Durch die Zeit

Monat: Dezember, 2018

Hermes, die zweite. Eine Warnung

Das angebliche Transportunternehmen Hermes ist nach sieben Tagen immer noch nicht in der Lage, mir das Päckchen zuzustellen.

Bei einem erneuten Anruf heute kam zudem die Auskunft, dass sie auch keinen Liefertermin nennen können sondern mich auf „unbestimmte Zeit“ vertrösten müssen.

Dienstleistung ist sicher etwas anderes und ich würde allen abraten, diesen „Dienst“ in Anspruch zu nehmen. Das ist einfach nervenschonender, denn das Ergebnis bleibt sich ja gleich.


Nachtrag eine Stunde später

Auf meine Beschwerdemail erhielt ich prompt eine Antwort mit folgendem Inhalt:

Derzeit erhalten wir viele Anfragen. Daher benötigen wirmomentan mehrere Tage für eine Antwort. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Ich denke, dazu braucht es von mir keinen weiteren Kommentar.

Aus lauter Langeweile

Aus lauter Langeweile im Job werde ich jetzt wohl mit VBA beginnen. Ne 150-seitige Einführung habe ich schon mal ausgedruckt und der Chef wird mir sicher auch noch ein richtiges Lehrbuch gönnen. Dann hat er kein so großes schlechtes Gewissen, dass ich mich so langweilen muss. (Und in so einem dicken Fachbuch lässt sich dann auch der E-Reader einfach besser verstecken!)

Melde mich …

… nachträglich hier einfach mal krank.

Weiß echt nicht, welche ICD der Arzt schreiben würde – aber irgendwas mit „unbestimmt“. Viel Kopfweh, Schlappheit, Schlafsehnsucht (unerfüllt meist) und so nen kleinen Tunnelblick.

24 – Besitz und Bildung; Diotimas Freundschaft mit Graf Leinsdorf und das Amt, berühmte Gäste in Einheit mit der Seele zu bringen (98-103)

Diotima ist die Busenfreundin von Graf Leinsdorf – er verehrt sie – sein Wohlwollen macht ihren Salon bekannt – ist Patriot und Kapitalist – macht etwas auf Fähnchen im Wind – beschreibt sich als ein „leidenschaftlicher ziviler Idealist “ – in ihrem Salon gehen hochangesehen Leute ein und aus – gute Gastgeberin – Problematiken eines Salons – von der Unfähigkeit „zu einem einfachen, aber gehobenen Beisammensein der Menschen

Seit ihr Ehrgeiz durch Erweiterung zu Geist geworden war, hatte sie dieses Wort [Kultur] immer häufiger gebrauchen gelernt. (101)

Diotima hat mit ihrem Salon ein Grundproblem: Es ist äußerst schwierig, die Menschen zu einer echten Unterhaltung zu bekommen. Denn – und das hat sich ja nicht geändert – die meisten hören sich halt immer selber gern reden, so dass ein Dialog nicht aufkommen will. Andererseits wird die Realität immer komplexer, so dass ‚einfache‘ Gespräche kaum noch möglich sind, wenn sie Inhalt haben sollen. Sie ist mit den meisten Themen zumindest leicht überfordert, während ihr Mann das gut handeln kann. Das führt zu einer Entfremdung.

Hermes

Man erinnert sich aus der Schulzeit: Hermes, das war der mit den Flügeln an den Fersen ggf. auch mit zwei am Helm und hatte als Jobbeschreibung: Bote, genauer: Götterbote.

Kein schlechtes Vorbild, was sich da der nicht nur weltliche sondern auch neuzeitliche Paketdienst Hermes genommen hat. Dass das mit dem göttlich wohl auf Erden nicht hinkommen kann, mag man ja noch verstehen, aber dass das mit dem Boten an sich dann auch nicht klappt, verwundert bei einer solchem Dienstleister dann schon.

