Durch die Zeit

Monat: Juni, 2019

Die Nackten sterben aus

Heute nach Ewigkeiten mal wieder in der Schweinebucht gewesen. Weil ich mit dem Auto kam, musste ich über beide große Wiesen laufen, um an meinen Stammplatz zu kommen. Ich bin nun ja wahrlich nicht mehr jung, aber insgesamt waren es vielleicht zwei oder drei Prozent der Anwesenden, die etwas jünger als ich waren.

90 – Die Entthronung der Ideokratie (407-410)

Über den Geist als Ware – über Dichtung als Gegenstück – über Bedeutung und Pseudobedeutung – Arnheim beklagt indirekt den Wertverlust in der Gesellschaft – beklagt Auflösungserscheinungen – beklagt den Verlust des Individualismus – aber man muss mit der Zeit gehen, denkt der Kaufmann

Das Auffällige aller dieser Erscheinungen ist ein gewisser Hang zur Allegorie, wenn man darunter eine geistige Beziehung versteht, wo alles mehr bedeutet, als ihm redlich zukommt. (407)

Zusammenfassend aus den Augen Arnheims könnte man es kurz mit: Früher war alles besser. Es ist die übliche Klage der Konservativen, dass die Werte, die mal was wert waren, der Jugend nur noch wenig wert sind. Ach! Es ist die Klage, dass nichts so bleibt, wie es mal war – denn da war es doch gut so, was braucht es etwas anderes? Es ist die Klage von der Verdummung der Menschheit, nur weil sie keine lateinischen Verse mehr aufsagen kann. Es ist der Wunsch nach dem Beharren, dem Bleiben, dem Nicht-Bewegen. Bloß bei Arnheim wohnen zwei Seelen, ach, in seiner Brust. Die eine gehört dem Konservativem, die andere aber dem Kaufmann, und die ist froh über Veränderung, denn das bedeutete neue Produkte und vermutlich sogar Wachstum.

Geiz ist nicht geil

Irgendwie bin ich schon eigenartig. Oder einfach nur geizig? Ich verdiene zwar nicht wirklich viel, aber es ist irgendwie OK, den viel brauche ich echt nicht. Zwar gäbe es so noch ein paar Wünsche, aber die gehen dann gleich in die Tausende – eine Region, in die ich eh nicht mehr kommen werde.

Urlaub steht an, meine Panik, nicht genug zum Lesen dabei zu haben wächst immer mehr, auch wenn wir ja in Deutschland bleiben, es dort auch Internet gibt … aber da steckt noch der Urmensch in mir drinnen, ohne Internet.

Die Bücherwunschliste ist voll, die Kosten lägen bei 130 Euro oder so und dennoch zögere ich, schaue, was ich mir noch vielleicht irgendwie runterladen könnte.

Heute gab es überraschend Geld für eine Kochaktion von vor ein paar Wochen: 350 Euro. Aber anstatt jetzt „Juhu“ zu schreien und die Bücher zu bestellen, bleibe ich skeptisch.

Liegt es daran, dass ich einem E-Book keinen Wert zu spreche, obwohl es ja der gleiche Inhalt ist? Papierbücher will ich mir wegen Platz nur dann noch kaufen, wenn sie mir wirlich wichtig sind und ich vorhabe, in sie auch zu schreiben, Notizen zu machen etc.  Oder liegt es daran, dass ich jetzt ein paar Jahre auch ganz gut damit ausgekommen bin, keine Bücher zu kaufen?

Andererseits, was habe ich davon, wenn ich die 350 aufs Sparbuch lege und „fürs Alter“ neheme, wo ich ja eh nicht weiß, ob ich es erreiche bzw. ob ich da dann nicht dement bin?

Ich lasse es erstmal sacken – und richte mich für’s nächste Kochevent: Langosch über offenem Feuer für 50 Personen.

Nachtrag

Zum Bild von gestern kam heute noch ein echt netter Kommentar über ein anderes Medium:

Was hast du denn für ne Matte auf’m Kopf! Nice! mach das mal wieder.

Wenn ich vermuten darf, waren seine Haare noch nie länger als 4,5 Zentimeter.

