Durch die Zeit

Monat: Januar, 2019

# 538

GT 3

Für langweilige Konferenzen gibt es ja „Bullshit-Bingo“. Irgendsowas ähnliches werde ich für die Gruppentherapie mit der Zeit auch mal anfertigen, auch wenn es, und das muss an dieser Stelle gesagt sein, echt nicht langweilig ist. Aber die Begriffe, die heute am meisten fielen waren „Schuld“ (wenig überraschend) und „Komfortzone“. Ersters wurde irgendwie mehr gähnend zur Kenntnis genommen, bei zweiteren gab es dann doch sehr unterschiedliche Interpretationen und Ansichten. Leider – und das war heute das Nervende bzw. Frustrierende – nix konnte auch nur in Ansätzen vertieft werden, weil die Einstiegsrunde irgendwie ausartete, obwohl der Vielerzähler A. es richtig knapp gehalten hat. Keine Ahnung, wo die Zeit geblieben ist. Dann wurde noch jemand aus der Gruppe verabschiedet – und weg war die Zeit.

War schon arg schade, denn bei J. und A. lagen die Themen wirklich offen da und es hätte nicht viel gebraucht, da einfach was zu bewegen. T. dagegen war heute gegenüber den anderen beiden Malen in meinen Ohren enorm schwammig, bekam aber die meisten Rückmeldungen. Anscheinend gibt es Problemkreise, die mir dann doch irgendwie fremd sind.

Unbefriedigend aber anstrengend ist für heute das Kurzfazit – ich bin, wie immer gespannt – was das Un(ter)bewußte jetzt noch draus bastelt.

Immer noch

Ich glaube, dass ist jetzt der 7. Tag in Folge, an dem ich irgendwie insgesamt ganz schön lustlos auf alles bin. Immerhin ist mir die Entscheidung, mich morgen nochmals krank zu melden, nicht ganz so schwer gefallen.

Roll on / roll off

Hätte nicht gedacht, dass soviele kommen. Und erst recht hätte ich nicht gedacht, das manche so pünktlich kommen und bis auf C. alle ein irres Sitzfleisch mitbrachten. Dass C. nach einer Stunde das Weite suchte kann ich gut nachverstehen, war er doch mit Abstand der Jüngste. Aber mich hats tierisch gefreut, dass er da war (und sich gleich vier Stück Torte einverleibt).

Der Nachmittag / Abend war mal wieder ein Beweis, wie sehr sich die Leute nach Kommunikation sehnen. Im Vorfeld hatte ich mir kurz überlegt, ob und wie ich ggf. ein Gespräch in Gang bringe, weil die Leute sich teilweise echt überhaupt nicht kannten. Aber da hatte ich nix zu tun, ich konnte daneben sitzen und zuhören. Das lief alles von selbst.

Geld lasse ich mir jedenfalls nicht mehr schenken – irgendwie war das ein blödes Gefühl. Dann lieber gar nix. S. und D. haben da sich was anderes einfallen lassen und mir eine Wanderkarte geschenkt mit der Auflage, eine Wanderung mit ihnen zu planen. Wieviele Kilometer steht nicht dabei – aber ich vermute, dass D. nach 12 zu jammern beginnt.

Leicht fiebrig lässt sich so einen Nachmittag und früher Abend echt gut überstehen, denn ich stand immer so ein bisschen neben mir und war gar nicht so erpicht darauf, jetzt aktiv mitmischen zu müssen. Meine Antworten fielen dementsprechend kurz aus, aber, siehe oben, das tat keinen Abbruch.

Morgen melde ich mich nochmals krank, denn etwas schlaff hänge ich schon noch in der Ecke, obwohl das sich mit den Mandlen jetzt erledigt hat.

Das muss einfach reichen

Für die, die nicht gehen wollen

  • Kartoffelsalat (von 2 kg. Kartoffeln)
  • 26 Wienerle
  • 6 Flaschen Weißwein
  • 4 Flaschen Rotwein
  • Diverse Schnäpse

Eingeladen sind 17 Leute, zugesagt haben 12.

Und morgen hab‘ ich frei!

38 – Clarisse und ihre Dämonen (142-148)

Der Brief von Ulrich trifft bei Clarisse und Walter ein – die spielen gerade Klavier – Walter ist nicht so begeistert, dass Ulrich kommen will – spielen weiter – vermeintlich symbiotisch – Walter ist glücklich in dem Moment – bei Clarisse sind Gedanken wie Dämonen – sie denkt auch an Moosbrugger – sie spielen weiter und unterhalten sich dabei – Clarisse wird als jemand geschildert, die weiß, wohin sie eigentlich will – Walter ist eine Art Katalysator für sie – der große Unterschied zwischen den beiden: er will ein Kind, sie nicht – Streitpunkt aller Tage – sie bricht das Klavierspiel ab – versichert Walter, das sie Ulrich nicht liebt – aber er begeistere sie schon

Schlangen, Schlingen, schlüpfrig: so lief das Leben. (146)

