Die große Stille

von Bert

Wir haben uns halt einfach nichts zu erzählen. Das ist bitter, aber es ist so. Und ich weiß nicht, ob ich überhaupt dahinter steigen will, warum das so ist. In unserer Familie redet man halt nicht, teilt sich nicht mit. Und so richtig interessiert man sich auch nicht für den / die andere. In den beiden großen Familienkrisen, die wir zu überwinden hatten, funktionierten wir reibungslos und haben das (fast!) gut gemeistert. Aber auch darüber wird und kann (?) und / oder will (?) nicht geredet werden.

Aber jetzt bin ich ja wieder zurück. Und das schweigende Wochenende passt thematisch ganz gut zur letzten Therapiestunde.

(Der Titel ist eine Anspielung auf einen Film, von vor ein paar Jahren, der über gut zwei Stunden – ohne das auch nur ein Wort gesprochen wrid – zeigt, wie die Mönche eines Trapisten-Klosters in Frankreich leben. Trapisten ist ein Männerorden mit „strenger Observanz“, das heißt neben den drei Gelübden des Gehorsams, der Armut und der Enthaltsamkeit kommt noch ein viertes dazu: des des Schweigens.)