79 – Soliman liebt (335-340)

von Bert

Solimann überzeugt Rachel, Arnheim hätte eine Verschwörung vor – also lauschen sie beide gerne und ausführlich – versucht sie auf alle möglichen Tricks anzumachen – sucht Körperkontakt – stobert durchs Haus, weil er nicht gerne bedienen hilft- erschreckt dann Rachel – Solimann bringt Rachel immer kleine Geschenke mit – meist Gestohlenes – sie kommt ihm auf die Schliche, als er ihr Hemdknöpfe, die er als Edelsteine verkaufen will, schenkt – will sie nicht nehmen – sie kämpfen darum – er beißt sie – wirft sich auf die Knie und weint

Sie [Rachel] hatte ihre Lebensweisheit im Elternhaus empfangen, und das war eine strenge Weisheit, so schön und einfach wie alter Hausrat, aber man konnte nicht viel damit anfangen, denn bei solchen Sprüchen kam immer nur ein Satz und dann gleich der Schlußpunkt. (339)

Soliman voll in der Pubertät. Nach wie vor unerfahren – bis auf das „Laster der europäischen Knaben“ – und, was Rachel betrifft, ungeschickt. Versucht sie zu beeindrucken und übertreibt. Macht ihr Geschenke und übertreibt. Rachel, wenn ich es richtige sehe, eine Art kleine Diotima, wächst, wie ihre Herrin, ebenfalls über sich hinaus und bezieht Position, lässt sich nicht mehr alles vor machen. Auch hier eine emanzipatorische Entwicklung. Gerade am Ende deutlich: Er weiß sich nicht anders zu helfen als wie ein kleines Kind zu beißen, sie kann darüber stehen – auch wenn es weh tut.