Durch die Zeit

Monat: Mai, 2019

Ich wäre ja willig gewesen

Aufgrund des neuen Jobs hat sich ja meine finanzielle Lage entschieden verbessert. Hinzu kommt, dass gerade viele Nebenjobs richtig gut laufen und das Geld quasi nur so fließt (ok, das ist jetzt eine leichte Übertreibung, aber gegenüber den letzten Jahren habe ich schon so den Eindruck). Kurz, ich habe mir 500 Euro genehmigt, die ich einfach so für Dinge, die ich brauche, auf den Kopf hauen kann. 100 Euro gingen schon für einen Brüllwürfel weg, die anderen 400 Euro wollte ich heute in verschiedene Klamotten und vor allem in neue Schuhe umsetzten.

Drei Stunden später sind immer noch 250 Euro übrig.

80 – Man lernt General Stumm kennen, der überraschend auf dem Konzil erscheint (340-346)

Auf dem  „Konzil“ (= Ausschuß zur Fassung eines leitenden Beschlusses in Bezug auf das siebzigjährige Regierungsjubiläum seiner Majestät) taucht der General auf – Diotima wundert sich, denn sie hat ihn nicht eingeladen – wer dann? – der General hat sich übrigens auch über die Einladung gewundert – hat von seinem Chef den Auftrag zu beobachten und zu berichten – über Kunst liebende Offiziere – Stumm sammelt Taschenmesser, wissenschaftlich – macht auch Gedichte – war zwei Jahre auf der Generalstabsschule – ist eigentlich vom Militär nicht zu gebrauchen, kommt aber irgendwie unter – später ins Kriegsministerium –  Abteilung Bildungswesen – mag Frauen wie Pferde gleichermaßen wenig – dennoch verheiratet, zwei Kinder – idealisiert Diotima – begrüßt Ulrich

Es war ein Glück, wie es zivile Menschen nur bei einer Bahnfahrt ins Freie finden; man weiß nicht wie, aber man wird den Tag grün, glücklich und von irgend etwas überwölbt verbringen. (344)

Vorstellung des Generals, der nicht so sehr für das Militär geschaffen ist. Ist eine eher einfach Type, aber hartnäckig und zielstrebig.

# 470

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GT (17)

Ich bin gestern einfach nicht mehr dazu gekommen (wie zu sovielem nicht in den letzten Tagen), also kurzer Nachtrag.

Einen Neuen gibt es in der Runde. Burn out und sonstwas. Hat einen sehr interessanten Job und ich hoffe, er wird noch mehr aus dem Nähkästchen plaudern (was ich dann leider hier nicht werde schreiben können – schade das). Die Einstiegsrunde gestaltet sich irgendwie sehr kurz und wenig intensiv. Ich vermute, das liegt an dem Neuen, den wir alle geben so eine Grobübersicht, Feinheiten bleiben aus. J. ‚gewinnt‘, nach einigem hin und her, am Schluss die Wahl und stellt auf. An mir rauscht das Meiste vorbei, ich bin einfach selber noch so aufgewühlt von der verkackten Jobsituation, die am Vormittag schon wieder um eine neue Komplikation erweitert wurde. Also drücke ich, da wo es mir möglich ist, aufs Gaspedal. Nach wie vor schön anzusehen (in doppelter Hinsicht) ist T., der gerade sowas von verliebt ist und daher nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Richtg verliebte Jungs sind einfach nur süß und wecken in mir sofort den Schützerinstinkt.

Beobachtung

Ich möge doch über mich erzählen. Es gibt sogar Fragen. Ich mache es im Moment eher ungern, will mich aber auch nicht verweigern. Ein paar Minuten später stelle ich fest, dass es schon lange nicht mehr um mich geht.

