty, gestern

Statt Einzugsparty ne Auszugsparty in der alten, leeren Wohnung.

  • ca. 40 Gäste
  • drei Kästen Bier
  • ca. sieben Liter Rotwein
  • ca. sechs Liter Weißwein
  • sechs Flaschen Prosecco
  • eine Flasche Sekt
  • etwas Wasser, Cola, O-Saft
  • zehn Jumbo-Pizzen
  • sechs Packungen Chips
  • eine Familiendosen Colorado
  • 60 Gramm Erdnüsse

Kurz nach vier war ich dann auch mal im Bett.

Der Anfang ist gemacht – #468

Das ist ein Ausschnit von etwas weniger als einem Drittel der Regalfläche, die ich benötige.

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Aber da links noch Regalbretter etwas gekürzt werden müssen, wird es auch noch dauern, bis die Bücher hier ihre Heimat finden werden. Aber immerhin. Denn wenn diese Seite voll ist, dann habe ich Platz auf der gegenüberliegenden Seite, um dann dort die restlichen Bretter anzubringen. Rechnerisch muss es aufgeben – aber in Mathe war ich noch nie gut.

Oh wie schön!

Das Telefon funktioniert. Das Internet funktioniert. Und der Kleiderschrank, den wir gestern aufgebaut haben, steht auch noch.

Es wird – irgendwann

Ich gehe in der Zwischenzeit davon aus, dass es noch Jahre dauernd wird, bis ich wieder alles gefunden und alles an einem Platz haben werde. Zumindest in meinem Zimmer verzögert sich der Aufbau von Tag zu Tag. Beim Schrank sind irgendwelche Kleinteile verloren gegangen, die Regalbretter sind zwar jetz angekommen, aber es fehlt noch an einem Auto, sie zu transportieren. Und wenn dann alles in der neuen Wohnung ist, fehlt es an Zeit, sich darum zu kümmern, da noch ein paar Termine anstehen und wir am Samstag in der alten Wohnung ja noch eine „Fensterbankparty“ machen, die ja auch ein bisschen vorbereitet werden will – sprich, wir sollten mal dort putzen. Blöderweise kommen die neuen Arbeitszeiten meines Mannes hinzu – er braucht jetzt gar nicht mehr früh anzufangen, ist daher aber erst spät zurück. Und vieles, was noch zu tun ist, geht im Grunde nur zu zweit – und die gemeinsame Zeit ist echt weniger geworden. Aber im Gegensatz zu ihm lasse ich mir die Zeit, auch wenn ich merke, wie mir eine eigene Rückzugsecke fehlt. Zwar steht mein Bett schon im Zimmer, aber gemütlich ist definitiv was anderes. Nun gut, wir haben es so gewollt.

Ansonsten geht alles wieder einigermaßen seinen gewohnten Gang, die ganzen Routinen sind noch etwas ungelenk, das größte Durcheinander haben wir aber jedenfalls hinter uns.

Nur wo mein Schal ist, würde ich dann doch gerne mal wissen.

#467

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Zwischenbericht

Wenn ich das gewusst hätte!

Boa war das eine anstrengende Nummer. Drei Tage nur eingepackt, sechs Männer haben dann 9,5 Stunden gebraucht, um das ganze Zeug von einer Wohnung in die nächste zubekommen und wir werden Jahre brauchen, bis wir alles wieder gefunden haben.

Und was ich gerade so gar nicht hören kann ist: „Weisst Du wo XY ist?“ Anfänglich habe ich mich mit einem „In der Kiste!“ gerettet, aber das funktioniert auch nur bedingt.

Immerhin: Die alte Wohnung müssen wir jetzt doch nicht streichen. Uff!

Blöd halt, dass meine Regalbretter einfach nicht kommen wollen, ohne die kann ich in meinem Zimmer nix anfangen.

Eine weitere Woche Urlaub tät gut, aber die gibt es nicht.

Wenn ich mal irgendwo wieder ans Internet komme, gibt’s mehr.

Für den Morgen

„Für den Morgen sind die Pferde bestellt. Ich werde sie nicht wiedersehen.“ Ist vom ollen Goethe, aus’m „Werther“.

