Durch die Zeit

Monat: Juli, 2018

Imagination ist alles

Isola di Varano 2

Wenn man weiß, dass rechts vom Wald das Meer ist, dann spürt man auch die kühle Brise.

6:30 ist schon früh

Mein Arbeitgeber hat die Kernzeit gelockert. Eigentlich hat er sie für die Hitzeperiode gleich ganz aufgehoben. Was mich jetzt ernsthaft überlegen lässt, morgen um 6 aufzustehen und gleich zur Arbeit zu fahren. Denn als ich heute morgen so früh auf war, war es noch richtig angenehm.

Im Schmerz geboren

Ich schaue seit gut 20 Jahren nahezu regelmäßig Tatort. Das ist das Erbe meines Ex. Über die Jahre entwickelt man ja ein Gespür ob er gut, mittelmäßig oder einfach nur Schrott ist. Zudem: So richtig bleibt ja kaum einer in Erinnerung, es ist Durchgangsware.

Es gibt einen aus München, eine Art Kammerspiel, an den ich mich erinnern kann und nun der! Das war echt großes Theater. Ich weiss echt nicht, wann ich das letzte Mal so fasziniert einen Film gesehen habe. Dazu die Musik, die Shakespeare-Anspielungen und der großartige Ulrich Matthes.

Ein versöhnliches Ende eines schwierigen Wochenendes.

Minimalistisch

Im Augenblick ist alles etwas minimalistisch, wie beispielsweise die Bereitschaft zu körperlicher Betätigung oder konzentriertem Denken. Auch mit der Lust auf irgendwelche Aktionen ist es nicht weit her und selbst die Anzahl der Klamotten (zu Hause!) ist arg reduziert. Früher habe ich solches Wetter echt besser ab haben können, jetzt lähmt es dann doch etwas. Aber da mich beim Job ja eh niemand treibt und heute morgen ich ja hab‘ die Prüflingen ‚arbeiten‘ lassen, ist es erträglich.

Etwas Warmes braucht der Mensch

Ich glaube, wir sind die einzigen, die heute, bei dem heißen Tag, am Abend eine heiße Suppe gegessen haben. Aber aus Apulien habe ich mir einen leicht eigenartigen Magen-Darm-Virus eingefangen (es war wohl das Wasser vom letzten Campingplatz) und jetzt versuche ich den mit einfacher Kost auszuhungern.

