GT (12)

von Bert

Mit meiner Beschwerde letzte Woche scheine ich etwas angestoßen zu  haben.

Ich nehme mir jedenfalls heute das erste Wort und nehme mir auch die Zeit zu erläutern, was da in mir abgegangen ist, was danach noch abging.

Der Psychodoc nimmt das zum Anlass zu thematisieren, wie wir uns als Gruppe denn so organisieren wollen. Einerseits halten wir die alte Struktur bei (d.h. jede/r spricht in der Eingangsrunde, über die wir heute auch nicht hinauskommen, was ihn / ihr gerarde so angeht), andererseits mischen sich alle viel mehr ein, stellen Fragen, geben ungefragt Rückmeldungen. Meiner Überzeugung nach steuert der Psychdoc dennoch ganz geheuer, verwirrt C II auf ‚hinterhältige‘ Art, provoziert aus dem Nichts C I, die dann aus sich rausgeht und von den spontanen Rückmeldungen positiv erschlagen wird …

Bisher war das eigentlich eher so, dass eine/r was erzählte, der Psychodoc Fragen stellte bzw. ins Gespräch ging und der Rest zuhörte, wenn nicht ausdrücklich Rückmeldungen eingefordert wurden. Heute saßen da sieben Leute die etwas vorsichtig und verhalten, aber dennoch deutlich als Gruppe agierte. Es war ein buntes Miteinander – zwar immer mit einem gewissen Schielen auf den Doc – aber freier als sonst. C II beschwerte sich über A., A. (Mann) ‚gestand‘, dass er mit S. (Frau) nach der letzten Sitzung noch viel miteinander gesprochen hätten (was quasi untersagt ist) und sie über das Thema Erziehung so gar nicht übereinkämen, worauf T. (Mann) die These in den Raum stellte, dass A. wohl von S. mehr wollte als nur das Gespräch in der Gruppe.

Kurz: Da ist was in Bewegung gekommen und ich kann L., die jetzt für fünf Wochen in Rhea geht, gut verstehen, dass sie arg, arg unsicher ist, ob sie die Gruppe, wie sie sie kennt, dann wieder vorfinden wird. Sie gibt uns allen als Wunsch auf den Weg, zumindest in fünf Wochen noch dazu sein. Irgendwie rührend. (Und ich habe darauf den Mut, bei der Verabschiedung sie kurz an der Schulter zu berühren als ich ihr eine gute Zeit in der Rhea wünsche.)