Durch die Zeit

Monat: Februar, 2019

Wenn’s der Staat zahlt

Heute mit der Kollegin und dem Auto in zwei Stunden nach F. in ein Bundesamt. Start um 11 Uhr. Begrüßung, ein paar Folien. 11:45 Mittagessen – als Selbstzahler. 12:45 noch ein paar weitere Folien und allgemeines Geplaudere. Um 14 Uhr waren wir schon wieder im Auto.

Ich frage mich, wie sich die Kollegin fühlt, die aus Flensburg eine Anreise von gut acht Stunden hatte.

Ach so: In dem Seminar ging es u.a. auch um den sparsamen und wirtschafltichen Umgang mit den Fördergeldern (darunter fallen auch Reisekosten).

So langsam …

Heute schrieb mir der Justizhauptseketär S. (Im Grunde könnte so auch eine Erzählung von Franz Kafka beginnen – aber Schuster, bleib‘ bei deinen Leisten.) Und er machte recht unmissverständlich klar, dass ich am nächsten Dienstag zu erscheinen hätte und dann auch gleich noch an einem Tag die Woche drauf.

Ich meine, da passiert vier oder fünf Jahre so gut wie gar nichts, egal wie ich mich bemühte und anbot (oder auch aus Frust nicht) und jetzt kommt alles auf einmal zusammen:

  • Zweiter Halbtagsjob (neu)
  • Meisterprüfungsausschuss AO (neu)
  • Meisterprüfungsausschuss Teil IV (seit letztem Jahr)
  • Therapie (neu)
  • Altherrensport (schon länger)
  • Yoga (neu)
  • und nun eben doch noch Schöffe beim Landgericht (neu), wenn auch nur mal für eine Verhandlung. (Aber wenn die so früh auf mich zurückgreifen müssen … mal sehen.)

Dazu ja noch die Tätigkeit bei Verein 1, die ja auch nicht gerade arg wenig ist (gar nicht neu, eher schon alt).

Wann soll ich da denn das viele, viele Geld ausgeben?

47 – Was alle getrennt sind, ist Arnheim eine Person (188-190)

Der Salon Diotimas nimmt großen Aufschwung – wegen der Aktion und wegen Arnheim – Arnheim kann mit jedem „in seiner Sprache“ reden – Arnheim scheint ein Tausendsassa zu sein – kann überall kompetent mitreden – Leinsdorf etwas neidisch auf ihn – ihm fehlt auch Geist und Kunst im derzeitigem Adel

… mit einem Wort, was wir alle getrennt sind, das ist er in einer Person, und da staunen wir eben. (190)

Arnheim ist der derzeitige Star. Alle wollen ihn kennen lernen. Alle sind begeistert von ihm, weil er mit allen über ihre Dinge kompetent zu reden weiß und sich dabei nicht in den Vordergrund spielt. Hier, wie im Kapitel zu vor, kleine Anspielungen auf die Philosophie von Ernst Mach (über die Musil promoviert hat). Arnheim ist genau der Gegenentwurf dazu, eben nicht Einzelnes, sondern eine Einheit.

€’s

Im Portmonnaie finden sich gerade noch drei Euros und ein paar Zerquetschte. Also vor dem (Altherren-)Sport noch schnell zum Bankautomat. Ich ziehe wie üblich 300, die normalerweise für den Monat so knapp reichen, dass ich meist noch 100 nachholen muss. Als nach der Transaktion der Kontostand angezeigt wird, bin ich für einen Moment komplett irritiert, der ist nämlich vierstellig! Vor wieviel Jahren habe ich das zum letzten Mal gesehen? Vier? Fünf?

# 456 – Frühlingserwachen

Ich hatte es mit mir schon vor zwei Tagen vereinbart, dass ich heute etwas spaziergen gehe. Aber auch ohne die Vereinbarung wäre ich raus – was für ein geiles Wetter. Was für eine ganz andere Luft! Daher auch in der Wohnung alle Fenster aufgerissen – raus mit dem Winter, rein mit dem Vorfrühling.

Am Ende der zehn Kilometer über die Wäschewiese zum Hintereinigang. Zuvor schon die ersten Schneeglöckchen auf dem Weg entdeckt und nun – Krokusse!