Für den Morgen sind die Möbelpacker bestellt. Vier Stück. Sieben Stunden haben sie angegeben, würden sie brauchen. Schwer zu glauben. Eigentlich gar nicht zu glauben.

Und die alte Wohnung werde ich schon noch sehen, aber halt dann komplett anders. Aber eine Zäsur ist das schon.

Ich hab‘ hier ganz gerne gewohnt. Der Umzug ist ja auch eher meinem Mann geschuldet, denn so richtige Gründe gibt es eigentlich nicht. OK, hier drohen ab jetzt regelmäßige Mieterhöhungen ohne dass etwas an der Wohnung / am Haus gemacht wird. Den einzigen Unterschied, den ich zur neuen Wohnung in den letzten Tagen so richtig wahrgenommen habe: Hier ist es laut. Wir wohnen ja quasi nicht nur in einer Straßenbahnwendeschleife sondern auch an einer Verkehrsachse, auf denen gerne Polizei, Krankenwagen und Straßenbahnen unterwegs sind. Das und die Postanlieferung im Hof hinten werde ich mit Sicherheit nicht vermissen.

Es war eine gute Zeit hier und ich verlasse das hier ohne jeden Groll, eher mit etwas Wehmut. Andererseits freue ich mich schon auch auf die neue Wohnung, auch wenn die Küche kleiner sein wird und ich ’nur‘ noch ein Zimmer haben werde. Aber auch die Reduktion stimmt irgendwie.

Und eins ist nach der Aktion klar, so schön auch Teppiche sind: Weniger sind mehr! Bis auf den Schwanz ist in der Zwischenzeit echt alles angschwollen, was nur geht – und „Rotzkönig“ kann ich mich auch gleich noch nennen.

 

P.S. Kann gut sein, dass ich ab morgen für ein paar Tage off bin.

Was für ein Wahnsinn!

Das ist jetzt mein 11. Umzug. Und mit Abstand der aufwändigste. Beim ersten reichten zwei Reisetaschen, beim letzten war es dann schon so ein kleiner VW-Transporter. Aber jetzt … einfach unglaublich. Erklärt sich aber durch drei Tatsachen:

  • Ein komplettes Wohnzimmer. Hatte ich selber alleine ja nie.
  • Eine komplette Küche. Hatte ich selber in den Ausmaßen ja nie, weil ich alles nur für zwei, vielleicht drei Personen hatte.
  • Weil alles für die Gäste! Ich meine, welches Paar braucht schon zwölf Mokkatassen, zwölf Suppenteller, zwölf … ich weiß nicht was alles. Ich habe heute mit H. zusammen eine Kiste mit Geschirr nach der anderen gepackt. Reiner Wahn was sich da alles angesammelt hat (und auch in Gebrauch ist).

Bekannte von uns sich vor zwei Wochen auch umgezogen. Sie haben sich drei (!) Wochen Zeit genommen. Die werden wir jetzt auch mindestnes brauchen, bis es in der neuen Wohnung einigermaßen wieder aussieht.

Leute, ich sag Euch: Ich bin so was von fertig und fühle mich ob es Staubes so richtig krank – und ich sehne den Sonntag herbei – da bleibe ich einfach im Bett liegen!

 

Weisheit des Tages

In größere Kisten wäre mehr reingegangen.

(Mein Mann!)

x hoch ganz schön arg viel

Hab‘ ich eigentlich mal erwähnt, dass ich soetwas wie eine Hausstauballergie habe? Wenn man Staub wischt oder mit dem Staubsauger durch die Wohnung düst – das Ergebnis ist immer das Gleiche: Ich niese mir erst die Nase aus dem Hals, dann Tränen die Augen und ich sehe so aus, als hätte ich Schnupfen.

Hab‘ ich eigentlich mal erwähnt, dass die Menge Staub, die man beim Umziehen in der Wohnung aufwirbelt, einfach nur gigantisch ist?

Keinen einzigen Anzug …

… mehr im Schrank. Dafür einen maßgeschneiderten Smoking. Er war das einzige, was mir noch wirklich passte.

