Durch die Zeit

Monat: Januar, 2019

Alle Jahre wieder …

… überschütten mich die Neuen mit Lob, wenn sie das erste Mal dabei sind. Ein bisschen übertrieben finde ich es ja schon – sie haben normalerweise gar keine Vergleichsmöglichkeiten – aber ein gerüttel Maß nehme ich dann doch gerne an, schließlich habe ich einige Zeit investiert, um Erfahrungen zu sammeln.

GT (4)

  • Mit A. komme ich vor der Gruppe ins Gespräch. „Aha“ bzw. „soso“ oder auch „nicht wahr“.
  • Meine Unzufriedenheit von letzter Woche machte der PsychDoc in der Einstiegsgrunde gleich zum Thema. Ich gebe zu Protokoll, dass gerade meine Unzufriedenheit mir zu denken gegeben hätte, schließlich waren es ja gar nicht meine Themen, die liegen geblieben sind.
  • Die Einstiegsrunde gestaltet sich (deswegen?) recht zügig. Niemand kann sich an die Themen von letzter Woche erinnern, also gebe ich den Chronist.
  • Die Themenwahl fällt mir echt schwer, denn irgendwie spricht mit alles und gar nichts an. Entscheide mich dann für A., weil es bei ihm gerade am Meisten brennt.
  • In der Aufstellung darf ich mal wieder den Vater geben.
  • Der Energieverbrauch in den 90 Minuten ist enorm. Auf dem Weg in die Oper (Bach-Abend) gähne ich am laufenden Band und habe für ne gute Stunde Kopfschmerzen, als würde der Schädel platzen wollen.
  • Auf dem Weg fällt mir auf / ein, dass Gruppentherapie gewissermaßen ein Paradox darstellt. Man ist zwar mit anderen zusammen, soll aber nur von sich sprechen.

Erstens kommt es anders, …

Ich tue gerade – was die Jobs betrifft – wirklich gut daran, Ruhe zu bewahren. Denn mit jedem Tag kommt eine andere Variante oder ein anderer Baustein oder eine andere Lücke oder eine andere Anforderung auf’s Tapet, so dass von einer geregelten Planung nun wahrlich nicht gesprochen werden kann. Selbst der Personalbeauftragte schüttelte heute den Kopf und gestand, dass er im Grunde keine Ahnung hat, wie das alles laufen soll.

Heute Nachmittag hat sich die Variante eröffnet, die geforderte 2,5-wöchige Ausbildung, bei der ich seit letztem Jahr als Prüfer fungiere (*grins*), gar nicht absolvieren, sondern nur die Prüfungen ablegen zu müssen. Das Praktische habe ich da quasi schon bestanden, schriftlich muss ich mal noch schauen.

Wie auch immer, statt in Panik zu verfallen – was ich in solchen Situationen dann doch gerne tue – und dann für mich unangenehm hektisch zu werden, bleibe ich erstaunlich ruhig, bzw. kann ich mich erstaunlicherweise immer wieder zur Ordnung rufen.

Morgen mal ein Gespräch mit der neuen Abteilungsleiterin, mal sehen, was die noch für Ideen hat, die meine derzeitigen über den Haufen schmeißen. Aber auch die kocht nur mit Wasser.

Mehr Sammler als Hörer

Auf dem Rechner 31 ungehörte Hörbücher gefunden. Dazu noch sieben weitere, von denen ich nicht weiß, ob oder ob nicht. Aber in der Hinsicht entlastet mich der Fund: In den nächsten Wochen werde ich jedenfalls nicht in die Stadtbibliothek müssen.

