Wandertag 2

von Bert

Die Gegend, durch die ich latsche, ist ohne jede Frage schön. Noch schöner wäre es, wenn es auch nur rudimentäre Beschilderung gäbe. Das war heute absolut Mangelware und ich kann nur schätzen, wie viel Kilometer ich irrend in der Gegend rum bin, anstatt dem Ziel entgegen. (Die neuen elektronishen Wanderkarten haben auch ‚versagt‘, irgendwie bekommt mein Tablet keine GPS-Daten mehr – es hat mal funktioniert – ich kann es mir mal wieder nicht erklären – ich glaube, ich brauch doch ein Handy …)

Eigentlich eine perfekte Tour, denn es geht nicht nur durch langweiligen Wald sondern auch durch freies Gelände, vorbei an jetzt nicht so wahnsinnig wichtigen Sehenswürdigkeiten, aber zumindest schön anzusehenden. Darüberhinaus mindestens zwei tolle Fernblicke und – mit zu vernachlässigenden Ausnahmen – moderaten Steigungen. (OK, das eine Stück runter hatte es echt in sich, wenn es nass gewesen wäre, hätte ich das nur auf dem Hosenboden gemacht.) Dazu nahezu perfektes Wetter – die 28 Grad am Schluss waren vielleicht etwas viel.

Da ich wegen den vielen Irrungen abkürzte, wurden es laut Plan nur 19 km. Der Schrittzähler zeigt dagegen 29 km an und bei den knapp fünf Stunden Wanderzeit einige ich mich mal auf ca. 25 km. Die Beine sagen das auch, denn gepaart mit dem Altherrenturnen gestern ist das gerade eine arg unheilige Allianz. Mein Mann hat zwar Hexenschuss, kann sich aber flotter bewegen als ich gerade.

Teuer wurde es auch noch, richtig teuer sogar, denn auf der Rückfahrt, dachte ich die Fahrkarte in der Bahn zu bekommen. Bekam ich aber nicht und galt, obwohl ich höflich fragte, gleich mal als Schwarzfahrer – 60 Euro futsch. Auf der Strecke verkehren drei verschiedene Verkehrsgesellschaften und bei zweien kann man in der Bahn … nur bei der nicht. Die Begründung fand ich dann auch noch herzallerliebst: „Es steht ja draußen an dem Waggon dran!“ Aha, das heißt, die da nicht regelmäßig fahren, lesen es, kaufen sich ’ne Karte am Automaten und steigen dann in die Bahn – die frühestens eine Stunde später fährt. Ich empfand das als arge Abzocke, wo echt klar war, dass ich das nicht absichtlich gemacht habe.

Tja, das Budget ist daher futsch, für die anderen Tage muss ich mir jetzt was suchen, was ich mit dem Job-Ticket erreichen kann, aber das ist reichlich abgegrast.