OK, den goldenen Anzug habe ich auch noch nicht weggegeben, der muss noch für einen Gag herhalten.

Über die Wupper

Gerade etwas faul, ansonsten hätte ich mit Fotos dokumentiert, was alles in den letzten 36 Stunden über die Wupper gegangen ist. Finde es gerade als einen besonderen Moment, mich von meiner Vergangenheit zu verabschieden. Ohne Wehmut schmeiße ich Dinge in den Müll, von denen ich weiß, dass ich vor ca. 35 Jahren mir Mühe gemacht habe, sie zu bekommen (sprich: Starschnitt von Janis Joplin).

Es ist in gewisserweise ein Paradigmenwechsel, der aber auch der Zeitgeschichte geschuldet ist. Früher, also vor 25-30 Jahren, war es eben nicht selbstverständlich, dass man ein gewisses Buch entweder im Netz gefunden hat, oder über das Internet aus einer entfernten Bib. bestellen konnte. Die Verfügbarkeit war eine ganz andere, eine, die mit Mühen verbunden war. Luxus also, wer es zuhause hatte. Heute ist es eher Luxus eine so geil-schnelle Verbindung zu haben, dass man das Buch eben nicht in 4 Sekunden sondern nur in 1,3 Sekunden sich runterladen zu können.

Die Erkenntnis des Tages ist gerade: Es tut auch gut, sagen zu können: „Das hatte ich mal.“

WSMDEGT 01/18

Wie vorletzten Monat, mache ich wieder mit bei der Frage: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

6:30 – Der Wecker klingelt.
6:30 – Ich haue drauf.
6:31 – Beschließe nicht aufzustehen.
6:35 – Der Wecker klingelt.
6:38 – Ich beschließe, doch aufzustehen.
6:39 – Verkürzte Morgenroutine im Bad – gestern habe ich gebadet.
6:50 – Angezogen in der Küche: Tee kochen, Brote schmieren, Zeitung lesen, Radio hören.
7:16 – Die Straßenbahn hinterm Haus (mit mir drin) fährt los – wohl die letzte Fahrt dieser Art.
7:38 – Die Stechuhr an der Arbeit piepst.
7:44 – Huch! Ein Vorgang! Schon wieder!
9:57 – Ich beschließe, heute richtig früh zu gehen. Ich habe, wie immer, kaum was zu tun, zu Hause warten genug Dinge, wie beispielsweise verschiedene Ummeldungen. Schließlich ziehen wir am Donnerstag um.
11:15 – Mit der Straßenbahn zurück.
11:45 – Geschirr spülen. Versuche derweil meinen Mann dazu zu überreden, doch bei diesen blöden Servicenummern anzurufen denn ICH HASSE ES MIT DUMMBLÖDEN MASCHINEN REDEN ZU MÜSSEN! Immerhin müssen wir das Kabel abbstellten, Telefon und Internet umbestellen, auch die Zeitung braucht die neue Adresse.
11:55 – Er lässt sich einfach nicht wirklich überreden, klärt dann aber heldenhaft das mit dem Kabelanschluss.
12:05 – Ich greife zum äußersten, nämlich zum Telefonhörer und rufe Vodafone an – ein Unternehmen mit dem denkbar schlechtesten Service der Welt. (Eine Kurzzusammenfassung einer von unzähligen Leidensgeschichten HIER.)
12:20 – Sprachlosigkeit. Es soll nur zwei Wochen dauern. Einen neuen Router wollen sie auch schicken (da musste ich dann doch laut lachen). Fest steht: Ich glaube nicht daran und nehme es als gerechte Strafe, mich nicht schon früher (also Mitte letzten Jahres) darum gekümmert zu haben.
12:25 – Weil nix anders im Haus ist: Brötchen mit selbstgemachter Taubenterrine.
14:45 – Erwachen aus kommatösem Mittagsschlaf.
15:00 – Expedition in den Keller.
16:00 – Den Entrümpler kommt pünktlich auf die Minute. 300 will er für einen besenreiner Keller und Abholung von u.a. fünf Schränken.
16:30 – Mein Mann schickt mich in die Zwangsdusche wegen dem echt dreckigem Keller und der Angst vor irgndwelchen Schimmelsporen. Ich bin gehorsam.
16:45 – Internet. Das und jenes und selles. Derweil immer mal wieder durch die Wohnung, die nun deutliche Tendenzen der Auflösung zeigt.
18:00 – Abendessen: Linsensuppe
18:51 – Straßenbahn
19:01 – Erstes Glas Wein mit V. Wir sitzen in der Kneipe am Fenster. Ist mir recht. Denn so kann jede/r sehen, welch schöne Frau mit mir ausgeht! Ha, ich liebe diese ungläubig-neidischen Blicke.
22:10 – Wieder zu Hause. Hosen aus. Feierabend. Morgen ist auch noch ein Tag. Und bis dahin: House of Cards.