Am Dienstag sollte mein neues Handy kommen. Der Hermesboten stand vor verschlossener Tür, da sehr, sehr viele Mensche um die Uhrzeit, wie auch der Bote, arbeitet. Der Bote, ob mit oder ohne Flügel weiß ich nicht zu sagen, war ja nicht da, versuchte es auch erst gar nicht bei den Nachbarn (da hätte er bei zweien zwar keine 100-prozentige Chance gehabt, aber doch eine von 95 Prozent) sondern er hinterließ eine eher schnöde Benachrichtung mit dem Inhalt, er würde es am Mittwoch nochmals versuchen.

Am Mittwoch von einem Boten keine Spur, auch keine Nachricht. Nix. Die Sendung der Paketnummer im Internet ergab (bis heute übrigens) die Auskunft: Der Nachweis könne erst zwei (!) Stunden nach erfolgloser Zustellung angezeigt werden.

Der Donnerstag verlief wie der Mittwoch.

Der Freitag verlief wie der Donnerstag. Mit dem Unterschied, dass ich jemand ans Telefon bekommen habe. Die Aufkärung:


Dienstag: gescheiterter Zustellversuch
Mittwoch: Der Bote hatte zuviel zu tun und es zeitlich nicht geschafft.
Donnerstag: Auto kaputt
Freitag: Das Paket befindet sich wieder im Verteilzentrum und wird für eine weitere Auslieferung vorbereitet.

Voraussichtliche Ankunft hier: Am Dienstag.

Hätte der echte Hermes so gearbeitet, Zeus wäre einiges an Strafen eingefallen.

# 531 – Mein Tagwerk

23 – Erste Erscheinung eines großen Mannes (95-98)

Am selben Tag hat Diotima noch eine weitere Begegnung – Gast ist diesmal Dr. Paul Arnheim – der ist unermesslich reich – ist Deutscher – ist weit über 40 – Diotimas Zofe heißt Rachel – die hat schon viele Gerüchte über Arnheim gehört: eigener Zug, ganzes Hotel gemietet, Mohr als Diener … – stimmt alles nicht, bis auf den Mohrenknaben – Diotima Tochter eines Mittelschullehrers – Ihr Mann also eine gute Partie – sein Aufstieg war eher Zufall – sie wächst etwas mit der Karriere ihres Mannes

Sie [Diotima] hatte in ihrer Mädchenzeit nichts gehabt als ihren Stolz, und da dieser [ihr zukünftiger Mann] hinwieder nichts hatte, worauf er stolz sein konnte, war er eigentlich nur eine eingerollte Korrektheit mit ausgestreckten Taststacheln der Empfindsamkeit gewesen. (97)

Eine Art Zwischenszene. Diotima ist genauso wie Rachel aufgeregt, da der reiche und berühmte und angesehene Arnheim kommt. Der ist aus einer Bekanntheitsliga, in der Diotima sonst nicht mitspielt. Hat aber von ihrem Mann Tipps bekommen, wie sie sich verhalten soll – so ganz eigenständig ist sie halt nicht aber mit der Karriere ihres Mannes gewachsen. Das heißt, sie hat jetzt einen Salon in dem sich „Gesellschaft und Geist“ treffen. Auf welchem Niveau, wird sich noch zeigen.

WMDEDGT 12/18

So gut wie jeden Monat fragt das Fr. Brüllen, was man denn so am Tag macht.