89 – Man muss mit seiner Zeit gehen (400-406)

Arnheim konferiert mit Untergebenen – jetzt beim Frühstück – Erinnerung an den Vorabend bei Diotima – war sehr lebhaft gewesen – wieder viele Thesen und Vorschläge, u.a. die „photogeneische Erneuerung durch den Film“ – heftige Debatten – ohne jedes konkrete Ergebnis natürlich – Gespräch mit dem General – der macht seine Verwirrung Arnheim kund – Arnheim macht sich Gedanken über den Abstand zwischen ihm und der Jugend, die ihn umgibt

… die neue Art zu denken gliche dem freien Assoziieren bei gelockerter Vernunft, das unleugbar sehr anregend sei. (404)

Arnheim weiß auch nicht so richtig weiter. Auf der Versammlung vom Vortag eine Menge Vorschläge und Gegenvorschläge, Be- und Entkräftigungen. Die meisten der Anwesenden waren jünger als er und er sinniert etwas über die Dazugehörigkeit – auch im Denken. Zu einer Entscheidung kommt er nicht, aber da ist wohl so eine Ahnung, dass er nicht mehr lange alles in der Hand wird halten können. Mir scheint es eine Art Zwischenkapitel zu sein, das vielleicht etwas vorbereiten soll / will.

AVZ – me as a young student

Mal wieder im AVZ gewesen, dem „Allgemeinen Verfügungszentrum“. Tja, sowas hatte meine Uni damals, die nicht Uni hieß sondern Gesamthochschule. Ein Termin für den Job der vier Stunden ging und ich mich fragte, warum hätte das nicht schneller gehen können. Aber mir war es recht, denn wieder vier Stunden, die ich mit den Weibern des neuen Jobs nicht verbringen muss. Daher auch rechtzeitig, aber sowas von rechtzeitig losgefahren, denn in der Cafeteria wollte ich noch unbedingt einen Kaffee trinken. Ich saß dann auch ne gute viertel Stunde darußen und starrte so vor mich hin. Geändert hat sich da kaum etwas und mich hätte es nicht überrascht, wäre jetzt irgendein Prof oder Kommilitone von damals aufgetaucht. Passierte natürlich nicht.

Das Bild ist maximal aus dem 3. Semester. (Ist das in der Ecke unten links nicht auch N.?) Hat damals mein „Bruder“ gemacht. Das meinte jedenfalls einer der schönsten Kommilitoninnen damals, als sie uns beide gesehen hat. Woher wir uns drei überhaupt kannten entzieht sich meiner Kenntnis, denn wir haben alle etwas unterschiedliches studiert. Mich hat das damals etwas stolz gemacht, denn der „Bruder“ sah schon richtig scharf aus (was ich damals aber so richtig nicht in den richtigen Topf bekam, egal). Und wie es mir scheinen will, ist das auch noch die Lederjacke, die ich zum Abitur bekommen habe.

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Einst

Vor Jahren hätte ich die Hitze echt besser ab haben können. Da wäre ich nach der Arbeit noch schnell mit dem Rad zu Schweinebucht gefahren, um den nackten Körper noch der Sonne anzubieten (und ggf. etwas zu schwimmen, aber nur etwas). Aber jetzt. Jetzt schleiche ich mich in die Straßenbahn, bin froh, einen Sitzplatz zu bekommen, genieße die Kühle des Supermarktes und bewege mich zu Hause im Zeitlupentempo.

Aber besser als frieren ist es allemal.

88 – Die Verbindung mit großen Dingen (398-400)

Über die Verbindung mit großen Dingen

Es gibt nichts, was dem Geist so gefährlich wäre wie seine Verbindung mit großen Dingen. (398)

Große Worte und große Gesten für die großen Dinge (wie Freiheit, Liebe, Gerechtigkeit), aber auch zugleich hohle und leere Worte, immer am Eigentlichen vorbei, viel heiße Luft. Wer, so Musil, dankt schon demjenigen, der die Kartoffel nach Europa gebracht hat und damit wirklich etwas Großes geleistet hat. Ironisches Kapitel, dass dadurch auffällt, dass es eigentlich keinem wirklich gewidmet ist, Arnheim wird nur als Beispiel genannt. Das gab es bisher noch nicht.

#481

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Erinnerung aus gegebenem Anlass

Nachher dann noch zu T., private Abifeier. Letzter Woche auch schon bei ihm gewesen, da war Abiball. Bei der Zeugnisübergabe war ich dann aber nicht dabei.

Man begeht die Hochschulreife in der Zwischenzeit groß und ausführlich.

