Durch die Zeit

Monat: Februar, 2019

Nicht, das jemand behauptet, man hätte als Prüfer irgendwelche Vorteile!

Ich hatte ja bereits erzählt, dass ich als Prüfer für eine gewisse Prüfung im Handwerksbereich seit letztem Jahr zuständig bin (natürlich mit anderen).

Ich hatte ja bereits erzählt, dass ich selber für den neuen Halbtagsjob diese Prüfung auch ablegen muss. Und nach Meinung der neuen AL soll ich nur (!) die schriftliche und praktische Prüfung ablegen, nicht aber den 80-stündigen Unterricht besuchen. Sie traut es mir zu. Zugegeben, die praktische Prüfung vor den PrüfungskollegInnen ist definitv nicht das Thema. Die schriftliche macht mir da schon eher Sorgen, daher ist noch nichts entschieden.

Heute wurde ich von einer anderen Abteilung im Haus gefragt, ob ich kurzfristig bereit wäre, einen Schwung der schriftlichen Prüfungen zu korrigieren und zu bewerten. Es gäbe dazu eine Musterlösung, das wäre also gut zu machen. Nach taktischem Zögern habe ich ja gesagt.

So weit ich weiß, gibt es pro Jahr immer die selben schriftlichen Prüfungsaufgaben. Aber da erkundige ich mich nochmals genau.

50 – Weitere Entwicklung. Sektionschef Tuzzi beschließt, sich über die Person Arnheims Klarheit zu verschaffen (198-202)

Arnheim durch Diotima, die ihm Gefühle entgegenbringt, ganz schön verunsichert – Exkurs über Moral – die Besuche in Wien und bei Diotima sind für ihn „Erholungsurlaube von der Vernunft“ – Tuzzi vermeidet Treffen mit Arnheim – man sieht Arnheim gut in einer Führungsrolle für die Aktion – Arnheim ist Tuzzi „unangenehm“ – ist auch über die Dickköpfigkeit Diotimas verwundert – Diotima ist sanft ausfällig – Tuzzi traut seiner Frau wirklich nicht viel zu – aber sie ist für die Aktion Feuer und Flamme und geht ihren eigenen Weg – Diotima unglücklich und weint nachts – Tuzzi bekommt es indirekt mit – die Stimmung angegriffen – er begreift es als Veränderung – Arnheim gibt er die Schuld

Man hört ihm [Arnheim] gerne zu, weil es schön war, daß ein Mann, der so viele Gedanken hatte, auch Geld besaß. (200)

Arnheim ist in Diotima verliebt, will es sich aber nicht so zugestehen. Diotima begründet seine Anwesenheit in Wien und bei ihr ihrem Mann gegenüber, dass Arnheim die Stimmung der Stadt braucht. Tuzzi dagegen spürt deutlich, dass da zwischen den beiden was vorgeht und dass der Einfluss Arnheims auf Diotima nicht sehr klein ist. Er, der bisher meinte, seine Ehe voll im Griff zu haben spürt, dass sich da etwas bewegt und er auf alle Fälle wach sein sollte. Bei allen drei gerät etwas aus dem Gleichgewicht.

GT (8)

Nach einer Woche Pause wieder pünktlich hin. Wir sind ja alle in paar Minuten früher da, damit wir pünktlich anfangen können – darauf legt der Psychodoc wert (wg. Tagesstruktur und so). Als wir eben schon sitzten und warten, erkundige ich mich, ob ich letzte Woche was verpasst hätte. Zu meiner großen Überraschung ist es C., die Bericht erstattet – und zwar mit mehr als zwei Sätzen. Es ist das erste Mal (Nummer drei in dieser Woche), das es davor zu einem, wenn auch schleppendem Gespräch kommt. T. unterstütz mich – aber dann versiegt es doch.

