Durch die Zeit

Gegendert

Da heute – endlich mal wieder – im Lesekreis Lukrez angesagt ist, gleich mal was ‚Schlaues‘ von seinem Idol Epikur in einen Brief an Menoikeus (ist schon ein paar Jahrhunderte her. Der und alle anderen hatten es damals mit der gendergerechten Schreibe noch nicht so gehabt. Daher bitte „Jüngling“ wenn irgendwie möglich geschlechtsneutral lesen (oder mit eine gute Alternative unterbreiten, die dem Original aber auch gerecht wird) und aus „Greis“ bitte das durchaus an- und leicht auszusprechende „GreisIn“ oder auch Greis*in bzw. Greis_in zu machen):

Weder soll, wer noch ein Jüngling ist, zögern zu philosohpieren, noch soll, wer schon Greis geworden ist, ermatten im Philosophieren.

34 – Ein heißer Stahl und erkaltete Winde (128-133)

Ulrich will Walter und Clarisse treffen – macht sich Gedanken über den Lauf des Schicksals – Keine Beeinflussung – es ist ein „Spätfrühling-Herbsttag“ – ist auf der Straße unterwegs – mischt sich unter Menschen – Frage was denn wirklich ist und was wirklich Einfluss auf Leben / Schicksal hat – Vermutung, dass es nicht die großen Dinge sind – Und: Was ist eigentlich schön? – Es hätte auch alles ganz anders kommen können – Wie wird man das, was man ist? – Zufall? – Was bleibt von den Ideen, Hoffungen, Ziele der Jugend übrig? – Begeisterungsfähigkeit der Jugend vs. Behäbigkeit im mittleren Alter – „Renoviersucht des Daseins“ – wenn neue Ideen dreißig Jahre älter sind, sind sie gerne mal „fettüberpolstert“

Es mag sein, daß es den meisten Menschen eine Annehmlichkeit und Unterstützung bedeutet, die Welt bis auf ein paar persönliche Kleinigkeiten fertig vorzufinden, und es soll in keiner Weise in Zweifel gezogen werden, daß das im Ganzen Beharrende nicht nur konservativ sondern auch das Fundament aller Fortschritte und Revolutionen ist, obgleich von einem tiefen, schattenhaften Unbehagen gesprochen werden muß, das auf eigene Faust lebende Menschen dabei empfinden. (130)

Wer mal nicht so gut drauf ist und überlegt, wie alles denn so gekommen ist, wie es nun gekommen ist, der ist mit diesem Kapitel bestens bedient. Denn Musil stellt hier die Wirkmächtigkeit des Einzelnen doch ganz schön arg in Frage und unterstellt der Geschichte das Zufällige und nicht so sehr vom Menschen gewollte. Das ist eine sehr emotionslose, abgeklärte Sicht auf den Weltenlauf, der einerseits dem Menschen seine Gestaltungsmöglichkeit abspricht, andererseits aber damit auch dessen Schuldhaftigkeit. Hier gäbe es auf jeden Fall eine Menge zu diskutieren. Festgehalten werden kann: Ulrich macht gerade eins auf Fatalist, aber gehörig.

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