37 – Ein Publizist bereitet Graf Leinsdorf durch die Erfindung „Österreichisches Jahr“ große Unannehmlichkeiten; Se. Erlaucht verlangt heftig nach Ulrich (138-142)

von Bert

Ein Publizist greift das gehörte auf – schreibt zwei Artikel in einer Zeitung – erfindet das „Österreichische Jahr“ – Gedanken über die Wirklichkeit des Wirklichkeitsmenschen – Forderung nach einen „österreichischen Jahrhundert“ hätte die Kakanier überfordert – Leinsdorf ist danach noch nicht immer schlauer, steckt aber einem Journalisten sein Interesse – der beruft sich auf „einflußreiche Kreise“ und schwadroniert weiter – These, das alle Menschen, die kein Geld haben, zumindest wissen, an was die Welt unglücklich ist – Leinsdorf Grundidee, das die Aktion „aus der Mitte des Volkes“ emporsteigen würde – Nach den letzten Artikeln wird Leindsdorf mit Ideen aus der Bevölkerung nur so überschüttet – sehnt sich nach Ulrich als Sekretär – Schwierigkeiten, an seine Adresse zu kommen –  lehnt den Vorschlag von Diotima, den Preußen (also Arnheim) zu nehmen bzw. einzubinden, ab – will die Adresse von Ulrich jetzt über den Polizeipräsidenten bekommen.

Denn nicht nur ein Mann wie er [Graf Leinsdorf] sagt das Wahre, das uns not tut, sondern auch unzählige andere Menschen wähnen sich in seinem Besitz. (140)

Einmal in der Presse, ist das geistige Kind nicht mehr Eigentum des Urhebers. Es verselbstständigt sich, heute noch schneller wie damals. Heute wie damals eine ausreichende Anzahl von Menschen, die zu wissen meinen (obwohl sie selber meinen, es zu wissen), was wie nun zu tun sei und alle andere Variationen ablehnen, denn schließlich wissen sie es ja ganz genau. Hybris hat immer Konjunktur und erst recht, wenn es eine Öffentlichkeit gibt.