Bei mir damals gab es eine lauwarme Rede des Vizedirektors, die Übergabe des Zeugnis, anschließend ewas zu trinken, etwas Musik und gut war’s. Mir hat man damals dann vorzugsweise konduliert, nicht weil mein Abi so schlecht gewesen wäre (immerhin 2,4! was für meine schulische Begeisterung einer 1,1 gleichkommt) sondern da mein Bruder – der genau wie T. heißt – ja kurz davor tödlich verunglückt war.

Und wie sehr man meine Leistung schätzte, brachte wohl am Besten mein Vater zum Ausdruck, der mir mit folgenden Worten ‚gratulierte‘: „Vor zwei Jahren hätte ich keine fünf Mark auf Dich gesetzt.“

Mir ist gerade etwas bitter.

Karl Hofer

Das war wohl die Entdeckung beim heutigen Museumsbesuch in der Großstadt: Karl Hofer. Noch nie was von ihm zuvor gehört bzw. bewußt gesehen gehabt. War auch nur ein einzig Bild, aber das hat mich echt geflasht.

Jetzt mal schauen, was ich so über ihn finde. Vielleicht gibt ja dieses dreibändige Werkverzeichnis in der Bibliothekt.

Eine Postkarte von diesem Bild jedenfalls gibt es anscheinend nicht.

87 – Moosbrugger tanzt (393-398)

Moosbrugger immer noch in der Untersuchungszelle – lächelt aus Langeweile – glaubt nicht an Gott sondern an die Vernunft – meint, hinter jedem Ding gäbe es ein Gummiband, sonst käme ja alles durcheinander – sehnt sich nach gutem Essen – von der Nähe zwischen Lust und Unlust, zwischen Freundlichkeit und Genughaben – findet die Mitte zwischen seinen zwei Zuständen nicht

Er lächelte großartig dem Tod entgegen. (397)

Moosbrugger ist seiner Situation bewusst. Irgendwie hat er auch resigniert, zumindest weiß er, dass ihn nichts mehr retten wird. Er hat sich dem Schicksal ergeben, auch wenn er es als Unrecht empfindet. Was kann er denn schon dafür, dass Lust in Unlust umschlägt und er dann halt mal auch jemanden totschlägt? Es ist schon für weniger umgebracht worden, denkt er, entschuldigt er ich. Aber dass das niemand hören will, ist ihm auch klar. Sein Trost: „Viel hatte er übrigens gesehen“. Trost in der Erinnerung.

GT (19)

(Die Zählung stimmt nicht  mehr. Zweimal vergessen oder so. Aber ist ja auch nicht wichtig.)

Wieder ’nur‘ Einstiegsrunde. Wieder mal eher Dialog als Gruppe. Aber ich habe eh wenig Lust und bin nur mit einem Ohr und halbem Hirn dabei. Dann komme ich dran. Schon mal erwähnt, dass ich den Psychdoc echt gut finde? Wie mir scheinen will, hat er jetzt ne Art gefunden, wie er schnell und treffsicher nen Zugang zu mir bekommt. Heute hat er mich von der Kurzstrecke auf die Langstrecke gelockt / geschickt und das echt gut mit der aktuellen Bewerbung verknüpft. Das schönste Bild heute war aber mein „innerer Thomas Bernhard“. Da hab‘ ich ausreichend Stoff für die Sommerpause jetzt.

86 – Der Königskaufmann und die Interessenfusion Seele-Geschäft – Auch: Alle Wege zum Geist gehen von der Seele aus, aber keiner führt zurück (380-393)

Arnheim weiß sich zu inszenieren – Diotima bringt ihn seelisch aus dem Tritt – vom Werden

Aber fraglich und ungewiß war es, ob Arnheim, wenn er von Seele sprach, selbst an sie glaubte und dem Besitz einer Seele die gleiche Wirklichkeit zuschrieb wie seinem Aktienbesitz. (390)

Langer vielschichtiger und langer Text zum Werden von Arnheim so wie er ist. Es ist ein Von-allem-ein-bißchen. Wirklich schwer zusammenzufassen, da Musil aus jeder Ecke quasi etwas nimmt und es mit dem anderen mischt. Dabei handelt Arnheim aus Überzeugung – aber die kann immer mal wieder Wechseln. Sein „Vorzug“ „ganz ehrlich niemals vom dem überzeugt [zu sein], was er sagte“ (392). Das macht ihn dynamisch und anpassbar, daher passt er überall rein und traut sich auch alles zu. Irgendjemand, der das dann gut findet, findet sich bei reichen Menschen dann eh und so wächst der Ruf. Aber es ist auch eine gewisse Einsamkeit zu konstatieren, gegen die Diotima unwissend anrennt. Sie ist gerade das (ver)störende Element in seinem Leben, auf was er sich aber trotz oder wegen aller Bedenken vorsichtig einlässt.

