Müde bin ich / geh zur Ruh‘ / mache meine Augen (noch nicht) zu

von Bert

Ich bin gerade ziemlich müde. Also ziemlich ziemlich. Das hängt einerseits mit dieser vermaledeiten Zeitumstellung zusammen, die mir mit zunehmenden Alter aber sowas von auf den Geist geht (und mir gerade überlege, sie nächstes Jahr einfach nicht mitzumachen), andererseits schlafe ich, wenn es gut geht, gerade noch vier Stunden am Stück. Ich schiebe das mal einfach auf die Therapie. Zwar ist mir immer noch nicht klar, wie die was bewirken soll, denn 95 Prozent von dem, was da besprochen wird, geht mich echt nichts an, die restlichen 5 auch nur am Rande … aber solche intensive und anstrengende Träume, die sich nächtelangt quasi immer um ein Themenkomplex drehen, das hatte ich noch nie.

Vor Jahrzehnten war ich mal besser darin, mir Träume zu merken. Konnte die am nächsten Tag dann aufschreiben. Jetzt – mit Müh und Not – behalte ich gerade noch so etwas wie einen Inhaltskern. Der ist jetzt aber leider wiederum auch nicht so komplex, dass es da groß etwas zu besprechen oder diskutieren gäbe.

Zu Beginn der Therapie musste ich ja unterschreiben, dass es zu „Verschlechterungen“ – auch in der Beziehung! – kommen kann. Das ist jedenfalls defintiv eine – auch wenn ich von ‚gutem‘ Schlaf ja eh schon seit Kindertagen weit entfernt bin.

Hinzu kommt, dass ich gerade offen bin. Das nicht nur, weil wir in Yoga so eine komische Übungen machen, die einem Spagat gleich kommt und so unendlich im Schritt zieht und sicherlich furchtbar obszön aussieht, sondern weil ich gerade viel frage und vor allem meine Frage in den Raum stelle und mich den Antworten der anderen aussetze. Da kommt – Überraschung! – einiges Gutes dabei rum, nur der Kopf braucht halt auch so seine Zeit.

Kurz: Morgen habe ich einen Tag Urlaub (bis auf Therapie und Vorstand Verein 1), werde endlich mal wieder am Stück lesen und immer dann, wenn es mir danach ist, mir die Eier kraulen und in die Luft gucken, die Gedanken Gedanken sein lassen und tief durchatmen.