64 – General Stumm von Bordwehr besucht Diotima (267-268)

von Bert

Der General machte seine Aufwartung – hat kleinen Bauch und rundes Gesicht – redet eine Viertelstunde auf sie ein – will sie beeinflussen, dass Kriegsministerium doch noch mit zum „großen Friedenswerk“ einzubeziehen – nach dem Motto ‚Frieden schaffen mit Waffen‘ oder so – Diotima erschrickt – hat mit Militär keine Erfahrung – sucht Ausreden – muss danach grundlos weinen – hat „ahnungsvolle Angst“

Sie [Diotima] setzte ihre Worte sorgfältig, wie mit schwarzgelben Bindfäden geheftet, und verbrannte sanfte Räucherwerkworte der hohen Bürokratie auf ihren Lippen. (268)

Der General versucht sich einzuschleimen, weil er gekränkt ist, nicht dabei sein zu dürfen. Er versucht es auf seiner Meinung nach listigen Art, weil er alles, was er an Humanität und klugen Sprüchen so findet, Diotima vor die Füße wirft. Die spürt aber, dass er was anderes meint, als was er sagt – kann es aber nicht wirklich greifen.