Durch die Zeit

Monat: Januar, 2019

Alle Jahre wieder …

… überschütten mich die Neuen mit Lob, wenn sie das erste Mal dabei sind. Ein bisschen übertrieben finde ich es ja schon – sie haben normalerweise gar keine Vergleichsmöglichkeiten – aber ein gerüttel Maß nehme ich dann doch gerne an, schließlich habe ich einige Zeit investiert, um Erfahrungen zu sammeln.

GT (4)

  • Mit A. komme ich vor der Gruppe ins Gespräch. „Aha“ bzw. „soso“ oder auch „nicht wahr“.
  • Meine Unzufriedenheit von letzter Woche machte der PsychDoc in der Einstiegsgrunde gleich zum Thema. Ich gebe zu Protokoll, dass gerade meine Unzufriedenheit mir zu denken gegeben hätte, schließlich waren es ja gar nicht meine Themen, die liegen geblieben sind.
  • Die Einstiegsrunde gestaltet sich (deswegen?) recht zügig. Niemand kann sich an die Themen von letzter Woche erinnern, also gebe ich den Chronist.
  • Die Themenwahl fällt mir echt schwer, denn irgendwie spricht mit alles und gar nichts an. Entscheide mich dann für A., weil es bei ihm gerade am Meisten brennt.
  • In der Aufstellung darf ich mal wieder den Vater geben.
  • Der Energieverbrauch in den 90 Minuten ist enorm. Auf dem Weg in die Oper (Bach-Abend) gähne ich am laufenden Band und habe für ne gute Stunde Kopfschmerzen, als würde der Schädel platzen wollen.
  • Auf dem Weg fällt mir auf / ein, dass Gruppentherapie gewissermaßen ein Paradox darstellt. Man ist zwar mit anderen zusammen, soll aber nur von sich sprechen.

Erstens kommt es anders, …

Ich tue gerade – was die Jobs betrifft – wirklich gut daran, Ruhe zu bewahren. Denn mit jedem Tag kommt eine andere Variante oder ein anderer Baustein oder eine andere Lücke oder eine andere Anforderung auf’s Tapet, so dass von einer geregelten Planung nun wahrlich nicht gesprochen werden kann. Selbst der Personalbeauftragte schüttelte heute den Kopf und gestand, dass er im Grunde keine Ahnung hat, wie das alles laufen soll.

Heute Nachmittag hat sich die Variante eröffnet, die geforderte 2,5-wöchige Ausbildung, bei der ich seit letztem Jahr als Prüfer fungiere (*grins*), gar nicht absolvieren, sondern nur die Prüfungen ablegen zu müssen. Das Praktische habe ich da quasi schon bestanden, schriftlich muss ich mal noch schauen.

Wie auch immer, statt in Panik zu verfallen – was ich in solchen Situationen dann doch gerne tue – und dann für mich unangenehm hektisch zu werden, bleibe ich erstaunlich ruhig, bzw. kann ich mich erstaunlicherweise immer wieder zur Ordnung rufen.

Morgen mal ein Gespräch mit der neuen Abteilungsleiterin, mal sehen, was die noch für Ideen hat, die meine derzeitigen über den Haufen schmeißen. Aber auch die kocht nur mit Wasser.

Mehr Sammler als Hörer

Auf dem Rechner 31 ungehörte Hörbücher gefunden. Dazu noch sieben weitere, von denen ich nicht weiß, ob oder ob nicht. Aber in der Hinsicht entlastet mich der Fund: In den nächsten Wochen werde ich jedenfalls nicht in die Stadtbibliothek müssen.

40 – Ein Mann mit Eigenschaften, aber sie sind ihm gleichgültig – Ein Fürst des Geistes wird verhaftet, und die Parallelaktion erhält einen Ehrensekretär (151-162)

Ulrich ist typisch Mann – ist gerne etwas anti – hat ritterlichem Anstand (Moral) – Welt als Laboratorium – alles etwas planlos – Geist ist in Verbindung mit irgendetwas, weit verbreitet (Geist der Treue, Geist …) – aber was ist mit dem ‚Geist‘ an sich – Ulrich lebt derzeit unklar und unentschieden – „Ich liebe mich einfach selbst nicht“ – Demut der Lippen vs. Demut des Heiligen – Geist ist ein „Jenachdem-Macher“ – Räucherkammer des Geistes – hat der Geist selbst vielleicht gar keinen Geist? – zwei Ulriche nebeneinander – Geist wie eine Geliebte, die einen dauernd betrügt – Ulrich auf der Straße – ein Betrunkener stößt mit zwei Bürgern zusammen – man kommt in Streit – ein Schutzmann kommt hinzu – Rangelei – der Schutzmann „nähert sich ganz langsam einer geballten Faust, bis er blutete“ – Ulrich mischt sich ein – wird auch gleich verhaftet – auf  der Wachstube – muss warten – Impressionen – Ulrich wird von einem Wachmeister befragt – er gilt auf der Wache nix, sein Name hat keine Macht – er hat übrigens graue Augen und blondes Haar – die Stellung seines Vaters zeigt kleine Wirkung beim Wachmeister – bezeichnet sich dann als Freund von Graf Leinsdorf – das macht dem Wachtmeister Stress – schiebt ihn in die politische Abteilung ab, um Ulrich los zu werden – Überstellung ins Polizeipräsidium – der Beamte dort stutzt bei Ulrichs Namen und lässt ihn warten – Ulrich wird zum Polizeipräsidenten gebracht – der weiß von Ulrich über Graf Leinsdorf – Ulrich fühlt sich verpflichtet, Leinsdorf am nächsten Tag aufzusuchen – wird ehrenamtlicher Sekretär.