40 – Ein Mann mit Eigenschaften, aber sie sind ihm gleichgültig – Ein Fürst des Geistes wird verhaftet, und die Parallelaktion erhält einen Ehrensekretär (151-162)

Ulrich ist typisch Mann – ist gerne etwas anti – hat ritterlichem Anstand (Moral) – Welt als Laboratorium – alles etwas planlos – Geist ist in Verbindung mit irgendetwas, weit verbreitet (Geist der Treue, Geist …) – aber was ist mit dem ‚Geist‘ an sich – Ulrich lebt derzeit unklar und unentschieden – „Ich liebe mich einfach selbst nicht“ – Demut der Lippen vs. Demut des Heiligen – Geist ist ein „Jenachdem-Macher“ – Räucherkammer des Geistes – hat der Geist selbst vielleicht gar keinen Geist? – zwei Ulriche nebeneinander – Geist wie eine Geliebte, die einen dauernd betrügt – Ulrich auf der Straße – ein Betrunkener stößt mit zwei Bürgern zusammen – man kommt in Streit – ein Schutzmann kommt hinzu – Rangelei – der Schutzmann „nähert sich ganz langsam einer geballten Faust, bis er blutete“ – Ulrich mischt sich ein – wird auch gleich verhaftet – auf  der Wachstube – muss warten – Impressionen – Ulrich wird von einem Wachmeister befragt – er gilt auf der Wache nix, sein Name hat keine Macht – er hat übrigens graue Augen und blondes Haar – die Stellung seines Vaters zeigt kleine Wirkung beim Wachmeister – bezeichnet sich dann als Freund von Graf Leinsdorf – das macht dem Wachtmeister Stress – schiebt ihn in die politische Abteilung ab, um Ulrich los zu werden – Überstellung ins Polizeipräsidium – der Beamte dort stutzt bei Ulrichs Namen und lässt ihn warten – Ulrich wird zum Polizeipräsidenten gebracht – der weiß von Ulrich über Graf Leinsdorf – Ulrich fühlt sich verpflichtet, Leinsdorf am nächsten Tag aufzusuchen – wird ehrenamtlicher Sekretär.

Er [der Geist] hält kein Ding für fest, kein Ich, keine Ordnung; weil unsre Kenntnisse sich mit jedem Tag ändern können, glaubt er an keine Bindung, und alles besitzt den Wert, den es hat, nur bis zum nächsten Akt der Schöpfung, wie ein Gesicht, zu dem man spricht, während es sicht mit den Worten verändert. (154)

Das bisher längste Kapitel und auch nicht einfach. Wenn ich es recht verstehe, variiert hier Musil das Thema „Zufälligkeit“ in all seinen Schichten bzw. spielt das beliebte was-wäre-wenn-Spiel. Denn wenn Ulrich sich nicht eingemischt hätte … wenn Leinsdorf nicht beim Polizeipräsidenten nachgefragt hätte … . Alles und jedes hätte eben auch genauso gut anders kommen können und Ulrich arbeitet sich daran ab, wie man was an was irgendwie festmachen kann. Man spricht zwar von ‚Geist‘, aber keinem gelingt es wirklich, das zu definieren – aber jeder handelt mit ihm. Das lässt sich natürlich auch auf andere Begriffe übertragen. Auf der Straße – und im Streit mit den Wachmännern – empfindet sich Ulrich doppelt. Auch hier das Thema der Vielfältigkeit und des nicht Fassbaren. Ich kenn jetzt leider Nietzsche einfach zu wenig, um behaupten zu können, der sei hier die Folie für das Kapitel. Aber soweit ich mich daran erinnere, ist bei Nietzsche ja auch nicht mehr alles da, wo es vorher vermeintlich war.

Die Tinte ist trocken

Endlich!

Zwar ist noch nix geklärt, aber ab Freitag hat das Lotterleben (vorläufiges) Ende.

Warum verwechsel ich immer Terrine und Pastete?

Jedenfalls für nocheinglaswein.

S. Reynard: Terrinen & Pasteten, Christian Verlag (München), 2007, S. 70

Wir ersetzen Schweinebauch und -nacken durch Schweinegehacktes, wenn möglich fettes. Entenfett haben wir auch nie, daher Butterschmalz.