79 – Soliman liebt (335-340)

Solimann überzeugt Rachel, Arnheim hätte eine Verschwörung vor – also lauschen sie beide gerne und ausführlich – versucht sie auf alle möglichen Tricks anzumachen – sucht Körperkontakt – stobert durchs Haus, weil er nicht gerne bedienen hilft- erschreckt dann Rachel – Solimann bringt Rachel immer kleine Geschenke mit – meist Gestohlenes – sie kommt ihm auf die Schliche, als er ihr Hemdknöpfe, die er als Edelsteine verkaufen will, schenkt – will sie nicht nehmen – sie kämpfen darum – er beißt sie – wirft sich auf die Knie und weint

Sie [Rachel] hatte ihre Lebensweisheit im Elternhaus empfangen, und das war eine strenge Weisheit, so schön und einfach wie alter Hausrat, aber man konnte nicht viel damit anfangen, denn bei solchen Sprüchen kam immer nur ein Satz und dann gleich der Schlußpunkt. (339)

Soliman voll in der Pubertät. Nach wie vor unerfahren – bis auf das „Laster der europäischen Knaben“ – und, was Rachel betrifft, ungeschickt. Versucht sie zu beeindrucken und übertreibt. Macht ihr Geschenke und übertreibt. Rachel, wenn ich es richtige sehe, eine Art kleine Diotima, wächst, wie ihre Herrin, ebenfalls über sich hinaus und bezieht Position, lässt sich nicht mehr alles vor machen. Auch hier eine emanzipatorische Entwicklung. Gerade am Ende deutlich: Er weiß sich nicht anders zu helfen als wie ein kleines Kind zu beißen, sie kann darüber stehen – auch wenn es weh tut.

Licht in Sicht

Jetzt noch zwei anstregende Tage – und dann hab‘ ich endlich mal einen ganzen Tag frei mit ohner jeglicher Verpflichtung. Vermute, ich werde so gut wie nicht aus dem Bett kommen, da das Schlafdefizit quasi stündlich wächst. Heute komme ich auch erst nach 23 Uhr nach Hause und brauche dann noch eine Stunde um runter zu kommen … aber immerhin war es heute bisher nicht so schlimm, wie befürchtet

Was für Zwanghafte

Wahlhelfer heute gewesen. Da wird abgehakt und kontrolliert. Da gibt es eine parallel Vorsichtserfassung mit Abgleich, da wird bestätigt und zugenickt und erst dann geht es einen Schritt weiter. Jeder Handgriff wird quasi doppelt gesichert. Die Auszählung selber ist dann eine eher flotte Veranstaltung, bis es dann zum Protokoll kommt.

Aber in unserer Truppe waren drei Zwanghafte dabei, die das alles mit großer Lust und großem Einsatz und sogar einigermaßen zügig erledigt haben.

Think big

Hackbällchen von drei Kilogramm Fleisch, Hefeteig von min. 1,5 kg. Hefeteig, zwei Kilo Zwiebeln, acht Salate … Ich denke, ich stell mich in die Küche der Freunde und fang mal an, damit heute Abend, wenn die Gäste kommen, alles fertig ist.

78 – Verwandlungen Diotimas (328-335)

Diotima fühlt sich – spürt, dass etwas mit ihr vorgeht, kann es aber nicht benennen – hat neue Horizonte – hat nach wie vor ein Auge auf Arnheim geworfen – Arnheim nach wie vor der Mittepunkt – für Diotima ein neuer Typus Mensch – Diotima fühlt sich wie ein „Turmzimmer mit vielen Fenstern“ – über Idealismus – sie lebt deutlich durch die Parallelaktion bzw. Arnheim bzw. neuer Selbstsicherheit auf – schlägt sich auch in ihrer neuen, „mondänen“ Unterwäsche nieder – Tuzzi merkt, dass er langsam der Gatte einer bedeutender Frau wird (was ihm wie eine „Entmannung“ gleichkommt) – Schreiben ist eine besondere Form des Schwätzens (so Tuzzi)

Unerwarteterweise hatte hatte das zur Folge, daß Diotimas Seele, vorübergehend ohne Aufsicht der höheren Kräfte, sich wie ein ausgelassener Schuljunge benahm, der so lange umhertollt, bis ihn die Traurigkeit seiner sinnlosen Freiheit befällt, und durch diesen merkwürdigen Umstand trat in ihren Beziehungen zu ihrem Gatten, trotz zunehmender Abwendung für kurze Zeit etwas ein, was, wenn nicht einem Spätliebesfrühling, so doch einer Mischung aus allen Jahreszeiten der Liebe befremdlich ähnlich sah. (332f)

