Kommunikation ist ein wunderlich Ding

von Bert

Überraschender Anruf der Schwiegermutter. Noch mehr überraschend, sie wollte gar nicht ihren Sohn, sondern mich sprechen. Ich bzw. wir mögen nach wie vor nichts meiner Schwägerin sagen, absolut nicht, dass hätte sie ja schon dieser Tage deutlich gemacht, aber sie wolle mir nun auch unbedingt sagen, dass nun alles geklärt sei, sie die Vergangenheit ruhen lassen könne, alles also gut – und bloß nicht meiner Schwägerin …

Das war so ein Anruf, bei dem ich eigentlich nicht wusste, wie ich reagieren sollte. Denn einerseits ist alles beim Alten geblieben und nichts hat sich nach meiner nachdrücklichen Intervention am 2. Weihnachtsfeiertag bei ihr geändert, anderereseits hat sie zumindest für dieses eine Mal begriffen, dass Vorwürfe selten zu konstruktiven Gesprächen führen und sie sich wohl ausnahmsweise meiner Empfehlung ‚gebeugt‘ hat und Ich-Botschaften sendete. Wie es scheint, kam es zu einem vorwurfs- und stressfreiem Mutter-Tochter-Gespräch.

Kommunikation ist ein wunderlich Ding. Denn an dem Tag hat sie so ca. 77 % der Redezeit okupiert, ich habe mir dann 3 % herausgenommen und mal ihr meine Meinung mit Empfehlungen (Ich-Perspektive einnehmen – Umstände abfragen – nicht spekulieren) gegeigt, der Rest ging auf meinen Mann und ca. 1,05 % auf ihren.

Richtig süß fand ich, dass sie sich bei mir für das Gespräch von vor drei Tagen bedankte, und ebenso bezeichnend, dass sie froh sei, nun endlich mal jemand gefunden zu haben, mit dem man endlich mal richtig reden könne.