Nachlese

  • Regener, Sven: Wiener Straße – 4/10Wer die anderen von Regener kennt, der zieht sich den auch noch rein. Aber langsam wird es einfach langweilig, denn man kann nicht dauernd mit der gleichen Masche meinen, gute Bücher schreiben zu können. Etwas ermüdend und für Quereinsteiger nur dann zu empfehlen, wenn sie vorhaben, nur einen einzigen Regener zu lesen. Der hier hat den Vorteil, dass er kurz ist.
  • Weiler, Jan: Kühn hat Ärger – 4/10Auch Weiler hat schon besser geschrieben, will heißen: spannender. Das hier plätschert so vor sich hin. Für den Strand ganz nett, aber wer eine Alternative hat, der nehme sie.
  • Modick, Klaus: Konzert ohne Dichter – 6/10Nette Idee, Worpswede auferstehen zu lassen. Blöderweise hatte ich es schon mal gelesen. Wie immer bei Modick fein und sensibel geschrieben, stille, aber funktionierende Szenerien. Ein Entspannungsbuch at the best.
  • Binet, Laurent: Die siebte Sprachfunktion – vorerst 6/10 da ich noch nicht ganz durch bin – Ferdinand de Saussure, Roland Barthes, Jaques Derrida, Michel Focualt, Julia Kristeva, Philippe Sollers, Paul de Man, Umberto Eco und einige andere aus der Ecke überhaupt nichts sagt – und wer den Unterschied zwischen Semantik und Semiotik nicht kennt: Der lasse einfach die Finger von dem Buch, das wird nämlich kein Spaß! Wer aber so ein bißchen aus der Ecke kommt, der wird seinen intellektuellen Spaß haben, denn eine Krimi auf der Suche nach der 7. Sprachfunktion (sechs sind ja allgemein bekannt) ist schon witzig. Das Doofe an dem Roman ist ab Kapitel 4: Wer die Herren da oben nicht wirklich gut kennt, der hat da keine Chance mehr, bei einem Kongress alle Anspielungen, versteckten Witze und Sotissen wirklich zu kapiern. Mir war’s dann jedenfalls zu hoch, was den Lesespaß enorm verringerte. Aber es sind ja noch ein paar seiten, vielleicht wird es ja in Venedig nun wieder besser.
  • Nguyen, Viet Thanh: Der Sympathisant – derzeit 1/10Ich kapiers einfach nicht. Ich kapier einfach nicht, wer da spricht. Ich kapier einfach nicht, worüber er spricht. Noch ein Kapitel geb ich dem, dann war es eine Fehlinvestition.
  • Nagelschmidt, Thorsten: Der Abfall der Herzen – 3/10Enttäuschend! Werde es auch definitiv nicht zu Ende lesen. Jeder von uns ist wohl mal mit Anfang / Mitte 20 verlassen worden. Was für ein Drama, auch ich erinnere mich genau. Darüber kann man schreiben ja – aber welche neu Facette will man da noch beleuchten? Nagelschmidt fällt eine Variante ein. Er schreibt über die aktuelle Krise und dann schreibt er noch darüber, wie man die Krise mit 20 Jahren abstand sieht, um nochmals alles umzurühren. Selbstreferntiell bis – sorry, das ist so – zum Erbrechen. Finger weg!
  • Rader, Olaf: Friedrich II – 5/10Abstriche gibt’s einfach dafür, dass man schon etwas mehr über die konkreten politischen Ziele Friedrichs erfahren hätte. Ansonsten sehr umfassende Biographie mit guter zeitlicher Einordnung und flotter Schreibe.
  • Vergil: Aeneis – derzeit 9/10 da noch nicht fertig – Meine Herren ist das gut und spannend!
  • Seedig, Katrin: Das Dorf – 4/10Wer sich fürs Thema Mikrokosmos Dorf als Spiegel der Gesellschaft / Welt interessiert, der lese lieber „Unterleuten“ von Juli Zeh.
  • Melandri, Francesca: Alle, außer mir – 8/10Immerhin, wenigstens ein gutes Buch im Urlaub gelesen. Sie verknüpft sehr, sehr geschickt das aktuelle Italien mit der aktuelle Flüchlingskrise und der Zeit, als die Italiener in Äthiopien als Kolonialherren das Sagen hatte. Die Erzählerin samt Geschwister wird nämlich plötzlich mit einem (schwarzen) Neffen konfrontiert, dessen Vater der eigene Vater in der Kolonie ebenso schnell gezeugt wie vergessen hat. Das ist überraschend vielschichtig und auch wenn man sich mit italienischer Geschichte nicht auskennt wie ich, dennoch gut zu lesen und nachzuvollziehen. Ich hab’s ja echt nicht so mit ‚tagesaktueller Literatur‘ – aber das hier zeigt ohne jeglichen Zeigfinger eine Menge von Aspekten und Facetten auf, die selbstverständlich genauso gut nach Deutschland passen (und für solche Populisten wie Söder eigentlich Pflicht wären – aber denen ist das ja schon wieder zu hoch). Ganz klar: Mit den besten Empfehlungen!

Es gab dann noch die Krimis „Leo Berlin“ von Susanne Goga, „The Drop – Bargeld“ von Dennis Lehane und „Tod in Deauville“ von James Holin sowie „Die Herzen aller Mädchen“ von Monika Geier. Alle mit Müh und Not gerade 2/10 und meine Empfehlung: Lest was anderes.