39 – Ein Mann ohne Eigenschaften besteht aus Eigenschaften ohne Mann (148-150)

Ulrich ist leidenschaftlich, aber nicht im landläufigen Sinne – er ist nämlich zugleich teilnahmslos – vertraut seiner Kraft – Eigenschaften und Erlebnisse bekommen ihre Bedeutung im Kontext – deren Wertigkeit kann man selbst bestimmen – Kette von Handlungen – ein und dieselbe Eigenschaft wird je Person anders ausgelegt – Erlebnisse haben sich vom Menschen unabhängig gemacht – Auflösung des anthropozentrischen Verhaltens ist beim Ich angekommen

Ganz einfach gesprochen, man kann sich zu den Dingen, die einem widerfahren oder die man tut, mehr allgemein oder mehr persönlich verhalten. (149)

Und gleich das nächste ‚theoretische‘ Kapitel. Da Eigenschaften (und Erlebnisse) unterschiedlich interpretiert werden können, sind Eigenschaften an sich (nicht mehr) von übermäßig großer Bedeutung. Sie sind Beiwerk eines nicht näher zu bezeichnenden Charakters oder eines Ichs. Zwar nicht austauschbar, aber in ihrer Wertigkeit einem gorßen (situativem) Wandel unterworfen. Was indirekt zur Frage führt, die dem Kapitel unterliegt: Was bestimmt eigentlich mein selbst? Wie bin ich vom anderen unterschieden?

Der Erbonkel

Ich hab‘ sowas nicht. Fragt sich, warum? Bzw. warum haben die anderen anscheinend alle einen (kann aber auch eine Tante sein). Gestern erzählte mir jemand von den Problemen eines Erbes. Aber wenn man ein paar Hundertausend in Aussicht hat, ist das dann eigentlich problematisch?

13.751.355,1

Eine kleine Tradtion beim Neujahrsfest von Verein 1. Ich präsentiere in knapp zehn Minuten ein paar statistischen Fakten aus dem vergangenen Jahr. Es ist eine Art Leistungsschau, was wir alles da gleistet haben. Jetzt hat es sich zum ersten Mal seit 60 Jahren ergeben, dass eine statistisch fundierte 5-Jahres-Schau möglich ist. Die habe ich heute gemacht. Das hat richtig Hirnschmalz gekostet, weil ich da gerne scheinbare Trends als eben scheinbare entlarve (sehr einfach meist in der Gegenüberstellung von absoluten und Verhältniszahlen) und aus der Masse der Zahlen gerne Kleinigkeiten heraussuche, die das Herz erwärmen.

Echt schade, dass mir das Ausgangsmaterial (gut 300 Seiten) nur als pdf zur Verfügung stand und ich jede einzelne Zahl abtippen musste – ansonsten hätte ich da echt noch ein paar mehr Auswertungen gefahren, aber dafür reicht jetzt leider die Zeit nicht mehr.

Fazit 1: Mit Excel komme ich weit aus besser zurecht als mit dem doofen PowerPoint.

Fazit 2: 7,5 Stunden für 20 Folien und die Gesamtsumme alle Zahlen, die ich dafür gebraucht habe … siehe oben.

# 538

GT 3

Für langweilige Konferenzen gibt es ja „Bullshit-Bingo“. Irgendsowas ähnliches werde ich für die Gruppentherapie mit der Zeit auch mal anfertigen, auch wenn es, und das muss an dieser Stelle gesagt sein, echt nicht langweilig ist. Aber die Begriffe, die heute am meisten fielen waren „Schuld“ (wenig überraschend) und „Komfortzone“. Ersters wurde irgendwie mehr gähnend zur Kenntnis genommen, bei zweiteren gab es dann doch sehr unterschiedliche Interpretationen und Ansichten. Leider – und das war heute das Nervende bzw. Frustrierende – nix konnte auch nur in Ansätzen vertieft werden, weil die Einstiegsrunde irgendwie ausartete, obwohl der Vielerzähler A. es richtig knapp gehalten hat. Keine Ahnung, wo die Zeit geblieben ist. Dann wurde noch jemand aus der Gruppe verabschiedet – und weg war die Zeit.

War schon arg schade, denn bei J. und A. lagen die Themen wirklich offen da und es hätte nicht viel gebraucht, da einfach was zu bewegen. T. dagegen war heute gegenüber den anderen beiden Malen in meinen Ohren enorm schwammig, bekam aber die meisten Rückmeldungen. Anscheinend gibt es Problemkreise, die mir dann doch irgendwie fremd sind.

Unbefriedigend aber anstrengend ist für heute das Kurzfazit – ich bin, wie immer gespannt – was das Un(ter)bewußte jetzt noch draus bastelt.

