Durch die Zeit

Monat: März, 2018

Abschaffen, konsequent

Gestern ein hoher Feiertag. Der Nachbar rechts macht Großputz, Nachbarin aus dem Gegenhaus hängt die Wäsche auf der Wiese auf. Sämtliche Freunde fragen, wie wir Ostern verbringen, niemand, absolut niemand lässt durchblicken, dass sie / er ggf. möglicherweise vielleicht in die Kirche geht. Unter meinen Blog-Leuten hier weiß ich nur von einem einzigen, bei dem Kirche auf dem Programm steht.

Nichts gegen freie Tage – aber sollte man die trotzdem nicht einfach mal alle abschaffen? Denn vom ‚christlichen Abendland‘ ist ja kaum noch etwas übrig geblieben – und die Angehörigen anderer Religionen bekommen bei ihren religiösen Festtagen ja auch nicht frei.

Wäre jedenfalls a) ehrlicher und b) gerechter.

Lesen!

Eins der besten Bücher seit langem!

Klaus Modick: Keyserlings Geheimnis

Ich meine, Eduard von Keyserling an sich ist ja nach wie vor (leider) noch ein Geheimtipp. Unbedingt von ihm „Wellen“.

Was Modick jetzt geschrieben hat, ist ein feiner, kleiner Roman, der einerseits so ein bisschen vom Leben des überaus hässlich aussehenden Keyserling erzählt, etwas von München und Wien um die Jahrhundertwende, ein bisschen von der Dekadenz, ein bisschen von Liebe, …

Nein, das ist nicht die Neuerfindung des Romans – aber es ist einfach ein tolle, angenehme, warme, weiche Lektüre, die einen entschweben lässt (so wie Keyserling einen entschweben lässt – und das muss man erstmal können).

Wer es selber nicht lesen will (selber schuld!), der/die kann’s dafür verschenken!

Ich hät’s vergessen

Brief von der Stadtverwaltung. Freundlich und höflich formuliert. Was mir besonders auffällt: Man hat sich mal richtig Mühe mit dem Satz gemacht.

Man informiert mich, dass ich vor Jahren mal als Schöffe vorgeschlagen worden sei (nun gut, ich habe mich damals selber auf die Liste setzen lassen, nach dem ich von der Stadt die Auskunft bekommen habe, dass es vollkommen egal ist, ob man nun wirklich vorgeschlagen wird oder nicht) und dass nun wieder neue Wahlen anstünden, ob ich nicht vielleicht …

Ja klar, würd‘ mich als Feierabendjurist (ich glaube, ich bin der einzige, der mit StgB, PO, und ggf. BGB vor dem „Tatort“ sitzt) schon mal interessieren. Meine Eltern, die das Jahre gemacht haben, fanden es jedenfalls spannend und meine sehr katholische und sehr anständige Mutter freute sich jedenfalls wie ein Kind zu wissen, wie man bestimmte Automarken knackt.

Aber ich vermute, die Chancen stehen nicht hoch, denn es werden doppelt soviele Bewerber aufgenommen, als dann gebraucht werden. Aber da man das ja bis 75 machen darf, hab‘ ich noch ein paar Wahlperioden vor mir, bei denen ich es versuchen kann.

Kleine Anfrage

Kennt vielleicht jemand jemanden, die oder der vielleicht jemanden kennt, die oder der sagen kann, ob Sex auf einem Wasserbett eigentlich wirklich möglich ist?

Tief im Osten

Freundlich ist man hier – auch wenn das Wetter zu wünschen übrig lässt. Aber das liegt nun nicht am Osten. Der Gang durch den Ort zeigt, dass alles da und lebendig ist. Der Blick auf die Wanderkarte zeigt, dass es um einiges hügliger ist, als vorgestellt (aber das ist meine schuld, wenn ich nie auf diese Höhenlinien schaue). Das Spa finde ich vollkommen ausreichend und das Abendessen überraschend gut, obwohl es in Büffetform ‚gereicht‘ wird (was ich an sich so gar nicht mag).

Alles gut also – bis auf das Fernsehprogramm, aber das ist ja ein bundesweites Problem.

R.I.P.

Brief von der besten Freundin. Die Schwester ist gestorben. Und auch wenn sie sechs Seiten geschrieben hat, es braucht nur ein paar Stichworte, und mir kommt alles wieder in den Sinn, wie das bei meinem Vater war, jetzt bei ihrer Schwester. Und sie braucht nur wenige Worte zu machen, denn es ist alles wie mit einem Knopfdruck wieder da.

Habe gleich zurück geschrieben in der Hoffnung, dass sie für nen Moment fühlt, dass sie damit letztendlich alleine bleiben wird, aber dass es einige gibt, die das auch kennen. Hilft nicht, tröstet aber vielleicht für einen Moment.

Das statt das

U. hat sich jetzt doch entschlossen mitzukommen. Also statt Einzel- nun Doppelzimmer. Das beraubt mich gerade jener sexuellen Phantasien, die man alleine in der Sauna mit dem Paar von gegenüber … . Andererseits eröffnet es ganz neue sexuelle Phantasien, die man als Paar in der Sauna mit dem Paar gegenüber …

So isses

Letztendlich hat es mich dann doch nicht gewundert. Letzter Arbeitstag in diesem Monat und soviel zu tun gehabt, wie sonst in einer Woche nicht (und das ist jetzt nicht Ironie oder so, das ist voller Ernst!). Kaum im Büro kam schon der erste Kollege, ob ich nicht … und dann der zweite … die dritte … der vierte – dazu waren sogar noch Vorgänge in den Mails dagewesen.

Alles hinbekommen, selbst die so so-ach-komplizierte-Bewertung schnell noch in zwei Varianten durchlaufen lassen, nur um den Herren und Frauen BeraterInnen eine Duftmarke zu setzen, dass ich schon kapiert habe, mit welchem Problem sie da kämpfen. (Den pragmatischen Lösungsvorschlag lasse ich noch mal eine Weile bei mir.)

Zu Hause will ich mir einen kleinen Mittagsschlaf gönnen, so 20 Minuten. Nen Wecker stelle ich auch noch, will ja noch in der Suizidkulturgeschichte weiterlesen. Tja, nach 90 Minuten wieder richtig wach geworden und es gerade noch zu zwei Terminen zu Verein 1 geschafft.

Abends dann mir noch lange von einem reflektiertem Menschen eine unreflektierte gescheiterte Liebesbeziehung angehört und Lob ob meiner Fragen geerntet.

Bei aller Liebe

Aber wenn der Inhalt eines Buches schon so zusammengefasst wird, dann weiß ich, dass ich es nie anfassen werde:

Der Sozialwissenschaftler Heinz Jürgen Aubeck stellt die kontrovers diskutierten biologischen und sozialpsychologischen Theorien zur Ergründung homosexueller Orientierung vor und plädiert in diesem Kontext für die Fortführung der poststrukturalistischen Diskursanalyse im Feld der Sexualität, welche das auf repressiven, hierarchischen gesellschaftlichen Machtstrukturen basierende System der Geschlechterdualität, das mit einer kohärenten, immanent kausalen Konzeption von naturalisierter Geschlechtsidentität, komplementärem Geschlechterrollendiktat und zwangsheterosexueller Orientierungsnorm verbunden ist, entgegen den konservativen essentialistischen Ideologien als soziokulturelles Produkt charakterisiert und speziell die geschlechtliche Identität als performativ konstruierten Effekt und mythologische Fiktion in emanzipatorischer Intention enthüllt und kritisiert.

(Quelle)

# 487

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