57 – Großer Aufschwung. Diotima macht sonderbare Erfahrungen mit dem Wesen großer Ideen (227-231)

von Bert

Diotima ist im Aufschwung begriffen – viel Post für sie – Rachel unterstützt sie sehr – sie wird von Bedeutsamkeit „überrieselt“ – kommt einem Nervenzusammenbruch gleich, „der niemals eintrat“ – über die Eitelkeit – selbst ihr Mann beginnt sie ernst zu nehmen – macht sich Sorge, dass sich Diotima in die Außenpolitik sich einmischen könnte mit der Aktion – sie versucht ihn zu beruhigen, dass es soweit schon nicht kommen wird – die Zeit ist von großen Ideen – aber es gibt irgendwie zu viele davon – auch das Gegenteil einer großen Idee kann eine große Idee sein – Tolstoi gegen Berta Suttner zum Beispiel – jede ewige Wahrheit gibt es „doppelt und mehrfach“ – Leinsdorf überrascht von Diotimas Energie – sie bleibt bei der Idee des „Friedenskaisers“ bzw. auch „Österreichjahr“ – bloß was macht man in so einem österreichischem Jahr, wendet Leinsdorf ein – Diotima: Weltösterreichjahr wäre noch besser – aber dennoch: was machen? – Lösung von Diotima: ein nächster Arbeitskreis

Der Mensch trägt den größten Teil seiner Eitelkeit, da man ihn gelehrt hat, daß er ihn nicht im Herzen tragen dürfte, unter den Füßen, indem er auf dem Boden eines großen Vaterlandes, einer Religion oder einer Einkommenssteuerstufe wandelt, und in Ermangelung solcher Positionen genügt ihm sogar, was jeder haben kann, sich auf der augenblicklich höchsten Spitze der aus dem Nichts aufgestiegenen Zeitsäule zu befinden, das heißt, gerade jetzt zu leben, wo alle Früheren zu Staub geworden sind und keine Späteren noch da sind. (227f)

Diotima wächst an ihren Aufgaben sichtbar und zur Überraschung ihrer Umgebung. Aber mit dem Wachsen stößt sie auch an die Grenzen des Machbaren, denn so einfach und navi, wie sie es sich vielleicht vorgestellt hat, ist die Umsetzung nicht. Wirkliche Hilfe erfährt sie von niemanden, nur werden ihr gegenüber viele Bedenken geäußert. Sie daher nach wie vor engagiert – aber etwas ratlos.