Immer noch

Ich glaube, dass ist jetzt der 7. Tag in Folge, an dem ich irgendwie insgesamt ganz schön lustlos auf alles bin. Immerhin ist mir die Entscheidung, mich morgen nochmals krank zu melden, nicht ganz so schwer gefallen.

Roll on / roll off

Hätte nicht gedacht, dass soviele kommen. Und erst recht hätte ich nicht gedacht, das manche so pünktlich kommen und bis auf C. alle ein irres Sitzfleisch mitbrachten. Dass C. nach einer Stunde das Weite suchte kann ich gut nachverstehen, war er doch mit Abstand der Jüngste. Aber mich hats tierisch gefreut, dass er da war (und sich gleich vier Stück Torte einverleibt).

Der Nachmittag / Abend war mal wieder ein Beweis, wie sehr sich die Leute nach Kommunikation sehnen. Im Vorfeld hatte ich mir kurz überlegt, ob und wie ich ggf. ein Gespräch in Gang bringe, weil die Leute sich teilweise echt überhaupt nicht kannten. Aber da hatte ich nix zu tun, ich konnte daneben sitzen und zuhören. Das lief alles von selbst.

Geld lasse ich mir jedenfalls nicht mehr schenken – irgendwie war das ein blödes Gefühl. Dann lieber gar nix. S. und D. haben da sich was anderes einfallen lassen und mir eine Wanderkarte geschenkt mit der Auflage, eine Wanderung mit ihnen zu planen. Wieviele Kilometer steht nicht dabei – aber ich vermute, dass D. nach 12 zu jammern beginnt.

Leicht fiebrig lässt sich so einen Nachmittag und früher Abend echt gut überstehen, denn ich stand immer so ein bisschen neben mir und war gar nicht so erpicht darauf, jetzt aktiv mitmischen zu müssen. Meine Antworten fielen dementsprechend kurz aus, aber, siehe oben, das tat keinen Abbruch.

Morgen melde ich mich nochmals krank, denn etwas schlaff hänge ich schon noch in der Ecke, obwohl das sich mit den Mandlen jetzt erledigt hat.

Das muss einfach reichen

Für die, die nicht gehen wollen

  • Kartoffelsalat (von 2 kg. Kartoffeln)
  • 26 Wienerle
  • 6 Flaschen Weißwein
  • 4 Flaschen Rotwein
  • Diverse Schnäpse

Eingeladen sind 17 Leute, zugesagt haben 12.

Und morgen hab‘ ich frei!

38 – Clarisse und ihre Dämonen (142-148)

Der Brief von Ulrich trifft bei Clarisse und Walter ein – die spielen gerade Klavier – Walter ist nicht so begeistert, dass Ulrich kommen will – spielen weiter – vermeintlich symbiotisch – Walter ist glücklich in dem Moment – bei Clarisse sind Gedanken wie Dämonen – sie denkt auch an Moosbrugger – sie spielen weiter und unterhalten sich dabei – Clarisse wird als jemand geschildert, die weiß, wohin sie eigentlich will – Walter ist eine Art Katalysator für sie – der große Unterschied zwischen den beiden: er will ein Kind, sie nicht – Streitpunkt aller Tage – sie bricht das Klavierspiel ab – versichert Walter, das sie Ulrich nicht liebt – aber er begeistere sie schon

Schlangen, Schlingen, schlüpfrig: so lief das Leben. (146)

Wieder eins der schwierigen Kapitel. Hier wird in erster Linie Clarisse beschrieben. Nach außen geben sie das symbiotische Paar, sind jedoch grundverschieden. Sie ist – um es vereinfacht auszudrücken – etwas arg kompliziert, da sie beständig alles in Frage stellt bzw. überlegt, ob die Umkehrung von Dingen, Begründungen und Tatsachen nicht das Bessere oder gar Lebenswertere wäre. Einerseits ist ihr eine gewisse Naivität nicht abzusprechen, andererseits hat sie aber auch keine Scheu abseitiges zu denken und gedanklich durchzuspielen. Daher ist Moosbrugger in erster Linie eben für sie nicht nur Mörder sondern übt auch Reize auf sie aus. Zwar liebt sie Ulrich nicht, lässt sich aber von ihn inspirieren. In diesem Kapitel auch mal wieder Anklänge an Nietzsche, der damals einigen gehörig den Kopf verdreht hat. Walter dagegen etwas einfach – aber als Ruhepol für Clarisse unabdingbar.

