Titellos

von Bert

Verein 1 schmeißt ne Runde Fortbildung für einen Nebenbereich, in dem ich auch aktiv bin. Referentin ist eine Fachfrau, die ich seit vier Jahren schon über einen bestimmten Mail-Kontakt kenne. Einerseits macht mich das neugierig, andererseits habe ich auch das Gefühl, es könnte mich ggf. bremsen, wenn sie dann merkt, dass ich vielleicht doch nicht so gut bin, wie der Eindruck … . Aber dann wird’s egal.

Sie ist gut, echt gut – das macht 20 Jahre Erfahrung gegen meine vier. Also saugen wir. Doch es wird mit der Zeit auch anstrengend, weil sie nach einer allgemein-theoretischen einführenden Wiederholung zuerst an die Texte geht und dann an die, die diese Texte geschrieben haben – nämlich wir. Zufällig zieht sie bei einer Übung noch gerade mein Hauptthema aus dem Ärmel, was dann mir richtig Kraft kostet, im Setting zu bleiben. Und auch wenn sie nicht das Rad neu erfindet, einiges von aus dem Bereich schon oft Gehörte begreife / sehe ich in anderen Zusammenhängen, erschließen sich mir mit zumindest neuen Aspekten.

U. macht in den Pausen mir gegenüber äußerst kryptische Andeutungen, dass sie am Abend „Grenzen überschreiten“ wird, doch auf Nachfragen heute Abend, kommt nur Kryptisches zurück. Bin so klug wie zuvor, aber auch irgendwie froh, jetzt mir nicht noch was anderes ans Bein gebunden zu haben (auch wenn ich signalisiert habe, dass ich auch morgen noch Mails lese …).

Bei meiner schon seit ein paar Wochen immer bewußter werdenden Selbstbeoachtung komme ich langsam nicht mehr umhin zu konstatieren, dass gegebenenfalls unter Umständen möglicherweise vielleicht sich eine klitzekleine Änderung anbahnen könnte.

Abends die Schwester am Telefon, der die nicht einfache, sie schon seit Wochen überfordernde familäre Lage, langsam bewußt wird. Zu meinem großem eigenen Erstaunen lässt sie sich auf einen kritischen Dialog ein und ich lasse meine Erfahrung spielen und merke, wie ich neue Akzente setzen kann. (Weiß aber auch, dass die Halbwertzeit dieser bei ihr ca. 12 bis 18 Stunden betragen.)