22 – Die Parallelaktion steht in Gestalt einer einflußreichen Dame von unbeschreiblicher geistiger Anmut bereit, Ulrich zu verschlingen (91-95)

von Bert

Ulrich hätte Leinsdorf aufsuchen sollen, tut es aber nicht – besucht seine „großen Kusine“ – kennt sie nicht – hat aber Abneigung gegen sie – Es gibt viel Lob über sie von anderen – Ulrich vermutet in ihr eine „geistige Schönheit“ und nett sie für sich Diotima, nach der „berühmten Dozentin der Liebe“ – in Wirklichkeit heißt sie Ermelinda Tuzzi, in Wahrheit sogar nur Hermine – Ehemann ist Sektionschef im Ministerium des Äußeren – hohe Stellung – hat auf die Geschicke Europas Einfluss – Diotima ist anscheinend nicht gerade schlank – schön ist sie dennoch – beide finden Gefallen aneinander – ist ähnlich so alt wie Ulrich – ist von der Parallelaktion begeistert – hat aber auch noch keine Idee – Ulrich hat eine Ahnung, ob es nicht zu Liebesverstrickung kommen könnte – das Stubenmädchen, was ihn hinausbegleitet, macht Eindruck auf ihn

Als er ihre [Diotimas] seine Aufwartung machte, empfing ihn Diotima mit dem nachsichtigen Lächeln der bedeutenden Frau, die weiß, daß sie auch schön ist, und den oberflächlichen Männern verzeihen muß, daß sie daran immer zuerst denken. (92)

Vorstellung Diotima. Sie macht den Eindruck, doch nicht ganz so doof zu sein, wie sie tut, aber auch nicht lange so klug wie sie tut. Sie macht den Eindruck schön zu sein, aber dann doch nicht zu schön. Sie macht den Eindruck die Parallelaktion vorwärts bringen zu wollen, hat aber auch keine Ideen. Sie macht den Eindruck das Heft in der Hand zu halten und zeigt doch Unsicherheiten. Sie ist nicht nur die Frau ihres Gattens, aber eine eigenständige Persönlichkeit nun auch wieder nicht. Diotima ist irgendwas dazwischen, von allem.