MME

Ich ruf‘ jetzt einfach mal um (? oder ‚für‘?) eine Runde Mitleid auf, denn mich hat echt eine fiese Männer-Mandel-Entzündung erwischt. Bei firmiert das ja unter „Schluckweh“, aber mein Mann meinte … und macht sich dennoch lustig.

Im Ernst. Ich kenne sowas gerade mal in Ansätzen, aber dass man nachts davon aufwacht und keine Lust hat zu schlucken, ist mir echt neu.

Aber in den unergründlichen Tiefen der beiden Zimmer meines Mannes wurden gleich entsprechende Lutschdinger ausgegeben … und nun harre ich der Dinge.

# 537

Fisch / Fleisch

Gerade nicht Fisch, nicht Fleisch. Bin ich jetzt krank oder doch nicht. Geht mir jetzt der Mittwoch noch so arg nach oder bin ich einfach nur schlecht drauf? Mache ich jetzt am Sonntag das Kaffee-trinken oder sage ich doch ab. Trinke ich jetzt noch eine Glas Wein oder doch einen Tee? Lege ich mich jetzt schon hin oder schaue ich noch doof in die Glotze? Mag ich mich gerade oder bin ich mir etwas fremd?

37 – Ein Publizist bereitet Graf Leinsdorf durch die Erfindung „Österreichisches Jahr“ große Unannehmlichkeiten; Se. Erlaucht verlangt heftig nach Ulrich (138-142)

Ein Publizist greift das gehörte auf – schreibt zwei Artikel in einer Zeitung – erfindet das „Österreichische Jahr“ – Gedanken über die Wirklichkeit des Wirklichkeitsmenschen – Forderung nach einen „österreichischen Jahrhundert“ hätte die Kakanier überfordert – Leinsdorf ist danach noch nicht immer schlauer, steckt aber einem Journalisten sein Interesse – der beruft sich auf „einflußreiche Kreise“ und schwadroniert weiter – These, das alle Menschen, die kein Geld haben, zumindest wissen, an was die Welt unglücklich ist – Leinsdorf Grundidee, das die Aktion „aus der Mitte des Volkes“ emporsteigen würde – Nach den letzten Artikeln wird Leindsdorf mit Ideen aus der Bevölkerung nur so überschüttet – sehnt sich nach Ulrich als Sekretär – Schwierigkeiten, an seine Adresse zu kommen –  lehnt den Vorschlag von Diotima, den Preußen (also Arnheim) zu nehmen bzw. einzubinden, ab – will die Adresse von Ulrich jetzt über den Polizeipräsidenten bekommen.

Denn nicht nur ein Mann wie er [Graf Leinsdorf] sagt das Wahre, das uns not tut, sondern auch unzählige andere Menschen wähnen sich in seinem Besitz. (140)

Einmal in der Presse, ist das geistige Kind nicht mehr Eigentum des Urhebers. Es verselbstständigt sich, heute noch schneller wie damals. Heute wie damals eine ausreichende Anzahl von Menschen, die zu wissen meinen (obwohl sie selber meinen, es zu wissen), was wie nun zu tun sei und alle andere Variationen ablehnen, denn schließlich wissen sie es ja ganz genau. Hybris hat immer Konjunktur und erst recht, wenn es eine Öffentlichkeit gibt.

Eingeschränkt

Internet ist ausgefallen, alles notdürftig übers Handy, viele Einschränkungen. Bin daher die nächsten Tage reduziert.

GT (2)

Die Einstiegsrunde dauert fast die Hälfte der gesamten Zeit. Am Ende frage ich A. ob das nicht außergewöhnlich lange gewesen wäre. Nein, ist die Antwort, das sei eher kurz gewesen.

Bei der Aufstellung dann, darf ich für T. seinen Stiefvater mimen und bringe ihn nach wenigen Sätzen an den Rand. Der Psychodoc fängt echt gut auf und erweitert das Ganze. Mir gibt das Vertrauen.

