Bettlager

von Bert

Die Praxis angerufen, ob der „Herr Doktor“ vielleicht heute noch etwas … dann erst Mal in die Warteschlange verschoben worden. Schließlich meldet sich die launische Sprechstundenhilfe wieder und gibt an, wenn ich „sofort“ käme, dann würde der „Herr Doktor“ Zeit haben, aber es müsste schon wirklich „sofort“ sein. Das wiederholt sie noch dreimal, dass ich so kirre bin und ungewaschen in die Klamotten schlüpfe und los fahren. Warten brauche ich dann keine ganze Minute und der „Herr Doktor“ ist so gewissenhaft und hört mich erstmal ab, bevor er mir bis Freitag „strenge Bettruhe“ verschreibt, ohne hinter her zu schieben, er meine das auch so, wie er da sage.

Auf dem Weg zurück kaufe ich mir zwei Brötchen und überlege, ob es nicht vielleicht etwas voreilig war, mit eine AU zu holen, denn so mies … Die letzten Meter von der Straßenbahnhaltestelle zu mir gehen zum ersten Mal steil bergauf und mir ist nicht erinnerlich, dass wir im 27. Stock wohnen ohne Aufzug – jedenfalls bin ich gut fertig mit der Bereifung, als ich mir in der Küche ein halbe Brötchen zu recht mache.

Als Kind gab es eine Tasse Tee und ein Buch an / ins Bett – heute dauert das ja, bis man Tee, Teekanne, Ipod, Handy, E-Reader und Tablet gefunden und zum Bett getragen hat. Meins ist Gott sei Dank so groß, dass ich – bis auf den Tee natürlich – alles neben mir lagern kann. Dann penne ich erstmal fast zwei Stunden.

Jetzt habe ich insoweit Kräfte gesammelt, dass ich gleich mal unter die Dusche gehe und dann mich auf dem Sofa wieder lang strecke.