2 – Haus und Wohnung des Mannes ohne Eigenschaften (11-13)

von Bert

Ginge man die Straße, auf der das Unglück passierte weiter, würde man zu einem „Jagd- oder Liebesschlößchen“ kommen – aus dem 17. bzw. 18. Jahrhundert – Haus des Mannes ohne Eigenschaften (MoE) – der zählt Autos – schätzt Geschwindigkeiten – bedenkt die Anstrengungen, die ein Mensch im Straßenverkehr erbringen muss – meint, Atlas hätte weniger Kraft gebaucht, die Welt zu stemmen – MoE ist der Überzeugung, dass die Muskelleistung der Normalbürger insgesamt viel mehr Energie verschlingt, als „die heroischen Taten“ – These des „rationalisierten Heldentums“

Die Zeit bewegt sich. Leute, die damals noch nicht gelebt haben, werden es nicht glauben wollen, aber schon damals bewegte sich die Zeit so schnell wie ein Reitkamel; und nicht erst heute. Man wußte bloß nicht, wohin.

Aha, da hat mich die Erinnerung getrügt, der Mann aus dem 1. Kapitel ist also doch nicht MoE (und seine Schwester) wie ich mich meinte zu erinnern. Nun denn. MoE steht also gelangweilt bei sich zu Hause rum und macht sich tiefsinnige Gedanken. Wenn ich am Fenster stehe und Autos zähle, was ich zugegebenermaßen jetzt nicht wirklich oft tue, was auch daran liegen man, dass so viele Autos nicht vorbeifahren, fällt mir sowas nicht ein. Hier also die Relativierung des Heroischen zu Gunsten des bürgerlichen Lebens. Der Held ist der Mann / die Frau auf der Straße – das ist die Moderne. Fein der Schluss. Der MoE geht zurück durch seine Zimmer, kommt an einem Boxball vorbei und gibt diesem „einen so schnellen und hetigen Schlag, wie es in Stimmungen der Ergebenheit oder Zuständen der Schwäche nicht gerade üblich ist“.