Die Einstiegsgrunde lang und hart. Ich realisere zum ersten Mal, dass es zweien von uns wohl richtig übel gehen muss, denn das Thema Klinik wird angesprochen. Von den Ausschnitten, wie ich die beiden kenne, wäre ich da nie darauf gekommen – aber da weiß Psychdoc natürlich mehr. Gut, dass es angstfrei einfach Thema sein kann. Der zweite geht natürlich, so ist er halt, darüber hinweg, schließlich hat er ja alles im Griff. Das lässt der Psychodoc heute so gar nicht durch und es kommt zum ersten Mal (also das ist jetzt das vierte erste Mal in dieser Woche – Liebes Schicksal, könntest Du mir bitte auch noch was für den Rest des Jahres aufbehalten?) zu einer Art Auseinandersetzung zwischen Therapeut und Patient.

Bis auf mich haben echt alle viel zu berichten, teils heftiges Zeugs, teils Fortschritte. Zwar höre ich mit Interesse zu – dabei bin ich aber nicht so richtig. Es ist gerade eben auch viel Neues für mich und ich merke, dass nicht nur meine Aufnahmekapazitäten sondern auch die Verarbeitungskapazitäten am Rande sind. Da ich in der Einstiegsrunde als zweiter dran bin und eben von meinem „alles gerade etwas viel“ berichte, ‚entbindet‘ mit der Psychdoc quasi von der Mitarbeit und gibt mir freien Raum. Das ist echt ein erfahrener Hund!

Viel nehme ich heute nicht mit. Ist aber OK so.

Ich schwör‘

Heute das schon zweite erste Mal in dieser Woche. Diesmal als (Hilfs-)Schöffe einer großen Strafkammer (drei Berufsrichter, zwei Laienrichter) des Landgerichts.

Da ich nicht weiß, wie es genau ablaufen wird, bin ich etwas fürher da als in der Ladung steht. Ich muss warten und setze mich auf dem langen, langen Flur noch hin. Dann wird es kinoreif. Wenige Minuter später kommen drei Herren in schwarzen Anzügen, der mittlere im gesetzten Alter, mit wohlgesetzten Schritten den Gang entlang. Vollkommen klar, dass das die Berufsrichter sein müssen. Sie schauen weder nach rechts noch links, sondern steuern auf den Saal zu, schließen die Tür für die „Prozessbeteiligten“ auf. Die Frau neben mir und ich ihnen hinterher – quer durch den Sitzungssaal ins Richterzimmer. Dort ein freundliches Handschütteln und ein bisschen Smaltalk – so, als hätten wir uns schon mehrfach getroffen und würden uns kennen.

Die Richter legen ihre Roben an und der Vorsitztende erklärt, um was es gehen wird, denn außer der Ladung wissen wir Schöffen ja nix. Angeklagt ist jemand wegen § 177 StGB ( Sexueller Übergriff; sexuelle Nötigung; Vergewaltigung) was eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren nach sich ziehen könnte. Hinzukommt, dass aus gewissen Gründen auch §22 StGB im Raum steht: Sicherheitsverwahrung.

Per Lichtzeichen wird übermittelt, dass der Angeklagte in den Saal geführt wird (und das Gericht so lange im Zimmer bleiben muss). Dann klopft die Justizsekretärin und gibt Bescheid, dass „man“ so weit wäre. Und tatsächlich, alle stehen auf, als wir reinkommen, bleiben auch stehen, bis wir vereidigt sind.

Dann geht es los mit der Anklageverlesung, und bevor darauf reagiert werden kann, erhebt die Verteidigung einen Besetzungseinwand nach §222b StPO. Das dauert dann fast eine Stunde bis das geklärt ist – ausreichend Zeit mit den Richtern sich bei Kaffee zu unterhalten.

Schließlich Prozessalltag. Acht Zeugen, ein Sachverständiger. Ich schreibe mit, als müsste ich nächste Woche das Urteil verfassen – aber mir hilft das mich zu konzentrieren und die Essenzen besser zu erfassen.