An zwei Punkten bleibe ich heute hängen. Das ist Augenkontakt und Gefühlsvermeidung. Auch der Vater taucht irgendwie auf und auf dem Heimweg erkläre ich mir mal wieder die Welt.

Erkenntnisse keine, aber es ist gerade sehr OK, dass es anstrengend ist und ebenfalls sehr OK, dass ich ins Nachdenken und Überprüfen komme.

Ich beginne also einzukreisen.

Und: Nach dem Ende noch mit T. und A. ein paar Sätze gewechselt.

Heute nicht

Das hat heute schon mit dem Aufstehen begonnen: Keine Lust zu nix. Also tue ich nur das Notwendigste und lasse den Rest einfach sein. Morgen ist auch noch ein Tag – und vielleicht habe ich dann ja mal ein paar Stunden am Stück geschlafen.

Fix und fertig

3 x 20 Sekunden Belastung, dazwischen 10 Sekunden Pause. Danach nächste Übung – insgesamt sechs verschiedene. Das Ganze zwei Mal.

36 – Dank des genannten Prinzips besteht die Parallelaktion greifbar, ehe man weiß, was sie ist (135-137)

Direktor Leo Fischel glaubt an den Fortschritt – will beim Generaldirektor mal nachfragen, was der von der Parallelaktion hält – der hat schon mit dem Gouverneur gesprochen – der hat den besten Eindruck davon – Rückversichert sich aber ebenfalls bei früheren Ministern – die haben auch einen günstigen Eindruck

Aber Menschen ebener Erde haben es leicht, kritisch zu sein und etwas abzulehnen, das ihnen nicht paßt; wenn man sich jedoch in seiner Lebensgondel dreitausend Meter hoch befindet, so steigt man nicht einfach aus, auch wenn man nicht mit allem einverstanden sein sollte. (137)

Keiner weiß was genaues – aber alle finden es schon mal gut und wollen dabei sein. Das erinnert mich gerade an die Sammlungsbewegung von Sara Wagenknecht. Aber wenigstens schön, dass man hier ‚für‘ etwas ist und nicht ‚dagegen‘. Bei den hohen Herren hier spielt natürlich eine Portion Eitelkeit genauso eine Rolle wie die Angst, ggf. abgehängt zu werden und eine große Sache zu verpassen.

12. Buch, Vers 464

Wenn man mich nach meinem Alter fragt, dann werde ich es jetzt so schön umschreiben, wie ich es gerade bei Ovid in den „Metamorphosen“ gefunden habe:

huic aetas inter iuvenemque senemque

Was heißen soll: zwischen Mannesjahre und Greisenalter.

# 536

mim händi

(Mir fällt gerade kein Titel ein)

Ich find es und mich gerade etwas anstrengend. Da gilt es viel zu organisieren und zu planen. Merke, wie ich übermäßig schnell in Stress komme – aber immerhin dann auch einigermaßen zeitnah mich auch wieder runterbringe und Alternativen sehe. Scheinbar bin ich so etwas nicht mehr gewohnt und daher schnell leicht überfordert.

In den letzten Jahren hatte ich halt schon eine behäbigen Ryhthmus, der gerade komplett aus dem Takt kommt. So habe ich seit zwei Tagen keine Seite in meiner Tageslektüre mehr gelesen.

Andererseits hat mich gestern bei einer Folge vom „Tatortreiniger“ die Idee beeindruckt, einfach mal etwas zu machen, um nicht nur die anderen, sondern auch sich zu überraschen. OK, das wird jetzt dann nicht dieser eine Lehrgang sein, den ich ggf. absolvieren muss, für den ich aber schon seit bald einem Jahr als Prüfer agiere. (Das wird sicher eine nette Szene, wenn ich meinen PrüferkollegInnen als Prüfling gegenübersitze und weiß, auf welche Fragen sie gerne welche Antwort hätten, wenn sie sich nicht die Mühe geben, mich zu überraschen.)

Immerhin das WE verspricht ruhig zu werden.

Ach ja – den Urlaub haben wir auch noch schnell mal gebucht, ich war gestern immerhini nicht im Verschiebe- oder Vermeidungsmodus sondern im Hau-weg-Modus.

