Durch die Zeit

So darf es sein

Geschlafen. Das Meer ausführlich inspiziert, ob die Wellen auch das tun, was sie tun sollen. Sie tun’s. Auch der Wind lässt nicht zu wünschen übrig – daher guten Gewissens erst in ein Café, um mich zu stärken (das eigenartigste Bruschetta des Lebens ‚genossen‘), dann ins Bett. Dort zum ersten Mal in diesem Jahr wirklich so geschlafen, dass ich entspannt aufgewacht bin. Dann Lektüre, dann etwas Sauna, dann etwas Fernsehen, dann etwas Pizza, dann etwas Abendgestaltung …

54 – Ulrich zeigt sich im Gespräch mit Walter und Clarisse reaktionär (213-219)

Ulrich besucht Walter und Clarisse – Clarisse verwendet sich für Moosbrugger, hält ihn für musikalisch – es ist übrigens Winter – man geht spazieren – Ulrich berichtet, über was alles Arnheim schon geschrieben hat, sehr, sehr viel – auch Walter hat schon Arnheim gelesen – Ulrich und Walter sind bezüglich Arnheim nicht einer Meinung – Ulrich mag ihn einfach nicht – Menschsein ist für Ulrich „Dilettantismus“ – Leben geht auch ohne Sinn – das wäre „Fortwursteln“ meint Walter – Clarisse bittet Ulrich, Moosbrugger zu befreien – Gespräch über die fehlende „Ganzheit“ des Menschen – Ulrichs Wunsch nach Einheit im Gespräch – Walter gegen die Übermacht der Vernunft

Es steht nicht mehr ein ganzer Mensch einer ganzen Welt gegenüber, sondern ein menschliches Etwas bewegt sich in einer allgemeinen Nährflüssigkeit. (217)

Ulrich und Walter sind zwar befreundet – aber einer Meinung sind sie schon lange nicht mehr. Ulrich, der rationale Typ, eher ohne Gefühle, eher mechanisch – dagegen Walter, der alles zusammen sieht, der weniger denkt und mehr fühlt. Es sind zwei verschiedene Typen der Moderne, die beide nicht die zukünftigen Prototypen sind. Dazwischen Clarisse, die schon irgendwie in ihrer eigenen Welt lebt und eine eigene Logik ihr Eigen nennt. So ganz klar ist es noch nicht, wo es mit ihr hingeht. Jedenfalls hat Walter von Ulrich genug und würde ihn gerne nie wieder bei sich zu Hause sehen, aber da hat Clarisse was dagegen.

Anton Weyrother

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