Wer ist eigentlich die Hauptfigur in diesem Roman. Ulrich oder doch eher Diotima? Was in der Zusammenfassung leider nicht rüberkommen kann, ist diese feine, innere Entwicklung von Diotima, die sie selber wohl noch nicht ganz begreift, aber merkt, dass etwas in ihr vorgeht. Heute heißt das einfach Emanzipation. Sie beginnt zu ihrem Ich zu stehen, hört auf, Gattin zu sein und darin ihre Lebenserfüllung zu sehen. Aber es wird noch eine Zeit dauernd, bis ihr das vollkommen bewußt wird, schätze ich, und dann bleibt auch noch offen, was sie daraus macht. Ein kleines Meisterstück Musils, auch, wie er auf Seite 334 ganz allmählich die Perspektive wechselt und man plötzlich von der Rolle Diotimas in die ihres Mannes schlüpft.

„Krank“

Mir einen Tag Auszeit genommen und heute mal ‚krank‘ gewesen. Aber da dadurch keine Arbeit liegen bleibt oder jemand anders in der Bresche springen muss, meine ich das  vertreten zu können.

Den Vormittag für mein Therapie-Tagebuch genutzt (also auch anders gemacht, aber das war dann schon der Schwerpunkt). Tat gut, es nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern mit Mühe und Arbeit all die Gedankenfetzen aufs Papier zu bringen und grob vorzusortieren. Es scheint mir, als würde sich das alles jetzt zu einem Bild formen, das ich jetzt nicht unbedingt gut finden muss, aber zu dem ich Stellung nehmen kann – und das ist echt eine Entlastung.

Nachmittags gelesen, abends dann Yoga. Ich stöhne mir da einen ab und der Schweiß fließt in Strömen. Aber da es mit gut tut, ist mir meine Außenwirkung so was von egal. Und es ist jetzt das 3. Mal schon, dass ich mit der einen Teilnehmerin gemeinsam zur Straßenbahn laufe und wir uns angenehm unterhalten.

Ich hätte da mal so eine Frage

Letztens mit T. einfach guten Sex gehabt. Unkompliziert. Lustvoll. Anhaltend. War schon eine besondere Erfahrung in dieser Art und Intensität. Die blauen Flecken am Körper am nächsten Tag sind aber dann doch jetzt mal der Hinweis an mich, zum Arzt zu gehen und mal zu fragen, was es damit auf sich hat. Denn so wild bzw. brutal war der Sex nun auch wieder nicht.

GT (16)

Um mir die / meine Zeit zu sichern, beginne ich die Einstiegsrunde. Mir geht das Thema echt nach und beherrscht den Kopf. Für die Gruppe muss ich ein paar Außenumstände (= Familie) erläutern und registriere mit, ja mit was? … mit Entsetzen, mit dem Gefühl der Bestätigung, mit (etwas) Verwunderung, sicher mit etwas Traurigkeit … dass die meisten aus der Gruppe mich anschauen, als sei ich ein lila Elefant. Es kommt zu ein paar sehr erstaunten, fast ungläubigen Nachfragen. T. hat dann zwar nicht den erlösenden Gedanken, aber sein Einwurf ist passend, ist ein Hinweis, in welche Richtung ich weiterdenken kann.

Der Rest der Stunde verläuft wieder einmal lebhaft. Es ist wirklich die Gruppe, die ‚arbeitet‘ und eben nicht nur Psychdoc mit einem von uns. Was er aber halt richtig gut kann, ist auf die großen Bögen zwischen uns aufmerksam zu machen. A. und ich beispielsweise haben dann doch auch ein gemeinsames Thema, was zumindest ich heute das erste Mal in Ansätzen sehe.

Ich gehe noch voller, als ich gekommen bin – und da ich nicht vor 23 Uhr zu Hause sein und erst dann ‚Feierabend‘ haben werde, ist jetzt schon klar, dass ich mich morgen mal krank melde, um irgendwie zum Durchatmen zu kommen.

