Für mich für Sommer

von Bert

Heute Nr. 3 neben mir gehabt, die zuhörte, um von mir zu lernen. Und da ich selber vor sieben Jahren diese Phase im Grunde die allerwichtigste fand (und denen, denen ich zuhören durfte, immer noch dankbar bin), habe ich für die ZuhörerInnen ein kleines ‚Konzept‘ entwickelt. Will heißen, ich habe mir ein paar (geschickte?) Fragen überlegt, zu denen sie Stellung nehmen sollen, um in der Praxis die in der Theorie exerzierten wichtigen Momente zu üben. Die erste Frage, total simpel, ist beispielsweise: „Was hast Du gehört an harten Fakten?“. Die zweite: „Was hast Du an Themen (heraus)gehört?“. Ich finde, diese Fragen sind klar und deutlich. Spätere Fragen wie „Was sagte der Bauch“ sind schwer zu beantworten, weil der Bauch manchmal ja auch schweigt.

Interessanterweise haben Nr. 2 und Nr. 3 auf die ersten drei Fragen das geantwortet, was auf die nicht gestellte Frage „Was habe ich gut gemacht?“ Antwort gewesen wäre. Und als es darum ging, die gehörten Themen zu reflektierten, waren beide äußerst schnell dabei in ihrer eigenen Geschichte einen Fall zu suchen, der so „ähnlich“ war, um dann davon zu sprechen.

Nr. 1 dagegen unterwarf sich meinem ‚Konzept‘ und überraschte mich echt, da er wirklich zuhören kann.

Ähnlich spannend, wenn ich dann das Gespräch aus meiner Erfahrung kommentierte. Nr. 2 und Nr. 3 waren da schon längst bei ihren eigenen Geschichten angekommen, während Nr. 1 ggf. nachfragte und auch eigene Geschichte verknüpfte, aber immer eingeleitet mit der Frage: „Meinst Du, das ist so ähnlich wie …?“

Nr. 1 ist männlich, Nr. 2 und Nr. 3 weiblich. Und da sage man jetzt bitte nicht, dass Männer nicht zuhören können.