Der Keller

So lautet einer der fünf autobiographsichen Erzähltexte von Thomas Bernhard, die alle absolut und uneingeschränkt (!) lesenswert sind. Aber den Keller meine ich jetzt nicht, sondern unseren.

Mein Mann scheuchte mich heute hinunter, um gemeinsam zu schauen, was weg kann. Und es ist so, wie Komilitone U. vor Jahren schon behauptete: „Der Keller ist nichts anderes als eine vorgelagerte Müllhalde“.

Aber auch im Dreck – „denn Gold findet man auf der Straße und Straßen sind aus Dreck gebaut“ (M.M.W.) – fand ich noch ein paar kleinere Schätze, u.a. eine Zeitungsfoto, auf dem ich als Jüngling zu sehen bin (bald wohl auch hier), ein paar Casetten von denen ich hoffe, dass ich sie noch digitalisieren kann (eine Raubkopie einer tollen Lesung und ein sechsstündiges Interview, was ich vor Jahren (*lach* – da war ich 21) mal mit einem KZ-Häftling geführt habe), ein paar andere Fotos, u.s.w.

Und – unvermeidlich – noch einige Exemplare Unterwäsche, die letztendlich dann doch noch gut in mein Unterwäschenmuseum gepasst hätten. Aber den Plan habe ich ja in der Zwischenzeit aufgegeben. Vom knappsten String bis zum Ganzkörperbody hatte ich echt alles, in allen Stoffen, Schnitten, Farben, Fabrikaten, … Richtig sicher bin ich mir nicht mehr, aber ich meine, dass ich auch einen Leopardenfell-String hatte. Interessant zu beobachten, dass ich, als ich die Teile noch mal kurz durch bin, bei fast jedem sofort wieder wusste, wie sie sich trugen und warum ich sie aussortiert habe. Fünf Teile haben dann nochmals Gnade gefunden.

Ach ja: Und Wein ist echt ausreichend da. Ein ganzer Schrank voll. Von mir gekauft. Aber komplett vergessen.

 

Vermessen

Gestern der Schock. Die Wand ist doch kleiner und die Anzahl der laufenden Meter, die ich für meine Bücher brauche, doch größer. Jetzt muss auch noch die Hälfte einer zweiten Wand herhalten, dass ich alles unterbekomme.

Dafür zieht ein Kleiderschrank nicht mehr mit um, ganz nach dem Motto: Aus zwei mach eins.

Und es gibt noch ein paar mehr Kandidaten, die den Umzug in acht Tagen nicht miterleben werden. Ist mir gerade recht so. Tut gerade gut, wegzugeben, wegzuschmeißen, einfach Balast abwerfen.

Felice Anno Nuovo!

Statt zu zweit bei Taubenterrine und Fernsehen, zu acht bei Raclette und Kartenspiel.

Selten so einen schönen Jahreswechsel gehabt. Lag wohl auch daran, dass es bei der Familie von E. recht unkompliziert zu geht . Ich habe es auch schon den Tag zu vor genossen mal im Kreise einer Familie zu sitzen, die jetzt nach außen hin wenigen Zwängen und Tabus fröhnen.

Um vier waren wir dann im Bett – wobei die 91-jährige Mutter von E. gerne noch weiter gemacht hätte!

Anton Weyrother

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