63 – Bonadea hat eine Vision (258-266)

von Bert

Bonadea, die Geliebte aus Kapitel 7, taucht wider auf – möchte mit ihm Frieden machen – will bei der Aktion mithelfen – sie wird alt – sie will nun nur noch Ulrich als Geliebten und keine anderen mehr – er sieht noch keine Möglichkeit, sie bei Diotima einzuführen – Bonadea hat genug von Diotima gehört, bewundert sie – ihr letzter Trumpf: Moosbrugger – sie will für Moosbrugger etwas über Diotima ausrichten – phantasiert sich als Diotimas Freundin – kommt bei Ulrich aber nicht gut an – Ulrich doziert u.a. über das Gute und das Böse – versucht ihr klar zu machen, dass man für Moosbrugger nichts mehr tun kann – Bonadea verliert derweil auf „unaufgeklärter Weise“ einen Schuh – er geht auf ihre Avancen nicht ein – redet sich um Kopf und Kragen – sinniert über die „Freiheit des Innern“ – will jetzt doch nett zu ihr sein – sie tut so, als müsste sie einen Floh an sich suchen – Ulrich reagiert nicht darauf – Bonadea weint

Er [Ulrich] kannte die edlen Gefühle Bonadeas und wußte, wie leicht bei ihr aus dem Aufflammen einer einzelnen schönen Regung die Panik einer den ganzen Körper ergreifenden Feuersbrunst wurde. (261)

Sie will wieder etwas von ihm, er weiß nicht, ob er vielleicht auch wieder will. Sie macht Avancen und er hält – aus Unsicherheit – Volksreden. Mal wieder eine schöne, kleine Studie. Sie lebt eher direkt und gefühlsbetont, er versucht alles zu vergeistigen und meint, als Mann, ihr, der Frau, die Welt erklären zu müssen. Also sondert er ‚wichtige‘, ‚wohlüberlegte‘ Sätze ab. Und was macht Musil aus der Situation: „Bonadea erwiderte etwas sehr Bedeutendes. ‚Ach du!'“