4 – Wenn es Wirklichkeitssinn gibt, muß es auch Möglichkeitssinn geben (16-18)

von Bert

Türen haben Rahmen, darauf muss man achten, also: Wirklichkeitssinn – wenn es den aber gibt, siehe Überschrift – Definition des Möglichkeitssinn – es gibt „Möglichkeitsmenschen“, auch „Phantasten, Träumer, Schwächlinge und Besserwisser oder Krittler“ genannt – auch „Idealisten“ – das Mögliche umfasst auch „die noch nicht erwachten Absichten Gottes“ – 1.000 Mark enthalten Möglichkeiten, egal ob man sie besitzt oder nicht – Wirklichkeit weckt Möglichkeit – mögliche Wirklichkeit vs wirkliche Möglichkeit – verschiedene Beispiele

So ließe sich der Möglichkeitssinn geradezu als die Fähigkeit definieren, alles, was ebensogut sein könnte, zu denken und das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen als das, was nicht ist. (16)

Es verwundert nicht, dass dieses eher theoretische Kapitel so früh steht. Es ist quasi die Unterlage, auf die der Roman funktioniert. Musil geht es im MoE nicht so sehr darum, eine spannende Geschichte zu erzählen oder vielleicht ein Sittengemälde zu zeichnen, vielmehr geht es ihm um das Ausloten von Zuständen. Damit ist nicht so sehr Emotionales gemeint, sondern mehr Sein-Zustände an sich. Es ist auch ein Ausprobieren und das Überschreiten von Grenzen damit gemeint.  Es wird nicht das einzige eher theoretische Kapitel bleiben.