Durch die Zeit

GT (13)

Wir sind nur zu sechst. Aber die Einstiegsrunde dauert dennoch eine Stunde. Aber irgendein Thema will sich nicht ergeben. Der Psychdoc stellt in den Raum, die nächsten vier Wochen in den Blick zu nehmen, in denen wir uns nicht sehen werden (da Osterpause ist). Mir fällt ein, dass ich mal so eine ‚virtuelle‘ Wunschrunde mitgemacht habe und sage das. Der Psychodoc nimmt das auf und schlägt vor, dass wir uns gegenseitig das sagen, was der / die andere in den nächsten vier Wochen schaffen wird. (OK, eine Empathie-Übung, nicht gerade die Herausforderung für mich). Also bekommen von mir Befähigungen:

  • T., dass er eine geile Gliederung für seine Bachelor-Arbeit erarbeitet, an der er sich ann stressfrei abarbeiten kann
  • J., dass er mal wieder Sport macht und sich auspowert, so dass er mal wieder sich uns einen Körper spürt
  • C. I, dass sie einen Smalltalk so gestaltet, dass beide am Ende sich überlegen, ob man sich nicht mal auf einen Kaffee treffen könnte
  • C. II, dass sie einfach mal sich vollkommen grundlos was Gutes tut.

Das mag jetzt banal oder nach „Na ja“ klingen. Aber schaue ich mir das an, was die anderen mir zugesprochen haben, dann haben alle ihre Finger mehr oder weniger heftiger auf offene Wunden oder Punkte gelegt. Gerade C. II, die jetzt doch anscheinend etwas Vertrauen zu mir findet, bringts elegant auf den Punkt.

Das ‚Besondere‘ an dieser Art ist, dass ‚Schwächen‘ als Möglichkeiten / Optionen ‚umgedeutet‘ werden und man selber das zu einem Gesagte plötzlich nicht so als Hürde sieht.

Bin echt gespannt, was wir in vier Wochen berichten werden.

63 – Bonadea hat eine Vision (258-266)

Bonadea, die Geliebte aus Kapitel 7, taucht wider auf – möchte mit ihm Frieden machen – will bei der Aktion mithelfen – sie wird alt – sie will nun nur noch Ulrich als Geliebten und keine anderen mehr – er sieht noch keine Möglichkeit, sie bei Diotima einzuführen – Bonadea hat genug von Diotima gehört, bewundert sie – ihr letzter Trumpf: Moosbrugger – sie will für Moosbrugger etwas über Diotima ausrichten – phantasiert sich als Diotimas Freundin – kommt bei Ulrich aber nicht gut an – Ulrich doziert u.a. über das Gute und das Böse – versucht ihr klar zu machen, dass man für Moosbrugger nichts mehr tun kann – Bonadea verliert derweil auf „unaufgeklärter Weise“ einen Schuh – er geht auf ihre Avancen nicht ein – redet sich um Kopf und Kragen – sinniert über die „Freiheit des Innern“ – will jetzt doch nett zu ihr sein – sie tut so, als müsste sie einen Floh an sich suchen – Ulrich reagiert nicht darauf – Bonadea weint

Er [Ulrich] kannte die edlen Gefühle Bonadeas und wußte, wie leicht bei ihr aus dem Aufflammen einer einzelnen schönen Regung die Panik einer den ganzen Körper ergreifenden Feuersbrunst wurde. (261)

Sie will wieder etwas von ihm, er weiß nicht, ob er vielleicht auch wieder will. Sie macht Avancen und er hält – aus Unsicherheit – Volksreden. Mal wieder eine schöne, kleine Studie. Sie lebt eher direkt und gefühlsbetont, er versucht alles zu vergeistigen und meint, als Mann, ihr, der Frau, die Welt erklären zu müssen. Also sondert er ‚wichtige‘, ‚wohlüberlegte‘ Sätze ab. Und was macht Musil aus der Situation: „Bonadea erwiderte etwas sehr Bedeutendes. ‚Ach du!'“

Anton Weyrother

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