77 – Arnheim als Freund der Journalisten (325-328)

Zum Konzil (= Ausschuß zur Fassung eines leitenden Beschlusses in Bezug auf das siebzigjährige Regierungsjubiläum seiner Majestät) werden, auf Arnheims Rat, hin und wieder Journalisten zugelassen – Vermutung, Platon würde Zeitungen und deren Redaktionen lieben – wann wird man für eine Zeitung interessant – Arnheim für die Presse ein gefundenes Fressen

Er [Arnheim] hatte den Journalisten, die ihn über das Konzil befragten, geantwortet, daß schon die Tatsache dieser Zusammenkunft ihre tiefe Notwendigkeit beweise, denn in der Weltgeschichte geschehe nichts Unvernünftiges, und damit hatte er so ausgezeichnet ihre Berufsstimmung getroffen, daß dieser Ausspruch in mehreren Zeitungen wiedergegeben wurde. (327)

Würde man die Begriffe „Zeitung“, „Magazin“ u.ä. durch „Medien“ ersetzen, dann funktioniert dieser süffisante Text heute noch uneingeschränkt. Harte Breitseite gegen die Medien, die sich selber wichtiger nehmen als die wirklichen Themen und nach Sensationen aus sind, statt nach Erklärung und Erläuterung.

# 469

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Grenzwertig

Heute, als mein Arbeitstag von einer kleinen Sitzung beim Hauptgeschäftsführer unterbrochen wurde, dachte ich so, dass, wenn ich nicht so ruhige Arbeitstage hätte, das restliche Pensum derzeit kräftemäßig gar nicht schaffen könnte.

Den nächsten freien Abend habe ich, glaube ich, Freitag nächster Woche, bis dahin ist alles mir irgendwelchen Laberrunden, Vereinsmeieren und anderem zu.

Arg grenzwertig.

Zudem die letzte Therapiestunde was im Kopf in Bewegung gesetzt hat, was gerade aber so richtig anstrengend ist, weil irgedwie gar nicht schön. Und ich weigere mich gerade noch, das einfach so anzunehmen und denke die ganze Zeit, dass muss doch irgendwie anders, also schöner gewesen sein. Aber wenn es doch so war, wie ich es gerade sehe, dann erklärt mir das aber leider auch nix richtig.

Hat mir gerade WordPress geschrieben

Glückwunsch zum Jahrestag mit WordPress.com!
Du hast dich vor 9 Jahren auf WordPress.com registriert.
Danke für dein Vertrauen. Weiter viel Erfolg beim Bloggen!

Hä, neun Jahre? Da werde ich mal versuchsweise angemeldet haben. Oder hatte ich hier mal diesen erotischen Blog, den ich nicht mehr finde?

Ich bedauere jetzt schon die späteren Biographen (nicht von mir), die bei berühmten Menschen dann rausbekommen müssen, welcher Blog unter welchem Pseudonym dem oder der wie zuzuschreiben wäre oder ist oder sollte.

Die große Stille

Wir haben uns halt einfach nichts zu erzählen. Das ist bitter, aber es ist so. Und ich weiß nicht, ob ich überhaupt dahinter steigen will, warum das so ist. In unserer Familie redet man halt nicht, teilt sich nicht mit. Und so richtig interessiert man sich auch nicht für den / die andere. In den beiden großen Familienkrisen, die wir zu überwinden hatten, funktionierten wir reibungslos und haben das (fast!) gut gemeistert. Aber auch darüber wird und kann (?) und / oder will (?) nicht geredet werden.

Aber jetzt bin ich ja wieder zurück. Und das schweigende Wochenende passt thematisch ganz gut zur letzten Therapiestunde.

(Der Titel ist eine Anspielung auf einen Film, von vor ein paar Jahren, der über gut zwei Stunden – ohne das auch nur ein Wort gesprochen wrid – zeigt, wie die Mönche eines Trapisten-Klosters in Frankreich leben. Trapisten ist ein Männerorden mit „strenger Observanz“, das heißt neben den drei Gelübden des Gehorsams, der Armut und der Enthaltsamkeit kommt noch ein viertes dazu: des des Schweigens.)