„Zeitmanagement“ oder „+ 37“ oder „Wo holt man das eigentlich wieder ein?“

  • Gestern Abend schon die Brote für den heutigen Tag gerichtet, damit ich etwas länger in Ruhe Zeitung lesen bzw. etwas früher los kann. Kurz vor der Haltestelle bemerke ich, dass ich die Brote vergessen habe. Ich komme zehn Minuten später als sonst.
  • Am Ende des Arbeitstages checke ich im Internet, wann der Bus fährt, damit ich mich pünktlich ausstempeln kann und nicht so lange rumwarten muss. Ich bin auf die Sekunde am Bus, bemerke dann aber, dass ich das Portmonai mit der Fahrkarte im Büro hab‘ liegen lassen. Zeitverlust: sieben Minuten.
  • Als ich dann mit Portmonai wieder an der Haltestelle stehe, bin ich so auf den nächsten Bus fixiert, dass ich die Straßenbahn gar nicht bemerke, die dann vor meiner Nase wegfährt. Zeitverlust: weitere neun Minuten.
  • Von der Ankunftshaltestelle schnell zur Apothekte (keine Wartezeit), dann schnell noch Tomaten und Mozarella kaufen. Nur eine Kundin vor mit an der Kasse … ich mache es kurz: Zeitverlust: zwölf Minuten.

It’s Bloomsday!

Ersatz

So, ich darf mal wieder Ersatzonkel spielen und bei schönstem Wetter mich in eine Halle setzen, um dem Begängnis einer neuzeitigen Abiturfeier zu folgen. Ich denke, ich muss dass dann dieser Tage mal mit dem echten Onkel diskutieren.

85 – General Stumms Bemühungen, Ordnung in den Zivilstand zu bringen (370-380)

Ulrich wieder zu Hause – General Stumm wartet dort auf ihn – will noch mehr bei Diotima den Zivilgeist studieren – fragt sich, warum keine Ordnung im Zivilgeist, da es zu jeder Idee immer auch eine Gegenidee gibt – hat Aufzeichnung der bisherigen Ideen gemacht – versuchte es zu strukturieren – vollumfänglich daran gescheitert – Ulrich versucht ihn zu beruhigen – Stumm bewundert Diotima nicht nur wegen ihrer „imponierenden weiblichen Fülle“ sehr – Stumm hat immerhin erkannt, dass Diotima in Arnheim verliebt ist – Ulrich versucht ihm zu erklären, dass er den Zivilgeist nicht so hoch hängen soll – er sieht den Geist eher beim Militär und das Körperliche im Zivil

… und wenn sie [Diotima] von der Seele spricht, dann möchte ich mich [General Stumm] am liebsten nackt ausziehen, so wenig paßt as zu einer Uniform. (377)

Der General ist wirklich in Nöten. Er will so gerne den Zivilgeist verstehen, findet aber kein Ordnung darin. Es beruhigt ihn auch nicht, wenn Ulrich erklärt: „Es gibt kein Ja, an dem nicht ein Nein hinge“ (380). Das Problem halt für den General – er hat beim Militär nicht gelernt selbstständig zu denken sondern nach Vorschriften zu handeln. Aber er merkt – mit wachsender Begeisterung aber auch Unsicherheit – dass es eben da noch etwas anderes gibt, nämlich Geist und Seele, deren er sich nun zu nähern versucht. Da ist richtiges Entwicklungspotential.

Just do it

Letzte Yoga-Stunde bei F. Außer mir ist nur noch eine weitere Kursteilnehmerin gekommen. F. gibt quasi nochmal alles und haut nach einer kurzen Aufwärmübung all das raus, was schwierig, anstrengend und nahezu unmöglich ist. Nach wenigen Minuten fließt der Schweiß und nach weiteren wenigen Minuten sind 90 Minuten auch schon wieder vorbei. Bei der Abschlussentspannung bin ich komplett tiefenentspannt, auch wenn das Hirn meint, Konfliktausflüge machen zu wollen – aber das fange ich dann doch irgendwie ein.

Fazit: Ich sollte unbedingt damit weiter machen, denn es tut mir einfach gut. Und wie ich gerade in der GT lerne: Just do it – und jetzt nicht ein hin und her machen, wo und mit wem ich am besten … sondern einfach ausprobieren, es gibt genug Studios und Möglichkeiten.