Wieder eins der schwierigen Kapitel. Hier wird in erster Linie Clarisse beschrieben. Nach außen geben sie das symbiotische Paar, sind jedoch grundverschieden. Sie ist – um es vereinfacht auszudrücken – etwas arg kompliziert, da sie beständig alles in Frage stellt bzw. überlegt, ob die Umkehrung von Dingen, Begründungen und Tatsachen nicht das Bessere oder gar Lebenswertere wäre. Einerseits ist ihr eine gewisse Naivität nicht abzusprechen, andererseits hat sie aber auch keine Scheu abseitiges zu denken und gedanklich durchzuspielen. Daher ist Moosbrugger in erster Linie eben für sie nicht nur Mörder sondern übt auch Reize auf sie aus. Zwar liebt sie Ulrich nicht, lässt sich aber von ihn inspirieren. In diesem Kapitel auch mal wieder Anklänge an Nietzsche, der damals einigen gehörig den Kopf verdreht hat. Walter dagegen etwas einfach – aber als Ruhepol für Clarisse unabdingbar.

MME

Ich ruf‘ jetzt einfach mal um (? oder ‚für‘?) eine Runde Mitleid auf, denn mich hat echt eine fiese Männer-Mandel-Entzündung erwischt. Bei firmiert das ja unter „Schluckweh“, aber mein Mann meinte … und macht sich dennoch lustig.

Im Ernst. Ich kenne sowas gerade mal in Ansätzen, aber dass man nachts davon aufwacht und keine Lust hat zu schlucken, ist mir echt neu.

Aber in den unergründlichen Tiefen der beiden Zimmer meines Mannes wurden gleich entsprechende Lutschdinger ausgegeben … und nun harre ich der Dinge.

# 537

Fisch / Fleisch

Gerade nicht Fisch, nicht Fleisch. Bin ich jetzt krank oder doch nicht. Geht mir jetzt der Mittwoch noch so arg nach oder bin ich einfach nur schlecht drauf? Mache ich jetzt am Sonntag das Kaffee-trinken oder sage ich doch ab. Trinke ich jetzt noch eine Glas Wein oder doch einen Tee? Lege ich mich jetzt schon hin oder schaue ich noch doof in die Glotze? Mag ich mich gerade oder bin ich mir etwas fremd?

37 – Ein Publizist bereitet Graf Leinsdorf durch die Erfindung „Österreichisches Jahr“ große Unannehmlichkeiten; Se. Erlaucht verlangt heftig nach Ulrich (138-142)

Ein Publizist greift das gehörte auf – schreibt zwei Artikel in einer Zeitung – erfindet das „Österreichische Jahr“ – Gedanken über die Wirklichkeit des Wirklichkeitsmenschen – Forderung nach einen „österreichischen Jahrhundert“ hätte die Kakanier überfordert – Leinsdorf ist danach noch nicht immer schlauer, steckt aber einem Journalisten sein Interesse – der beruft sich auf „einflußreiche Kreise“ und schwadroniert weiter – These, das alle Menschen, die kein Geld haben, zumindest wissen, an was die Welt unglücklich ist – Leinsdorf Grundidee, das die Aktion „aus der Mitte des Volkes“ emporsteigen würde – Nach den letzten Artikeln wird Leindsdorf mit Ideen aus der Bevölkerung nur so überschüttet – sehnt sich nach Ulrich als Sekretär – Schwierigkeiten, an seine Adresse zu kommen –  lehnt den Vorschlag von Diotima, den Preußen (also Arnheim) zu nehmen bzw. einzubinden, ab – will die Adresse von Ulrich jetzt über den Polizeipräsidenten bekommen.

Denn nicht nur ein Mann wie er [Graf Leinsdorf] sagt das Wahre, das uns not tut, sondern auch unzählige andere Menschen wähnen sich in seinem Besitz. (140)

Einmal in der Presse, ist das geistige Kind nicht mehr Eigentum des Urhebers. Es verselbstständigt sich, heute noch schneller wie damals. Heute wie damals eine ausreichende Anzahl von Menschen, die zu wissen meinen (obwohl sie selber meinen, es zu wissen), was wie nun zu tun sei und alle andere Variationen ablehnen, denn schließlich wissen sie es ja ganz genau. Hybris hat immer Konjunktur und erst recht, wenn es eine Öffentlichkeit gibt.

AISTHESIS

Texte zur Ästhetik, Philosophie und Kunstkritik sowie vermischte Bemerkungen

Kritzelkomplex

Just another WordPress.com site

heat'n'eat

The way I cook/Wie ich koche

MARCEL STUDIES ABROAD

Mein Semester in Korea

Meine geliebte Narzisstin

Eine wahre Geschichte

wirbelwind68

ich lebe intensiv und reflektiert

Das Scharlachrote K

... und der Zirkus drum herum

no_more_money_4_shit

Zwei Frauen ein Projekt

Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt

Musil lesen

"Der Mann ohne Eigenschaften" in weniger als 123 Wochen

Ein Nudelsieb bloggt, ...

... denn man(n) kann sich ja nicht alles merken ;)

KenterKönig

und anderes aus der weiten Welt

Winterlicht Fotografie

Fotografie berührt mein Herz