Hermes

von Bert

Man erinnert sich aus der Schulzeit: Hermes, das war der mit den Flügeln an den Fersen ggf. auch mit zwei am Helm und hatte als Jobbeschreibung: Bote, genauer: Götterbote.

Kein schlechtes Vorbild, was sich da der nicht nur weltliche sondern auch neuzeitliche Paketdienst Hermes genommen hat. Dass das mit dem göttlich wohl auf Erden nicht hinkommen kann, mag man ja noch verstehen, aber dass das mit dem Boten an sich dann auch nicht klappt, verwundert bei einer solchem Dienstleister dann schon.

Am Dienstag sollte mein neues Handy kommen. Der Hermesboten stand vor verschlossener Tür, da sehr, sehr viele Mensche um die Uhrzeit, wie auch der Bote, arbeitet. Der Bote, ob mit oder ohne Flügel weiß ich nicht zu sagen, war ja nicht da, versuchte es auch erst gar nicht bei den Nachbarn (da hätte er bei zweien zwar keine 100-prozentige Chance gehabt, aber doch eine von 95 Prozent) sondern er hinterließ eine eher schnöde Benachrichtung mit dem Inhalt, er würde es am Mittwoch nochmals versuchen.

Am Mittwoch von einem Boten keine Spur, auch keine Nachricht. Nix. Die Sendung der Paketnummer im Internet ergab (bis heute übrigens) die Auskunft: Der Nachweis könne erst zwei (!) Stunden nach erfolgloser Zustellung angezeigt werden.

Der Donnerstag verlief wie der Mittwoch.

Der Freitag verlief wie der Donnerstag. Mit dem Unterschied, dass ich jemand ans Telefon bekommen habe. Die Aufkärung:


Dienstag: gescheiterter Zustellversuch
Mittwoch: Der Bote hatte zuviel zu tun und es zeitlich nicht geschafft.
Donnerstag: Auto kaputt
Freitag: Das Paket befindet sich wieder im Verteilzentrum und wird für eine weitere Auslieferung vorbereitet.

Voraussichtliche Ankunft hier: Am Dienstag.

Hätte der echte Hermes so gearbeitet, Zeus wäre einiges an Strafen eingefallen.