MV – oder wie bekomme ich, also man(n), also frau multiple Orgasmen

Mitgliederversammlung Verein 1. (Das mit der 1 kann ich ja eigentlich lassen, denn es gibt ja nur noch den einen.) Neben die Vorstellung des Haushaltsabschlusses 2018 und der Planung 2019 – quasi der „geheime Höhepunkt“ (Vorsicht: Ironie!), denn steckt immer eine Menge Arbeit von mir drin, schließlich bin ich Schatzmeister – gab es noch als ein formal wichtiges Thema Satzungsänderungen. Die waren in toto vom Finanzamt vorgegeben. Aber da gab es doch drei WichserInnen (zwei weiblich, einer männlich), die wohl multiple Orgasmen erlebten, als sie jede, aber auch wirklich jede Änderung „kritisch“ hinterfragen mussten, um beständig die Anwort zu bekommen: „Wenn wir das nicht so beschließen, verlierern wir unserere Gemeinnützigkeit“. Da wurde um juristische Formulierungen diskutiert, ob man nicht hier vielleicht …

Wenn es wenigstens um etwas inhaltliches gegangen wäre, OK, dann klar, dass da einige / viele so ihre Show brauchen, sollen sie auch haben. Aber bei Formalien? Ich komme einfach nicht unverletzt durch die Tür, wenn ich sie vorher nicht aufmache. Aber muss ich mir sie danach noch mehrfach auf den Schädel schlagen?

Das  sind für mich Lebenszeitvernichter.

Was ich mich frage: Den anderen ging das genauso auf den Nerv – aber so wie ich sagt niemand was. Falsche Rücksicht?

84 – Behauptung, daß das gewöhnliche Leben von utopischer Natur ist (363-369)

Ulrich zu Hause – viel Papier zur Parallelaktion – viel Unsinniges – neues Wort: „dortortig“ – geht zurück zu Clarisse – „Ulrich entwickelt das Programm, Ideengeschichte statt Weltgeschichte zu leben.“ – es kommt mehr darauf an, was geschieht und nicht wem es geschieht – Walter hält dagegen – Bedeutung des Theaters für das Vorstellen von Ideen – Wenn man Ideen lebt, so fragt Walter, könnten dann noch neue entstehen? – Ulrich: Ist das vollkommenen Leben nicht das Ende der Kunst? – Kunst als Lebensverneinung

Es sieht Dir [Ulrich] ähnlich, von etwas zu behaupten, es sei unmöglich, aber wirklich. (369)

Letztendlich eine intellektuelle Version der Frage: Wie kann ich gut leben. Hier unter Verzicht der Frage, was die menschliche Natur an sich einfordert. Letztendlich die große Frage: Ist was von Bedeutung?

GB um GB

Der große Rechner ist wieder da. Also schaufel ich den ganzen Abend Gigabytes von einer Platte auf die neue. Alle Bilder dieses Jahres sind als Verlust anzusehen, die zwei CDs werde ich noch retten können, gut zwei Dutzend Hörbücher hat es auch gekostet. Irgendwie nehme ich es gelassen und nehme mir, bald mal die Verzeichniss zu durchforsten, um nichts anderes zu tun, als zu löschen.

Vergessen

Eigentlich hätte ich in Verein 1 heute Dienst gehabt. Aber ich war nicht dort. Der Grund: Ich hatte es einfach überhaupt nicht auf dem Schirm. Ehrlich gesagt, habe ich das auch gerade erst entdeckt, als ich mal in den Kalnder geschaut habe. Das mache ich normalerweise mehrfach am Tag – nur heute … .

Ist doof, dass ich nicht hin bin, es ärgert mich auch etwas. Andererseits war es gut, dass ich heute frei hatte, etwas lesen, einen kleinen lustvollen Mittagsschlaf abhalten konnte. Später dann ein bisschen kochen – das Meiste hat eh mein Mann getan – und dann eben A. & T. zum Abendessen. Schön mal wieder, vorallem weil T., wie es mir scheinen will, ein kleinwenig auftaut.

