Durch die Zeit

Neuer Gott

Gerade über Niels Kaiser auf Iestyn Davies gestoßen. Und – das habe ich echt Jahre nicht mehr gemacht – gleich zwei CDs (legal) runtergeladen. So wie es scheint, wird das mein Gott für diesen Frühling. Wer drei Minuten reinhören mag, hier was zum wegschmelzen:

62 – Auch die Erde, namentlich aber Ulrich, huldigt der Utopie des Essayismus (247-257)

Genauigkeit als menschliche Haltung – pedantische vs. phantastische Genauigkeit – Beispiele – zwei Geistesverfassungen – die eine ist genau – die andere schaut auf das Ganze, auf das Ewige, Große und Wahre – die Weltgeschichte ist optimistisch – Wissen vs. Glaube – Ulrich aus der Jugend: „hypothetisch leben“ – Im Unfesten liegt mehr Zukunft als im Festen – später statt Hypothese nun der Begriff Essay = betrachtet ein Ding von vielen Seiten, ohne es ganz zu erfassen – Mensch ist Inbegriff seiner Möglichkeiten – Tugend ist Laster ist Tugend – Moral, Altersform eines Kräftesystems – Moral ist bewegliches Gleichgewicht – Philosophie im Zusammenhang mit Tyrannei – Mißtrauen gegen Philosophie, obwohl allgegenwärtig – Essay als unabänderliche Gestalt, die das innere Leben eines Menschen annimmt – das „dazwischen“ – zwischen Abscheu und Verlockung – nur eine Frage lohnt das Denken – die des rechten Lebens – Ulrich wartet „hinter seiner Person“

Will man sich vorstellen, wie solch ein Mensch lebt, wenn er allein ist, so kann höchstens erzählt werden, daß in de Nacht die erhellten Fensterscheiben ins Zimmer schauen, und die Gedanken, nachdem sie gebraucht sind, herumsitzen wie die Klienten im Vorzimmer eines Anwalts, mit dem sie nicht zufrieden sind. (257)

Langes und schwieriges Kapitel. Inhaltliche Fortsetzung des vorigen. Musil versucht hier die ‚Zwischenwelten‘, in denen wir auch leben, auszuloten. Es ist ja nicht so, das jedes nur zwei Seiten hat, sondern auch mit unterschiedlicher Gewichtung gesehen / gelebt werden kann. Wenn man dann keine Linie für sich selber festlegt, kommt man ins Schwimmen. Kurz: Zwischen Moosbrugger und Ulrich gibt es noch viele Varitäten, alle haben recht – aber das Gesetz dazu zu finden ist unmöglich und macht schwindlig, je länger und genauer man darüber nachdenkt. Denn weder kann man nur in dem einen, noch in dem anderen leben. Exakte Wissenschaft ist das eine, Gefühl das andere. Es gibt kein weder-noch, sondern nur unendliches, unbeschreibbares Dazwischen. Mit dieser Diskussion ist Musil auf der Höhe der Zeit – und ich bin mir sicher, dass über diese zehn Seiten schon mehr geschrieben worden ist als über die restlichen Seiten des MoE.

Jetzt aber

Gestern spät erst von den Prüfungen zurückgekommen. Danach einfach keine Lust mehr gehabt, den Rechner hoch zu fahren. Lieber auf dem Sofa gesessen und etwas dumm aus der Wäsche geguckt. Zehn Stunden sind halt schon lang, vor allem, wenn es nur punktuell was zu tun gibt.

Dafür sitze ich jetzt schon wieder im Prüfungsausschusszimmer. Doch wenn alles bleibt, wie vereinbart, kann ich in drei Stunden schon wieder gehen. Wäre mir recht. Könnte etwas Entspannung ganz gut gebrauchen. Morgen geht ja die Woche wieder los.

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Anton Weyrother

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