Ich kauf‘ mir einen Muff!

von Bert

Auf speziellen Wunsch ein kurzer Bericht zu gestern.

War natürlich alles halb so spektakulär, wie es sich anhört, denn so richtig ganz nackt durfte man ja mal wieder nicht sein. Hatte man den Eingang überwunden – da saß einer (!) für 250 Nudisten, um den Namen vom Ausweis abzusprechen – sollte man sich in den Toiletten umziehen. So was versteh ich ja echt nicht. Da soll man blank ziehen, aber umziehen hinter verschlossenen Türen? Nicht mit mir – aber es ging ja nur darum sich bis auf die gewünschte fleischfarbenen Unterhose und ein T-Shirt seiner Wahl auszuziehen.

Einschub: „fleischfarben“ definierte sich in einem Farbenspektrum, der bei schwarz begann, über rot zu blau ins grüne ging. Nun ja.

Das Theater war zwar gut geheizt – wir Kunst-Nudisten wissen jetzt, dass das Theater Fußbodenheizung hat – dennoch bei der Warterei ein Bademantel von Nöten. Insgesamt schon ein lustiges Bild, wenn man bedenkt, dass hier sonst nur ganz schon aufgeputzt rumgestanden wird. Schön, das echt alle Altersgruppen vorhanden waren und das wirklich ein verschieden-fleischfarbiges Bild später abgab. (Über den Geschmack so mancher Bademäntel lässt sich dagegen streiten, vorallem die, die Augenkrebs verursachen.)

Irgendwann in den Saal. Dort erfuhren die Nudisten, dass sie nicht nur für Film- sondern auch für Tonaufnahmen gebraucht würden. Also wurden verschiedene kleine Sequenzen geübt – siehe Titel – und x-mal aufgenommen. Aber das passierte alles eher auf die spaßige Art. Die eigentliche Nacktaktion beschränkte sich, wie vermutet, gerade mal darauf, dass auf Kommando erst die Bademäntel und dann die T-Shrits ausgezogen wurden – was mehrfach wiederholt wurde, um sicher zu gehen. Der Effekt ist übrigens erstaunlich klasse, ein Publikum sieht so viel homogener aus. Das konnten wir nämlich sehen, da auf die Bühe ein übergroßer Spiegel aufgestellt war, in dem sich das Publikm spiegelte. Später bei der Aufführung sollen dann die Aufnahmen auf / in den Spiegel projiziert werden, so dass sich das eigentliche Publikum vermeintlich nackt sieht. Ich kann mir diesen Effekt enorm gut vorstellen.

Und das war’s dann auch schon

Spannend dürfte es auf dem Permierenabend werden, zu dessen Feier wir als Dankeschön alle eingeladen sind. Denn der Regisseur versprach, ab 23 Uhr düften dann wieder die Hüllen fallen – und ich kann mir gut vorstellen, dass das einige von den Nudisten von gestern dann auch beim Wort nehmen werden. Wenn ich es schaffe, schaue ich auf alle Fälle vorbei … und da ich am nächten Tag Geburstag habe, warum sollte man nicht im Übereifer …