In der Hinsicht bin ich ja ein echter Junge, also gleich mal mich auf dem Boden geworfen, um ein ein Foto mit einer ordentlichen Perspektive zu machen. Das hier:

Als ich mich wieder aufrappele und die letzten Meter gehe werde ich urplötzlich von rechts angesprochen. Gar nicht gemerkt, dass da eine Frau aus dem Nachbarhaus Wäsche aufhängt (am Sonntag! aber draußen!). Sie findet das richtig toll, dass ich noch ein Auge für die Natur habe,so sie. Sie sei übrigens Frau J. und ob ich hier auch wohnen würde. Auch ich stelle mich vor, wir geben uns die Hände, plauschen einen kurzen Moment über den kommenden Frühling.

Ich kann echt nicht klagen derzeit – da wacht gerade vieles auf.

Vorfrühlingsspaziergang (# 442-455)

46 – Ideal und Moral sind das beste Mittel, um das große Loch zu füllen, das man Seele nennt (185-188)

Von der Unmöglichkeit eines reinen (Seelen)Lebens – Arnheim hat in Berlin eine bedeutende Sammlung von Heiligenfiguren – ist einmal von einem Angestellten bestohlen worden – Arnheim beneidet ihn fast darum, da es mit einem Ziel tat

Denn dauernd vermögen bloß Narren, Geistesgestörte und Menschen mit fixen Ideen, im Feuer der Beseeltheit auszuharren; der gesunde Mensch muß sich damit begnügen, die Erklärung abzugeben, daß ihm ohne eine Flocke dieses geheimnisvollen Feuers das Leben nicht lebenswert vorkäme. (186)

Und noch ein paar Seiten über die Unmöglichkeit des reinen, sprich des guten, sprich des beseelten Lebens. Arnheim ist sich bewusst, dass ihm, obgleich unendlich reich und erfolgreich, doch was fehlt. Und das scheint er in Diotima zu sehen. Oder er hofft es zumindest.

Durch die Nacht

Und du wachst, bist einer der Wächter, findest den nächsten durch Schwenken des brennenden Holzes aus dem Reisighaufen neben dir. Warum wachst du? Einer muß wachen, heißt es. Einer muß da sein.

Franz Kafka: Nachts

Maus, Katze, Hund

Irgendwie so jedenfalls. Ich konnte mir das gerade nicht auch noch merken, ich war ausreichend und vollauf damit beschäftigt nicht von der Matte zu kippen, wenn man seine Arsch in den Himmel strecken und dabei aber irgendwie halb stehend noch locker ein- und ausatmen soll. Das soll dann bald (!?!) eine sehr entspannende Übung sein, meinte die Yoga-Lehrerin (eindeutig aus Österreich!). Ich bin so naiv und will es ihr mal glauben.

Ich sehe dem Muskelkater morgen mal gelassen entgegen und bin’s mir zufrieden, dass ich mich doch nicht getäuscht habe und Yoga doch was für mich ist.

Tut mal gut

  • Das erste Lob bekomm ich von meiner neuen Kollegin M. Bei einem Beratungsgespräch hatte ich mich etwas eingemischt, ein Thema aufgegriffen und eine Hilfestellung gegeben. Danach meint sie, sie wäre sehr überrascht gewesen, wie tief ich schon in der Materie sei und wie gut ich das alles eingebracht hätte. Daher würde wir nun noch ein paar wenige Beratungen selber machen – dann könne ich das alleine.
  • Frau M., mit der ich noch nie ein Wort gewechselt habe, von Abteilung weiß-ich-nicht mit der Funktion keine-Ahnung, spricht mich an und will wissen, wir es mir in der neuen Stelle geht. Ich bedanke mich. Sie setzt zu einer längeren Erklärung an mit „Qualität setzt sich eben durch“ und „die Guten müssen oft so lange darben“ und „Sie haben den Hausschnitt ja eh komplett ‚versaut'“.

Ich freue mich, dass ich mich darüber einfach freuen und beides annehmen kann.

Anton Weyrother

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... denn man(n) kann sich ja nicht alles merken ;)

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