76 – Graf Leinsdorf zeigt sich zurückhaltend (322-324)

Leinsdorf macht zwar mit, aber nicht richtig – für ihn ist das alles „Nur-Literatur“ – Tuzzi ist nach wie vor nicht sehr überzeugt – Arnheim kann es etwas nachvollziehen – Arnheim schreibt Ulrich einen gewissen Einfluss auf Leinsdorf zu – über das Wesen des „Herrn“ – was braucht’s, um ein echter Herr zu sein

… aber er [Ulrich] ist ein gefährlicher Mensch, mit seiner infantilen moralischen Exotik und seinem ausgebildeten Verstand, der immer ein Abenteuer sucht, ohne zu wissen, was ihn eigentlich dazu treibt. (324)

Arnheim hechelt quasi seine Mitstreiter durch, schwadroniert über den Mann an sich als Herr – schrammt knapp am ‚Herrenmensch‘ vorbei – hat an allen etwas auszusetzen, kann aber auch alle gut verstehen. Hauptsache keine Stellung beziehen, wer weiß, wen man wann für was brauchen könnte. Und Diotima? Die ist von dem Ganzen Gerede beeindruckt.

Bin mal …

… über’s WE weg.

Aber ihr kommt ja auch gut mal ohne mich aus.

75 – General Stumm von Bordwehr betrachtet Besuche bei Diotima als eine schöne Abwechslung in den dienstlichen Obliegenheiten (320-322)

Stumm nochmals bei Diotima – versucht sich und das Militär in Stellung zu bekommen – Diotima erzählt ihm, was bisher noch erfolgt ist – schwadroniert über Ordnung – Diotima weiß nicht so recht was anzufangen

Ich [General Stumm von Bordwehr] glaube, die meisten Menschen … setzen stillschweigend voraus, daß die Vergangenheit zur Strafe vergangen ist, für irgendetwas, das nicht in Ordnung war. (321)

Stumm will unbedingt mitmachen, will aber seine Position nicht verraten, also wird etwas allgemein geschwallt. Diotima weiß damit wenig anzufangen und bleibt bei ihrer Position. Fröhliches Aneinandervorbeigerede.

GT (15)

Deutlich lebendiger als letzte Woche. T. holt gleich mal ne große Frage aus dem Koffer, während alle anderen mit dem Alltag kämpfen. Über die Einstiegsrunde kommen wir gar nicht hinüber, mir bleiben die letzten drei Minuten. Passt, denke ich mir diesmal, hab‘ aber die Rechnung ohne den Psychodoc gemacht, der mich gleich mal an’s / auf’s Thema nagelt. Aber da spült er nix Neues hervor. Dennoch gute Stunde mit viel Beifang.

# 468

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Anmache?

Am Ende des Beratungstermin verabschiedet mich die Handwerksmeistergattin mit einem jovalen „Machen Sie’s gut junger Mann“. Dabei war sie mindestens 10 Jahre jünger als ich.

74 – Das 4. Jahrhundert v. Chr. gegen das Jahr 1797 – Ulrich erhält abermals einen Brief seines Vaters (316-319)

Langer Brief des Vaters – der Vater ist in einer Kommission zur Neufassung des Strafrechtes – hat Angst vor der Verweichlichung der Rechtspflege – inhaltlich geht es um Unzurechnungsfähigkeit vs. verminderter Zurechnungsfähigkeit – zerstreitet sich deswegen mit einem befreundetem Kollegen – der Vater möchte, das Ulrich seinen Einfluss geltend macht

Es ist das eine Auffassung [derzufolge das Denken im Wollen bestimmt ist], die unter den modernen Juristen allerdings erst seit dem Jahre 1797 ihre Anhänger hat, wogegen die von mir adoptierte [das Wollen ist im Denken bestimmt] seit dem 4. Jahrhundert c. Chr. allen Angriffen widerstanden hat … (318)

Was wie eine rein spitzfindige Frage aussieht, ist der Unterschied zweier Weltsichten und deren Folgen. (Siehe Moosbrugger.)

Schöner wohnen

Heute das erste Mal bei E. + M. im neuen Haus. Da kann man einfach nicht möppern. Und im Garten gäbe es sogar einen Bereich für mit ohne Hose. Was wollte man mehr?

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Instagram finde ich, unter Fotogesichtspunkten, echt nicht schlecht. Bin so ein wenig aktiv und wenn ich dann mal für ein Bild mehr als 20 Likes bekomme, dann beginne ich stolz zu werden.