Er [der Geist] hält kein Ding für fest, kein Ich, keine Ordnung; weil unsre Kenntnisse sich mit jedem Tag ändern können, glaubt er an keine Bindung, und alles besitzt den Wert, den es hat, nur bis zum nächsten Akt der Schöpfung, wie ein Gesicht, zu dem man spricht, während es sicht mit den Worten verändert. (154)

Das bisher längste Kapitel und auch nicht einfach. Wenn ich es recht verstehe, variiert hier Musil das Thema „Zufälligkeit“ in all seinen Schichten bzw. spielt das beliebte was-wäre-wenn-Spiel. Denn wenn Ulrich sich nicht eingemischt hätte … wenn Leinsdorf nicht beim Polizeipräsidenten nachgefragt hätte … . Alles und jedes hätte eben auch genauso gut anders kommen können und Ulrich arbeitet sich daran ab, wie man was an was irgendwie festmachen kann. Man spricht zwar von ‚Geist‘, aber keinem gelingt es wirklich, das zu definieren – aber jeder handelt mit ihm. Das lässt sich natürlich auch auf andere Begriffe übertragen. Auf der Straße – und im Streit mit den Wachmännern – empfindet sich Ulrich doppelt. Auch hier das Thema der Vielfältigkeit und des nicht Fassbaren. Ich kenn jetzt leider Nietzsche einfach zu wenig, um behaupten zu können, der sei hier die Folie für das Kapitel. Aber soweit ich mich daran erinnere, ist bei Nietzsche ja auch nicht mehr alles da, wo es vorher vermeintlich war.

Die Tinte ist trocken

Endlich!

Zwar ist noch nix geklärt, aber ab Freitag hat das Lotterleben (vorläufiges) Ende.

Warum verwechsel ich immer Terrine und Pastete?

Jedenfalls für nocheinglaswein.

S. Reynard: Terrinen & Pasteten, Christian Verlag (München), 2007, S. 70

Wir ersetzen Schweinebauch und -nacken durch Schweinegehacktes, wenn möglich fettes. Entenfett haben wir auch nie, daher Butterschmalz.


39 – Ein Mann ohne Eigenschaften besteht aus Eigenschaften ohne Mann (148-150)

Ulrich ist leidenschaftlich, aber nicht im landläufigen Sinne – er ist nämlich zugleich teilnahmslos – vertraut seiner Kraft – Eigenschaften und Erlebnisse bekommen ihre Bedeutung im Kontext – deren Wertigkeit kann man selbst bestimmen – Kette von Handlungen – ein und dieselbe Eigenschaft wird je Person anders ausgelegt – Erlebnisse haben sich vom Menschen unabhängig gemacht – Auflösung des anthropozentrischen Verhaltens ist beim Ich angekommen

Ganz einfach gesprochen, man kann sich zu den Dingen, die einem widerfahren oder die man tut, mehr allgemein oder mehr persönlich verhalten. (149)

Und gleich das nächste ‚theoretische‘ Kapitel. Da Eigenschaften (und Erlebnisse) unterschiedlich interpretiert werden können, sind Eigenschaften an sich (nicht mehr) von übermäßig großer Bedeutung. Sie sind Beiwerk eines nicht näher zu bezeichnenden Charakters oder eines Ichs. Zwar nicht austauschbar, aber in ihrer Wertigkeit einem gorßen (situativem) Wandel unterworfen. Was indirekt zur Frage führt, die dem Kapitel unterliegt: Was bestimmt eigentlich mein selbst? Wie bin ich vom anderen unterschieden?

Der Erbonkel

Ich hab‘ sowas nicht. Fragt sich, warum? Bzw. warum haben die anderen anscheinend alle einen (kann aber auch eine Tante sein). Gestern erzählte mir jemand von den Problemen eines Erbes. Aber wenn man ein paar Hundertausend in Aussicht hat, ist das dann eigentlich problematisch?

13.751.355,1

Eine kleine Tradtion beim Neujahrsfest von Verein 1. Ich präsentiere in knapp zehn Minuten ein paar statistischen Fakten aus dem vergangenen Jahr. Es ist eine Art Leistungsschau, was wir alles da gleistet haben. Jetzt hat es sich zum ersten Mal seit 60 Jahren ergeben, dass eine statistisch fundierte 5-Jahres-Schau möglich ist. Die habe ich heute gemacht. Das hat richtig Hirnschmalz gekostet, weil ich da gerne scheinbare Trends als eben scheinbare entlarve (sehr einfach meist in der Gegenüberstellung von absoluten und Verhältniszahlen) und aus der Masse der Zahlen gerne Kleinigkeiten heraussuche, die das Herz erwärmen.

Echt schade, dass mir das Ausgangsmaterial (gut 300 Seiten) nur als pdf zur Verfügung stand und ich jede einzelne Zahl abtippen musste – ansonsten hätte ich da echt noch ein paar mehr Auswertungen gefahren, aber dafür reicht jetzt leider die Zeit nicht mehr.

Fazit 1: Mit Excel komme ich weit aus besser zurecht als mit dem doofen PowerPoint.

Fazit 2: 7,5 Stunden für 20 Folien und die Gesamtsumme alle Zahlen, die ich dafür gebraucht habe … siehe oben.

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