Als letzter ist am Nachmittag der Gutachter dran. Er trägt recht lange vor und versucht es den interessierten Laien verständlich zu machen. Ich traue mich sogar eine Frage zu stellen, die ich echt für wichtig erachte, nachdem ich mich beim Vorsitzenden erkundigt habe, ob das OK ist.

Nach über sechs Verhandlungsstunden ist Schluß. Fortsetzung dann nächste Woche. Bis dahin kann ich mir ja schon mal Gedanken machen.

Die Ausweise bitte!

Heute meine erstes Mal als „Stellv. Prüf.Vors. des MPA* XY“. Und die bestand nicht nur darin, zwei schwere Koffer mit den Prüfungsunterlagen zu schleppen sondern dann 35 Prüflinge bei ihrem ersten Tag der schriftlichen Prüfung – mit zwei anderen – zu beaufsichtigen.

Und der echt anstregende Prüfungstag für die begann mit der Feststellung der Anwesenheit, bei der wir uns mit Hilfe eines mitzubringenden „Ausweispapiers mit Lichtbild“ überzeugen mussten, dass da die angemeldeten auch saßen. G. der noch-Vorsitzende las die Namen vor und ich sprintete in dem Raum von Tisch zu Prüfuling, um mich davon zu überzeugen, dass das, was ich hörte, mit dem, was ich las, auch übereinstimmte. Damit war auch mein aktiver Part beendet, der Rest bestand aus zwei Mal drei Stunden zugucken, dass niemand abschreibt und dass nicht zwei gleichzeitig auf die Toilette gehen. Ohne Scheiß, das war echt nicht unanstrengend, denn schließich musste man ja noch sowohl gravitätisch-streng wie aufmunternd-kumpelhaft gucken.

Klar, werden die sich nicht gefragt haben, was das für ein Heiopei da vorne ist, der seine Lebensaufgaben anscheinend darin sieht, auf Prüflinge aufzupassen – und ich finde es mit meinen Augen (Insider!) auch recht skurril, gerade in diesen MPA geraten zu sein – aber ich glaub‘, man kann als Prüfer irgendwie auch Mensch bleiben.

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*MPA = Meisterprüfungsausschuss

49 – Beginnende Gegensätze zwischen alter und neuer Diplomatie (194-198)

Diotima weiter aktiv mit dem Salon – Arnheim findet das gut – der Gatte Tuzzi befürchtet viel heiße Luft – Tuzzi will das Neuste von Frau und Arnheim wissen – die Ministerium würden es auch gerne wissen, was da abläuft – macht sich Gedanken, was die anderen Länder denken – Arnheim und Tuzzi können nicht miteinander – Diotima bekommt das mit – ist Religion vielleicht die Lösung für eine Aktionsidee – Wissenschaft? Nation? Staat? Kultur? – was kann zeitgenössische Kultur überhaupt noch leisten

Aber stelle einen Windhund neben einen Mops, eine Weide neben eine Pappel, ein Weinglas auf einen Sturzacker oder ein Porträt statt in eine Kunstausstellung in ein Segelboot, kurz, bringe zwei hochgezüchtete und ausgeprägte Formen des Lebens nebeneinander, so entsteht zwischen ihnen beiden eine Leere, eine Aufhabung, eine ganz bösartige Lächerlichkeit ohne Boden. (196)

Arnheim und Tuzzi können nicht so recht miteinander. Das bekommt auch Diotima zwischen den Zeilen mit und versucht das etwas zu umschiffen. Aber die beiden sind Alphamännchen und versuchen sich halt dann in ihren Wortbeiträgen zu behaupten. Es kommt natürlich nicht zu einer offenen Auseinandersetzung. Aber auch in diesem gemeinsamen Gespräch kommen sie, was die Idee für die Parallelaktion betrifft, kein Stück weiter, zu viele Bedingungen, zu viele Einschränkungen.

