Durch die Zeit

Monat: September, 2018

E vs G

Wenn man wie ich es gewohnt ist auf einem Gasherd zu kochen, dann ist das Kochen auf einem E-Herd gelinde gesagt ein Rückschritt in der Entwicklung des Kochens an sich.

„Heimat“urlaub

Früh auf dem Wochenmarkt, der auch einer ist. Kundin zur Bäuerin: „Ach, wie ich das schön, so ohne Touristen.“ Darauf die Antwort: „Die kommen leider schon noch!“

Ich sitze nach Markteinkauf und Wurst noch in einem Kaffee am Platz und beobachte, wie sich immer mehr Menschen auftauchen, die definitiv nicht einkaufen, sondern nur gucken.

Nach dem Mittagessen reicht die Sonne noch zu einem Sonnenbad und ich merke, ich sollte mich da auch mal wieder etwas rasieren.

Kurzes Treffen mit der Ex und die Feststellung: Ich möchte in dieser Puppenstubenstadt mit all‘ ihren Gutmenschen nicht mehr leben.

Heute morgen beim Aufstehen gerade sieben Grad. Dennoch nackt raus auf den Balkon und mit Blick auf die Innenstadt unter der heißen Dusche gestanden.

Am Bahnhof nochmals für zwei Minuten die Ex mit einer Tüte Steinpilze für mich / uns. Mein Mann wird vor Freude im Dreieck springen, wenn er wieder von der Burg zurück ist.

Mit einem frühen Zug zurück. Dachte, der ist nicht so voll. Falsch gedacht. Und: Ich will den Nachmittag jetzt einfach noch für mich.

 

 

Titellos

Verein 1 schmeißt ne Runde Fortbildung für einen Nebenbereich, in dem ich auch aktiv bin. Referentin ist eine Fachfrau, die ich seit vier Jahren schon über einen bestimmten Mail-Kontakt kenne. Einerseits macht mich das neugierig, andererseits habe ich auch das Gefühl, es könnte mich ggf. bremsen, wenn sie dann merkt, dass ich vielleicht doch nicht so gut bin, wie der Eindruck … . Aber dann wird’s egal.

Sie ist gut, echt gut – das macht 20 Jahre Erfahrung gegen meine vier. Also saugen wir. Doch es wird mit der Zeit auch anstrengend, weil sie nach einer allgemein-theoretischen einführenden Wiederholung zuerst an die Texte geht und dann an die, die diese Texte geschrieben haben – nämlich wir. Zufällig zieht sie bei einer Übung noch gerade mein Hauptthema aus dem Ärmel, was dann mir richtig Kraft kostet, im Setting zu bleiben. Und auch wenn sie nicht das Rad neu erfindet, einiges von aus dem Bereich schon oft Gehörte begreife / sehe ich in anderen Zusammenhängen, erschließen sich mir mit zumindest neuen Aspekten.

U. macht in den Pausen mir gegenüber äußerst kryptische Andeutungen, dass sie am Abend „Grenzen überschreiten“ wird, doch auf Nachfragen heute Abend, kommt nur Kryptisches zurück. Bin so klug wie zuvor, aber auch irgendwie froh, jetzt mir nicht noch was anderes ans Bein gebunden zu haben (auch wenn ich signalisiert habe, dass ich auch morgen noch Mails lese …).

Bei meiner schon seit ein paar Wochen immer bewußter werdenden Selbstbeoachtung komme ich langsam nicht mehr umhin zu konstatieren, dass gegebenenfalls unter Umständen möglicherweise vielleicht sich eine klitzekleine Änderung anbahnen könnte.

Abends die Schwester am Telefon, der die nicht einfache, sie schon seit Wochen überfordernde familäre Lage, langsam bewußt wird. Zu meinem großem eigenen Erstaunen lässt sie sich auf einen kritischen Dialog ein und ich lasse meine Erfahrung spielen und merke, wie ich neue Akzente setzen kann. (Weiß aber auch, dass die Halbwertzeit dieser bei ihr ca. 12 bis 18 Stunden betragen.)

z.K.

Große Unzufriedenheit mit zwei Gesprächen. Aber je länger ich nachdenke, desto klarer wird mir, dass ich da einfach in einem Dilemma bin. Egal was ich mache, es ist nicht gut. Gebe ich den beiden Raum, dann lade ich sie ein, sich in ihrer Welt weiter zurückzuziehen, sich weiter in ihrem Leiden zu bestätigen. Den Raum den ich ihnen gebe nutzen sie, um ihren eigenen Raum weiter mit noch höheren Mauern zu umgeben, die das Überwinden noch schwieriger zu machen. Je mehr Raum, desto mehr Isolation. Und das danken sie mir.