Follower hatte ich bis gestern genau 100. Ein paar davon kenne ich persönlich, weil „Wenn du mir folgst, dann folge ich dir“ … der Rest ist … wie halt auch immer.

Heute Follower 101, genauer eine FollowerIN. Ich kenne sie schon länger aus dem Fernsehen und mag ihr ja schauspielerisches Talent nicht absprechen, aber dennoch regte sie mich als Tatort-Kommissarin immer nahezu unendlich auf, da a) ihr Text meist nur aus Einwortsätzen bestand und sie b) immer alle Schuld und Leid der Welt auf ihren Schultern trug.

Aber da sie nun meine Instagrammfotos mag (oder ihre PR-Abteilung) und sie das in meinen Augen natürlich adelt: Herzlich willkommen auf meinen Account Andrea Sawatzki!

 

Zwischen den Zeiten

Als ich heimkomme, liegt mein Mann im Bett zum Mittagsschlaf.
Ich lege mich auch hin, denn die Nacht war kurz.
Als ich aufstehe, trinken wir noch eine Tasse Tee und sprechen uns kurz ab.
Jetzt ist er arbeiten.
Wenn er heimkommt, bin ich im Dienst.
Wenn ich dann heute Nacht heimkomme, liegt er schon im Bett und schläft.

Aber morgen wird es etwas mehr.

73 – Leo Fischles Tochter Gerda (307-315)

Ulrich hat keine Zeit, um die Fischels, wie versprochen, zu besuchen – dafür besucht ihn Frau Fischel mit Namen Klementine – sie ist mager, mit strengem Gesicht – Gerda ist 23 – sie ist in einer Gruppe Gleichgesinnter „Neugeister“ – wehrt sich gegen Einschränkungen – die Gruppe fröhnt einem „mystischem Antisemitismus“ – aber am Antisemitismus liegt die Besorgnis der Mutter Klementine nicht – will in erster Linie aber Ulrich wieder in ihr Haus locken – Gerda hat einen Galan namens Hans Sepp, der so gar keine gute Partie ist – Ulrich besucht die Fischels – er ist mit Gerda alleine – hatten früher ein enges Verhältnis – unterhalten sich über Hans – über die Ziele des „christgermanischen Kreises“ – sie hält Ulrichs Denken für veraltet – Ulrich erzählt die „Geschichte vom Mondeinfang“

Sie [Gerda] war eines jener reizend zielbewußen heutigen Mädchen, die auf der Stelle Omnibusschaffner würden, wenn eine allgemeine Idee dies verlangte. (309)

Gerade lehnt sich gegen die Eltern auf. Dass sie in so einer germanischen Gruppe gelandet ist, die gegen jüdische Gesinnung ist, was Kapitalismus, Sozialismus, Wissenschaft, Vernunft, Elternacht, Rechnen, Psychologie und Skepsis mit einbezieht, ist eher Zufall. Aber Vernunftgründe helfen da gerade nicht. Das ist Ulrich auch klar, deswegen interveniert er gar nicht mal viel – kann aber seine Finger auch nicht wirklich von Gerda lassen. Sie haben nach wie vor ein vertrautes Verhältnis, was vielleicht gerade etwas eingetrübt ist, aber sie reden miteinander.

Groopie

In Yoga heute nur noch zu dritt. Soll mir recht sein, denn ne bessere Betreuung ist nur noch vielleicht im Privatuntericht möglich. Nachteil: Sie lässt nix mehr durchgehen. Und da ich heute wohl etwas zu wenig gegessen habe, ist mir am Ende etwas schlecht vor Erschöpfung. Aber mein Mann hat Bolo vorbereitet, ich muss für E. und mich nur noch Spaghetti kochen.

Leider macht die Lehrerin in der VHS nicht weiter, dafür – bis sie einen richtigen Job gefunden hat – in einem Yoga-Club. Wenn das nicht all zu teuer ist, werde ich ihr dahin einfach folgen.

brigwords

Leben berührt - Gedichte und Geschichten

Kaleidoskop eines Alltags

Es gibt immer eine Geschichte hinter der Geschichte.

Anton Weyrother

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Texte zur Ästhetik, Philosophie und Kunstkritik sowie vermischte Bemerkungen

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