Durch die Zeit

Monat: Januar, 2018

Eine Mail – fünf Köpfe

Fünf Leute über eine Mail gebeugt. Überlegen, wie man darauf am Besten antworten könnte. Wägen ab. Argumentieren. Geben zu Bedenken. Nach einer Stunde wird das Ergebnis betrachtet und für gut befunden.

Offen bleibt, ob die Antwortmail je gelesen wird. Offen bleibt, ob es überhaupt eine Antwort geben wird.

Aber wir machen das, denn genauso gut könnte sie gelesen werden, könnte es zu einer Antwort kommen, könnte es zu einem hilfreichen Kontakt kommen.

Heute war es das erste Mal, dass ich auf uns irgendwie ein bisschen stolz war.

Wann …

… kommt endlich mal wieder die Zeit, wo ich einfach ‚Eule‘ sein darf und nicht ‚Lerche‘ sein muss???

Im Studium gab es mal drei Jahre, da konnte ich in meinem Rhythmus leben – und das war einfach gut!!!

Aber ansonsten werde ich gezwungen gegen meine innere Uhr zu leben. Kann das gesund sein?

Auch wenn ich nicht Romane schreiben kann – aber ein bisschen Proust steckt daher in mir auch.

#470

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Für mich für Sommer

Heute Nr. 3 neben mir gehabt, die zuhörte, um von mir zu lernen. Und da ich selber vor sieben Jahren diese Phase im Grunde die allerwichtigste fand (und denen, denen ich zuhören durfte, immer noch dankbar bin), habe ich für die ZuhörerInnen ein kleines ‚Konzept‘ entwickelt. Will heißen, ich habe mir ein paar (geschickte?) Fragen überlegt, zu denen sie Stellung nehmen sollen, um in der Praxis die in der Theorie exerzierten wichtigen Momente zu üben. Die erste Frage, total simpel, ist beispielsweise: „Was hast Du gehört an harten Fakten?“. Die zweite: „Was hast Du an Themen (heraus)gehört?“. Ich finde, diese Fragen sind klar und deutlich. Spätere Fragen wie „Was sagte der Bauch“ sind schwer zu beantworten, weil der Bauch manchmal ja auch schweigt.

Interessanterweise haben Nr. 2 und Nr. 3 auf die ersten drei Fragen das geantwortet, was auf die nicht gestellte Frage „Was habe ich gut gemacht?“ Antwort gewesen wäre. Und als es darum ging, die gehörten Themen zu reflektierten, waren beide äußerst schnell dabei in ihrer eigenen Geschichte einen Fall zu suchen, der so „ähnlich“ war, um dann davon zu sprechen.

Nr. 1 dagegen unterwarf sich meinem ‚Konzept‘ und überraschte mich echt, da er wirklich zuhören kann.

Ähnlich spannend, wenn ich dann das Gespräch aus meiner Erfahrung kommentierte. Nr. 2 und Nr. 3 waren da schon längst bei ihren eigenen Geschichten angekommen, während Nr. 1 ggf. nachfragte und auch eigene Geschichte verknüpfte, aber immer eingeleitet mit der Frage: „Meinst Du, das ist so ähnlich wie …?“

Nr. 1 ist männlich, Nr. 2 und Nr. 3 weiblich. Und da sage man jetzt bitte nicht, dass Männer nicht zuhören können.

Flott, flott, flott

Das ist nun, wenn ich ich richtig nachgezählt habe, meine 12. Wohnung. Und die dritte, in der ich über einen Keller verfüge, der den Begriff auch verdient. In der letzten Wohnung war es eher ein historisches Lehm-Feucht-Biotop, wo auch alles kaputt gegangen ist, was wir – aus Doofheit – da reingestellt haben.

Meine ersten Erinnerungen an den ersten Keller sind natürlich kindheitsmäßig mit Angst verbunden, weil man ja nie wußte, ob a) ein schwarzer Mann wartet oder man b) dort eine Leiche finde. Kurz nach dem wir ausgezogen sind, hat man da auch eine Leiche gefunden, der Sohn von unten links hat sich dort aufgehängt.

In der nächsten Wohnung gab es einen gigantisch großen Keller, der eigentlich ein Hobbyraum war und einen Haushaltskeller. Den fand ich eigentlich immer noch am besten. OK, in dem anderen konnte man sich mal in aller Ruhe und Wärme einen runterholen, aber im Haushaltskeller stand das ganze eingemachte Obst, was ich über die Jahre komplett vernichtet habe und später die guten Weine meines Vaters.

Doch oft ist man da nicht wirklich hin.

Jetzt bin ich eigentlich täglich im Keller. Denn a) ist dort die Waschküche (was ich ja richtig toll finde und auf was ich mich so richtig freue ist, dass ich im Sommer die Wäsche im Hof auf der Wiese aufhängen kann! Und ich werde alles tun, dass sämtliche Unterwäsche so hängt, dass die meisten Leute erröten können) und b) der eigentliche Keller. Der dient derzeit als Zwischenlager für die Müllkippe, aber auch die Weine und Biere sind dahin gelangt. Also geht es flott derzeit treppab und treppauf

 

Denkste!