35 – Direktor Leo Fischel und das Prinzip des unzureichenden Grundes (133-135)

Ulrich trifft bei seinen Gedanken auf der Straße einen Bekannten – der hatte ein Schreiben vom Grafen Leinsdorf betreffend vaterländischer Aktion bekommen, was er kritisch sieht – Er heißt Leo Direktor Fischel von der Lloyd-Bank – Ulrich ist ein jüngerer Freund – Fischels Tochter Gerda mit Ulrich ebenfalls bekannt – er stürzt auf Ulrich zu, weil er meint zu wissen, dass der auf „prominenter Weise“ was damit zu tun hat (was aber noch nicht der Fall ist) – er will von Ulrich wissen, was es mit „wahrer“ Vaterlandsliebe, „wahrem“ Fortschritt und „wahrem“ Österreich auf sich habe – Ulrich antwortet mit dem Prinzip des unzureichenden Grundes und versichert, dass niemand weiß, was das Wahre ist, man aber auf dem Weg sei, es zu verwirklichen – Fischel rauscht, nicht durch die Antwort befriedigt, weiter an die Börse

Sie müssen aus der Geschichte wissen, daß es den wahren Glauben, die wahre Sittlichkeit und die wahre Philosophie niemals gegeben hat; dennoch haben die Kriege, Gemeinheiten und Gehässigkeiten, die ihretwegen entfesselt worden sind, die Welt fruchtbar umgestaltet. (134)

Ulrich lässt schon deutlich heraushängen, dass er ein Intellektueller ist. So von seiner nettesten Seite zeigt er sich nicht gerade (was Fischel wohl gerne gehabt hätte, schließlich hat er ja da noch die Tochter im heiratsfähigen Alter …). Das Zitat sagt zu diesem Kapitel inhaltlich alles, wobei ich es bemerkenswert finde, dass Musil hier „fruchtbar“ und nicht, wie ich zuerst gelesen habe, „furchtbar“ schreibt. Beide Schreibweisen hätten in meinen Augen ihre Berechtigung.

Notnagel

Mein Abteilungsleiter beordert mich heute morgen zu sich ins Büro. Der Hauptgeschäftsführer (HGF) hätte sich bei ihm gemeldet nicht, um sich mal wieder nach meinem Beziehungsstatus zu erkundigen, sondern von ihm zu wissen, ob ich für eine Projektstelle (halbtags, bis Ende des Jahres befristet) geeignet sei. Er, also der Abteilungsleiter, will sofort ‚Ja‘ schreiben, besinnt sich aber und fragt dann doch erstmal mich, ob ich mir das überhaupt vorstellen kann. In meiner Situation gibt es da nichts zu bedenken und der HGF erthält eine entsprechende Nachricht. Nach einiger Zeit setzt der sich mit der Chefin von Abteilung III ins Verständnis, die wiederum mit meinem Chef, so dass die drei irgendwann übereinkommen dass es das Einfachste wäre, wenn ich mich bei der Chefin von Abteilung III mal vorstelle. Super denke ich mir, das wird sicher lustig, denn wie soll ich begründen, dass ich mich auf die Stelle nie beworben habe und jetzt doch will. Der Frau ist aber was ich kann und nicht so was von vollkommen egal. Die will nur wissen, ob ich die Anforderungen erfülle, die das die Stelle finanziernde Bundesministerium fordert. Das lässt sich in fünf Minuten klären. Klar ist, alles, was gefordert ist, kann ich nicht nachweisen (beispielsweise Handwerksausbildung und Studium).

Jetzt ist also dann das Bundesministerium für auswärige Angelegenheiten am Zuge.

Dazwischen, weil es ja sonst heute zu langweilig geworden wäre, noch ein längeres Gespräch mit dem jetzigen Vorsitzenden eines Meisterprüfungsauschuss. Sozusagen die inofizielle Staffelübergabe. Für die Frühjahrsprüfungen werde ich als Stellvertreter hospitieren, für die Herbstprüfungen ist dann der Rollentausch geplant. Konkret heißt das: Sechs Wochenende im Jahr weniger, dafür ein paar zusätzliche Kröten.

Für heute reichts!

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