25 – Leiden einer verheirateten Seele (103-107)

von Bert

Wo ist ihre Seele hin und was ist das – die Zivilisation ist schuld, dass man keinen Zugang mehr zur Seele hat – auch ihre Liebesfähigkeit hat gelitten – Tuzzi ist Verstandesmensch, das kommt ihr nicht zugute – Tuzzi gut organisiert bzw. zwanghaft – Liebe nur eine Tätigkeit unter vielen – Sex nach Zeitplan – fühlt sich gezwungen – Tuzzi weiß, das ihr Salon ihm hilft – wird von ihm nicht wirklich ernst genommen in ihren Bestrebungen – sie will Tuzzi beweißen, dass der Salon kein Spielzeug ist – da kommt die Parallelaktion gerade recht – eigentlich hasst sieh ihn, aber da sie das nicht kennen darf, ist / wird sie schwermütig – und dann kommt Arnheim

Sie liebte ihren Gatten, aber es mengte sich ein wachsendes Maß an Abscheu darein, ja eine fürchterliche Beleidigung der Seele, die man schließlich nur den Empfindungen vergleichen konnte, die der in seine großen Unternehmungen vertiefte Archimedes gehabt haben würde, wenn ihn der fremde Soldat nicht erschlagen, sonder ihm ein sexuelles Ansinnen gestellt hätte. (105)

Diotima ist unglücklich. Die Ehe ist eher ein Zweckbündnis. Aber noch hat sie nicht aufgegeben, sie will es nicht nur Tuzzi sondern auch sich beweisen. Eine Art Emanzipation.