Apulien ist …

  • … sehr heiß! (Morgens um 9 meist schon 30 Grad, nachts ‚kühlt‘ es auf 25 Grad herunter, so dass man nackt ohne Decke schlafen kann.)
  • … in weiten Teilen unterbewertet. Landschaftlich ist das dort hochreizvoll, kulturhistorisch ein einziger Hammer.
  • … total nervig, was den Straßenverkehr angeht. Die fahren dort wirklich nur wie gesengte Säue, keine Regel gilt – und das bei z.T. katastrophalen Straßenzuständen.
  • … (noch) das Sehnsuchtsitalien aus den 50ern. Kleine Städtchen, verwinkelt und pitoresk, mit ‚dem italienischen Leben‘, wie man es sich immer so schön vorstellt. Das heißt aber auch: Apulien ist bitter arm.
  • … mit sehr gutem Wein gesegnet.
  • … irgendwie mit komischen Campingplätzen ‚gesegnet‘. Die meisten, auf denen wir waren, waren voll von Dauercampern, die sich teilweise trutzburgartig eingebunkert hatten. Aber immerhin auf dem letzten gab es abends dann mein geliebtes Bambinisingen.
  • … dann doch arg weit weg, dass sich Fliegen lohnt. Denn mit dem Zug braucht man doch 22 Stunden (was ab bzw. bis zur deutschen Grenze gut funktionierte – innerhalb Deutschland jedoch nicht).
  • … zwar italienisch, was die da sprechen erinnert aber nur an das, was man mal in der Volkshochschule gelernt haben. Aber die Verständigung klappt, auch wenn selbst junge Menschen so gut wie kein Englisch können.
  • … kulinarisch sehr reizvoll – haben wir jedenfalls mehrfach gelesen. Mitbekommen haben wir es leider nicht, denn Campingplätze liegen überlicherweise nicht neben den Restaurants, die man besuchen sollte – und ganz ehrlich,  uns war ein Abendessen um 21 Uhr einfach irgendwie zu spät.
  • … ist deswegen schon eine Reise wert, weil die Mozarella haben, wie ich es in Deutschland nicht einmal ansatzweise genossen habe.

Vado in Apulia

Die Temperaturen: Am Meer so um die 28 Grad tagsüber, nachts um die 22. Im Landesinneren tagsüber mindestens 35 Grad, örtlich auch mal 40, nachts so um die 25. Ich bin mal so ‚mutig‘ und habe keinen Pulli eingepackt.

Bis die Tage also – ich werde berichten.

Musil lesen

"Der Mann ohne Eigenschaften" in weniger als 123 Wochen

Ein Nudelsieb bloggt, ...

... denn man(n) kann sich ja nicht alles merken ;)

KenterKönig

und anderes aus der weiten Welt

Die Welt des DrSchwein

Höhepunkte eines verkorksten Lebens

Winterlicht Fotografie

Fotografie berührt mein Herz

Bonaventura

Lektüren eines Nachtwächters

Familienbande

Proustprojekt, angelehnt an "Jochen Schmidt liest Proust", lese ich jeden Tag zwanzig Seiten in der Recherche, blogge darüber und füge Alltägliches hinzu.

Early 50

Ein Blog über Krebs und andere Geschichten

Alltags.Seele

milieu | konstruktiv | erleben

herschelmann fotografie blog

einige mehr oder weniger tolle ideen um die fotografie

Frollein Polly und ihr Senf

I'm weird, get over it :]

Erotischer Adventskalender - der Test

Du wolltest schon immer wissen, was die teuren erotischen Adventskalender taugen? Ich habe den Test für dich gemacht ...

Rummelschubsers Blog

Ein Rummelschubser im Kampf vs Glioblastom

Tanne's lyrische Lichtungen

Einsame Insel. Tosende See. Peitschender Wind. Finsterer Nadelwald. Lichtungen. Ewige Stunde null? Willkommen.

Geschichten aus der Großstadt

aus dem Leben eines Singles