Gebe ich ihnen aber nicht dem Raum bzw. halte dagegen und versuche in ihren lückenhaften Argumentationen die Lücken zu vergrößern, dann arbeite ich gegen sie. Dann versuche ich, ihr Mauern wieder brüchiger zu machen, damit die Hürde, notwendige professionelle Hilfe zu suchen bzw. sie zuzulassen geringer wird.  Aber wenn ich das tue, dann tue ich ihnen weh weil ich gegen sie bin, sie konfrontiere, nicht bestätige sondern verunsichere und sie nicht entlaste, obwohl sie das mit dem Gespräch gesucht haben.

Ich hab heute bei beiden dagegen gehalten, massiv, auch wenn es ihnen hörbar weh tat. Das kostet Kraft, dass ist auch nicht gerade unagressiv, das sind Kämpfe um Hoheiten. Auch wenn ich mich nicht wirklich dabei wohl fühlte, aber ich möchte einfach die klitzekleine Chance nicht verpassen, dass das Gespräch ein Sandkorn zu einer anderen Entscheidung sein könnte, nämlich zur Entscheidung, professionelle Unterstützung zuzulassen.

Ich habe auch dagegen gehalten, weil ich es bei den beiden einfach nicht mehr ertrage, wie sie sich in ihrem Selbstmitleid suhlen und immer tiefer in ihrer eigenen abgekoppelten Welt einrichten. Sollte ich es ihnen aber nicht gönnen, weil sie ja nichts anderes haben, derezeit aufgrund ihrer persönlichen Lage und psychischer Verfassung nichts anderes können? Wo braucht es die ‚harte Hand‘, wo das Mit-leiden und das einfach-begleiten?

Es wird immer Menschen geben, bei denen das nicht wirklich zu entscheiden sein wird. Daher wird es diese Ungewissheit immer wieder geben. Doch es gibt Tage, wie heute, wo das nicht so einfach auszuhalten ist.

Komm in den totgesagten park

Der schimmer ferner lächelnder gestade
Der reinen wolken unverhofftes blau
Erhellt die weiher und die bunten pfade.
Dort nimm das tiefe gelb – das weiche grau
Von birken und von buchs – der wind ist lau
Die späten rosen welkten noch nicht ganz
Erlese küsse sie und flicht den kranz
Vergiss auch diese letzten astern nicht
Den purpur um die ranken wilder reben
Und auch was übrig blieb von grünem leben
Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.

Stefan George

F.W.N.

In Vorbereitung auf das Musil-Projekt lese ich gerade eine Biographie zu Friedrich Wilhelm Nietzsche. Entweder ist seine Philosophie so ein bisschen ‚durch‘ oder ich steig da nicht wirklich durch. „Also sprach Zarathustra“ habe ich ja vor ein paar Monaten schon mal gelesen und entschlossen, dass es absolut nix für mich ist. Auch da bin ich nicht wirklich durchgestiegen oder war mir permanent unsicher, ob er das wirklich so meint, was er schreibt, oder ob ich da etwas ‚Verstecktes‘ übersehen / überlesen habe – oder aber ob ich einfach zu doof für ihn bin.

Noch habe ich gut 100 Seiten, vielleicht kommt ja noch die Erhellung. Und wenn nicht, dann schlage ich mich halt so durch Musil, habe ich ja bei der ersten Lektüre auch getan.

Dazwischen

Ich hab‘ grad nix, außer eine Menge unsortierter Gedanken und Überlegungen.

# 522

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Ich hätte es ja wissen können

Vorgestern die Fenster geputzt.

Gestern hat es geregnet.

Statt schwimmen …

… zur Zahnärztin. Ich vergesse immer, dass die superfreundlich und nett ist, was mir eine Winzigkeit der Anspannung nimmt. Bohren tut sie auch diesmal nicht, sondern versiegelt Zahnhälse in der Hoffnung, dass das Aua abnimmt, denn Schmerzen sind es nicht, dennoch unangenehm. So richtig besser ist es immer noch nicht, aber immerhin ich weiss, was es ist.

Raus gehe ich aber mit einer Überweisung zum Kieferchirurgen, weil der letzte Weisheitszahn jetzt auch noch raus muss (und ich dachte, die wären es schon). Je nach Termin nochmals zusätzlich zum Hausarzt, um mir ne Tavor geben zu lassen, denn den Stress packe ich gerade nicht.

Verbessert die Grundstimmung der Zeit nicht, zum Ausgleich habe ich mir ein paar Frikadellen gemacht.

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