Für den Morgen

von Bert

„Für den Morgen sind die Pferde bestellt. Ich werde sie nicht wiedersehen.“ Ist vom ollen Goethe, aus’m „Werther“.

Für den Morgen sind die Möbelpacker bestellt. Vier Stück. Sieben Stunden haben sie angegeben, würden sie brauchen. Schwer zu glauben. Eigentlich gar nicht zu glauben.

Und die alte Wohnung werde ich schon noch sehen, aber halt dann komplett anders. Aber eine Zäsur ist das schon.

Ich hab‘ hier ganz gerne gewohnt. Der Umzug ist ja auch eher meinem Mann geschuldet, denn so richtige Gründe gibt es eigentlich nicht. OK, hier drohen ab jetzt regelmäßige Mieterhöhungen ohne dass etwas an der Wohnung / am Haus gemacht wird. Den einzigen Unterschied, den ich zur neuen Wohnung in den letzten Tagen so richtig wahrgenommen habe: Hier ist es laut. Wir wohnen ja quasi nicht nur in einer Straßenbahnwendeschleife sondern auch an einer Verkehrsachse, auf denen gerne Polizei, Krankenwagen und Straßenbahnen unterwegs sind. Das und die Postanlieferung im Hof hinten werde ich mit Sicherheit nicht vermissen.

Es war eine gute Zeit hier und ich verlasse das hier ohne jeden Groll, eher mit etwas Wehmut. Andererseits freue ich mich schon auch auf die neue Wohnung, auch wenn die Küche kleiner sein wird und ich ’nur‘ noch ein Zimmer haben werde. Aber auch die Reduktion stimmt irgendwie.

Und eins ist nach der Aktion klar, so schön auch Teppiche sind: Weniger sind mehr! Bis auf den Schwanz ist in der Zwischenzeit echt alles angschwollen, was nur geht – und „Rotzkönig“ kann ich mich auch gleich noch nennen.

 

P.S. Kann gut sein, dass ich ab morgen für ein paar Tage off bin.