6:29 – Der Wecker klingelt spät und ich bleibe sogar noch eine Minute liegen.
6:31 – In der Küche, Tee aufsetzen.
6:33 – frühmorgendliche Badaktivitäten verschiedener Art
6:40 – Tee aufgießen und anziehen
6:45 – Tee genießen, eine große Kanne Tee kochen, Brote schmieren.
6:55 – Zeitungslektüre
7:19 – Richten für den Tag
7:25 – erwische noch die 1
7:45 – erwische eine frühere 17
8:01 – schon im Bildungszentrum – im Grunde viel zu früh, daher
8:03 – einen schnelle Kaffee mit Schinkenbrötchen
8:22 – Ankunft in Raum S5, Frau W. ist auch schon da. Begrüßung, Unterlagen auspacken, kleine Absprachen, Prüfungsunterlagen scannen
8:30 – Pünktlich stehen die ersten beiden Prüflinge im Raum, wie sie unterschiedlich nicht sein können. Sie wird die Prüfung nicht bestehen (da durch das Schriftliche durchgefallen), er könnte ne gute Note machen. Sie aufgeregt wie ein Gummiball, er die Ruhe selbst. Sie … jedenfalls kommt es so und Frau W. und ich prüfen uns ohne wirkliche Pause einen Wolf ab, bis …
13:15 – … der letzte Prüfling gar nicht kommt und wir unsere Sachen packen können.
13:28 – Wieder die 17 zurück, dann in der Stadt auf der Suche nach Grappagläsern, dazwischen eine schlechtschmeckende Currywurst auf dem schrecklichen Weihnachtsmarkt, da u.a. „Stille Nacht“ mit erheblicher Dezibel-Zahl über den kleinen Platz schreit.
15:45 – Zuhause. Der Paketbote war zwar für meinen Mann da, noch (?) nicht aber für mich. Ahnung, dass das mal wieder ne Hängenummer wird.
15:59 – Viel zu wenig Schlaf in den letzten Tagen und Nächten, ich gönne mir eine Runde.
16:15 – Schwer erhebe ich mich, der Mann ist auch schon da, gemeinsam Tee und Absprachen zu Freitag, Abendessen und Linzertorten, die ich morgen backen werde.
17:00 – Tageslektüre, derzeit die „Metamorphosen“ von Ovid und die „Sagen des klassischen Altertums“ von Schwab – muss ja auch mal sein.
17:55 – Werde jetzt doch noch in die Küche beordert und helfe ohne zu klagen. Dazwischen ein alkfreies Bier und den ein oder anderne Blick in die Glotze.
18:45 – Abendessen (überbackener Blumenkohl) dazu irgendeine strunzdumme Vorabendserie, aber die Akkus sind gerade leer.
19:20 – Mein Mann versucht heldenhaft sein neues Internetradio zu installieren. Aber da muss erst der Checker kommen, also ich – jetzt funktionierts und für den Rest des Abends werde wohl ich mit der Musik sämtlicher griechischer Sender beschallt werden.
20:20 – mein Mann arbeitet sich in die Mediathek ein und findet einen wirklich spannenden Film … der dann doch zu einem großen Entsetzen der Beginn eines Mehrteilers ist. Ich mag ja Serien!
22:00 – Ja, auch ich habe Abgründe … also gucke ich noch in das Finale von „The Taste“ rein – immerhin ist ja einer der Kandidaten noch ein echtes Schnuckel.
geplant: 22:30 – Nachtlektüre und wohliges Einschlafen (wünschen wird man sich ja noch was dürfen!)


So oder so

Seit Woche lebe ich ohne Handy. Und ich muss sagen, es ist nicht nur möglich, sondern auch lebenswert. Der einzige Nachteil ist, dass etws an Komfort fehlt. Schließlich kann man nicht mehr zehn Minuten vor einem Treffen mitteilen, dass man 15 Minuten später kommt. Plötzlich muss man sich auch auf andere verlassen (können).

Wegen mir hätte das eigentlich so weiter gehen können, aber mein Mann machte am Wochenende doch einen gewissen Druck – und so habe ich mir das Billigste vom Billigsten jetzt mal bestellt.

Heute hätte es kommen sollen. Natürlich war der Bote zu einer Uhrzeit da, an der ich nicht zu Hause war (wie immer).

Und plötzlich fehlt es mir etwas und ich hoffe, dass es morgen dann da ist bzw. ich, wenn der Bote …

Zu wenig, also: Is nich‘!

Heute auf dem Amt. Auf Bitten wollte ich für eine befreundete Türkin eine „Verpflichtungserklärung und Einladung von visumspflichtigen Ausländer/-innen“ abgeben. Darf ich aber gar nicht. Ich verdien zu wenig und da hat der sStaat hat Angst, dass er auf envetuelle Kosten sitzen bleibt, da bei mir zu wenig zu pfänden gibt. So die nette Auskunft der Frau hinterm Schreibtisch.

Ich lass‘ das mal jetzt ohne Kommentar so stehen.

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