Einfach schön (457-459)

Zwar nicht gut geschlafen, aber der Vormittag begann dennoch irgendwie schön. Und als ich dann noch die Sonne realisierte … . Dank S., die mir ihr Auto über die nächsten Tage geliehen hat, damit ich morgen die Prüfungsunterlagen transportieren kann, kurzerhand nach D. Mit den öffentlichen hätte das eine gute halbe Stunde gedauert, mal ganz davon abgesehen, dass ich erst noch hätte auf die Abfahrt warten müssen. So nur 16 Minuten. Ein Auto ist doch was schönes.

Dann von hinten eben hoch auf den D.

Die meiste Zeit wirklich alleine. Noch kaum ein Grün zu entdecken, aber die Sonne brach sich durch die Äste. Schade, dass niemand dabei war, denn das war schon besonders heute.

Es wird zwar bald mächtig steil und bis man oben ist, ist man auch gut aus der Puste, aber es lohnt sich einfach. Ich hab’s ja nicht so mit dem irrationalen, aber der Ort da oben ist schon irgendwie magisch.

Überraschend viele Familien mit Kindern dort. Aber ich vergesse immer, dass man auch mit dem Auto hochfahren kann. Hab‘ mir dann einen Kaffee und ein Stück Kuchen gegönnt (das war aber schleunigst schnell wieder aus meinem Körper) – saß in der Sonne und … es war einfach gut so.

Letztes Jahr in meinem Adventskalender hatte ich ja die Leser*innen für März oder Mai zu dieser Wanderung eingealden – gemeldet hat sich niemand, obwohl ich da oben ja jetzt zwei Leute kenne, die uns verköstigen könnten. Nun, dann muss halt P. jetzt mal drunter leiden, angedroht habe ich es ihm ja schon längst.

Erst davon, dann danach

Im März jetzt doch, wie gehofft und seit Herbst schon vorgestellt, eine Woche Urlaub für ein paar Tage an der See. Usedom hätte es sein sollen, aber aufgrund der etwas arg langen Bahnfahrt bin ich jetzt (im Moment) auf Rügen gekommen.

Seit gestern bin ich im Internet auf der Suche nach etwas Geeignetem für mich – nicht zu teuer, mit der Bahn erreichbar, am Meer, mit Einkaufsmöglichkeiten, mit Restaurants, aber ruhig und abgeschieden, ohne übermäßigen Tourismus, … – und habe gefühlt hunderte von Seiten in der Zwischenzeit angeklickt. Nach wie vor bin ich einfach so naiv und denke, man gibt ein paar Angaben in die Suchmaschine ein und schwupps hat man drei, vier Angebote, aus denen man wählen kann. Aber entweder sind meine Angaben bescheuert oder die Suchmaschinen sind doch nicht das, was sie meinen zu sein – jedenfalls ein mühseeliges Geklicke, was an den Nerven zieht und viel mehr Zeit kostet, als vorgestellt.

So ein bisschen kann ich die Leute schon verstehen, die einfach das machen, was sie letztes Jahr gemacht haben. Aber noch reichen die Nerven und eine Anfrage ist auch schon draußen … es wäre ideal.


48 – Die drei Ursachen von Arnheims Berühmtheit und das Geheimnis des Ganzen (190-194)

Ein Mann von großen Format – ist sehr wissend – spricht fünf Sprachen – verkehrt überall – schreibt erfolgreich Bücher – wird gerne zitiert – sehr geschäftstüchtig und auch darin sehr erfolgreich – über das Wesen von großen Menschen

Auf diesem Wege führt aber das Geschäft zur Philosophie, denn ohne Philosophie wagen heute nur noch Verbrecher andere Menschen zu schaden … (193)

Um es kurz zusammenzufassen und es auf den Punkt zu bringen: Arnheim ist ein berühmter und erfolgreicher Tausendsassa.

psst

Schlimm, wenn ich heute einfach mal still bin?

Nö.

Oder?

Nee, komm, nich‘ wirklich!

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