Manchmal (?) habe ich echt eine lange Leitung. Zwei Büchergutscheine geschenkt bekommen von zwei verschiedenen Buchhandlungen. Nach dem Umzug ist ja klar – alles was irgendwie geht digital. So Terrabitefestplatten sind einfach leichter zu transportieren. Und wirklich, ich Idiot hab‘ im ersten Moment so ein blödes Gefühl, mit den Gutscheinen nichts anfangen zu können. Dabei fehlen mir ja noch die Bände sechs bis zwölf von Powells „Ein Tanz zur Musik der Zeit“ und die Bände vier bis sieben von Voskuils „Das Büro„.

Anders gesagt: Es fehlen noch neun Gutscheine!

Rückkehr

Der erste ’normale‘ Tag in der Wohnung. Will heißen, mal keine Kisten geschleppt oder auf- bzw. umgeräumt. Nein, nur etwas am Computer, abgewaschen, gelesen, Mittagsschlaf und zum Abendessen Steaks mit Champagner.

Jährliche Einmaligkeit

Seit nunmehr sieben Jahren das Jahrestreffen der Ausbildungsgruppe von Verein 1. M. stellt Wohnung und Getränke, Essen und Input bringen dann alle andere mit. Die Eingangsrunde dauert halt ihre zwei Stunden und ist pure Hochspannung. Dann Essen des Mitgebrachten – und lange hat es bisher noch nie gedauert, dass alle (!) gemeinsam diskutieren.

Zu schön, um zu hoffen, dass es zwei Mal im Jahr funktionieren würde.

48 + 14 + 3,3 = viel zu wenig?

In Mathe war ich noch nie gut. Trotzdem liebe ich Excel. Im Durchschnitt ergibt das die Unfähigkeit genau zu berechnen, wieviel Regalmeter ich brauche. Die 48 Meter für die Primärliteratur war knapp. Die 14 Meter für die Sekundärliteratur (Plus 3,3 Meter ‚Reserve‘) ein einziger Witz!

Also heute heldenhaft unter Aufbietung der letzten Kräfte 15 Meter Bücher in den Keller geschleppt.

Nur wenige Stunde später – also jetzt – wundert es mich schon etwas, dass ich ganze Fachabteilungen dorthin ‚verbannen‘ konnte. Aber ich werde halt kein Musiktheoretiker mehr (wobei die Literatur zu Janis Joplin natürlich im Regal ihren Platz bekommen hat). Auch mit der ganzen KZ-Literatur habe ich eine Ende gefunden – ich bin da satt und habe ausreichend Erfahrung in meiner Jungend mit überlebenden KZ-Häftlingen gesammelt, was sich ja nur kaum in Büchern wiederspiegelt. Auch ein großer Teil der schwulen Sekundärliteratur hat den Weg nach unten gefunden. Liegt wohl daran, dass der Prozess der Suche nach der / einer schwulen Identität wohl dann doch fast ein Ende gefunden hat.

Was ich nicht nach unten geben konnte war die komplette Literaturwissenschaft und Philosophie. ‚Überlebt‘ hat es auch ein gehöriger Teil der erotischen Literatur (homo wie hetero) und zu meiner Überraschung die Reiseführer.

Ich hatte auch eine lange Diskussion mit mir, was ich mit den Briefen mache, die ich aufgehoben habe (mehrere Aktenordner voll von Briefen an mich wie den Durchschlägen derer, die ich geschrieben habe). Diese Diskussion hat heute dann ein überraschendes Ende gefunden – sie werden ungesehen vernichtet werden.

Überhaupt: Was steht in den Regalen, weil es meinem Bildungsideal entspricht, mit dem kaum jemand was anfangen kann? Wer weiß es schon zu schätzen, dass Kant, Hegel, Schelling, Marx, Horkheimer, Adorno, Platon, Augustinus und noch ein paar wenige mehr gelesen im Regal stehen? Ist das nicht auch eine Art von Prozerei? Vorallem eine, die kaum einer mehr versteht?

Es endet derzeit in zwei Fragen:

  • Was brauche ich?
  • Was brauche ich für Schön?

Letzte Dinge

Mich würd’s schon interessieren, was ich vor 13 Jahren in die damalig neue Wohnung als erste reingetragen haben. Heute habe ich als letztes jedenfalls den Putzeimer rausgetragen . Wir können sie nun besenrein übergeben – ein Kapitel hat ein Ende.

(Zu den letzten Dingen gehörte viel Putzzeugs, irgendwelche undefinierbaren Stangen und – nicht gerade unsymphatisch – sieben Kästen Bier, fünf davon voll.)

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