Heute dann auch Rückmeldung von jener Person bekommen, mit der ich letztens so eine lustvolle Nacht hatte. Ich hatte ihr einen kleinen Text dazu geschrieben, wie ich es empfunden hätte und warum, denn es war schon besonders für mich in verschiedener Hinsicht gewesen. Für sie war es anscheinend ähnlich. Aber das besondere war, dass bei uns beiden ein gleicher Grundtenor herrschte. Jetzt liegen die Hürden natürlich hoch, sollte es zu einem „nächsten Mal“ kommen – aber anderereseits, bei dem Grundtenor?

Aufgewacht bin ich heute echt mies und wollte dem Tag noch vor dem Aufstehen dunkelblau geben. Er bekommt jetzt ’nur‘ blau, weil mich die aktuelle Arbeitssituation eben doch bis in den Schlaf beherrscht. A. & T. und mein Mann und mein Lusterlebniss der besonderen Art bekommen im Kopf ohne Diskussion dunkelgrün.

Von jenem und diesem

Nix wirklich gemacht heute. Aber das war auch gut so. Ich brauchte einfach Zeit mit mir. Viel in alten Photos rumgemacht und ein paar handvoll bearbeitet, etwas gelesen, ein paar Seiten Korrektur gelesen, viel Serie geschaut, wenig gegessen, etwas mehr getrunken.

Morgen dann aber noch Korrekturen, ne Präsentation und auf alle Fälle noch das Thera-Tagebuch. Mit den Themen, die ich aus der letzten Stunde mitgenommen habe, bin ich noch keinen Zentimeter weiter.

Anscheinend sinkt die Körpertemperatur an sich gegen die Mittagszeit bzw. am frühen Nachmittag. Denn während ich die ersten Stunden am Tage problemlos nur mit einem T-Shirt auskomme, ist es mir dann ab dem frühen Nachmittag zu kalt dafür. Erst abends wieder reicht ein Teil.

# 472-480 – Nachtrag zu „ohne muss“

83 – Seinesgleichen geschieht oder warum erfindet man nicht Geschichte? (357-362)

Ulrich denkt über das nach, was nicht gesagt hat – bspw. man hätte auch Gott mit ins Spiel bringen können – sind Gedanken ohne praktischen Zweck noch zeitgemäß? – betrachtet sich im spiegelndem Fenster der Straßenbahn – Aufzählung aktueller Ereignisse – es ist immer eine „bewegte“ Zeit – ab wann ist was Geschichte – und überhaupt: Was ist Geschichte? – pessimistische Theorien über die Entstehung der Weltgeschichte – als Gesetz isoliert er „Fortwursteln“ – Verlauf der Geschichte ist chaotisch und nicht zielgerichtet – warum greift man selber so wenig in die Geschichte ein und lässt sie einfach so laufen?

Denn das menschliche Wesen ist ebenso leicht der Menschenfresserei fähig wie der Kritik der reinen Vernunft; es kann mit den gleichen Überzeugungen und Eigenschaften beides schaffen, wenn die Umstände danach sind, und sehr großen äußeren Unterschieden entsprechen dabei sehr kleine innere. (361)

Kleine Abhandlung über das Wesen der Geschichte und die eigene Wirkmächtigkeit bzw. der Unlust an Veränderungen. Man nimmt sie halt Schulter zuckend hin und ist froh, wenn Politiker nicht zuviel verändern wollen.

Ohne muss

Heute mit Frau K. und Bubu standern gewesen. Das ist eine ganz neue Trendsportart – um genau zu sein, wir drei haben sie heute erfunden! – bei der man eigentlich wandert, aber gefühlt alle 15 Meter stehen bleibt, weil der Hund, in diesem Fall die Hündin, alles andere interessanter findet, als irgendwelche weitere Meter auf vier Pfoten hinter sich zu bringen. Wirkliche Strecke macht man so zwar nicht, die gefühlte Strecke ist dafür aber beträchtlich.

Schön war’s. Wir haben uns unterhalten, aber wir sind einfach auch nur so gelaufen, ohne unbedingt reden zu müssen. Wir saßen ein bisschen rum, und haben die Landschaft aufgesaugt, ein paar Fotos haben wir auch gemacht (aber da mein großer Rechner ja immer noch weg ist und ich gerade auf dem kleinen keine Bildbearbeitung bisher hinbekomme, weil ich mit den Programmen nicht zurecht komme bzw. irgendwie nicht kapiere, gibt es gerade keine, obwohl eines richtig gut geworden ist).

Gemeinsame Zeit miteinander – ohne aber müssen zu müssen. Reden ist wirklich OK, aber manchmal hat gemeinsam still sein auch eine besondere Qualität.

Hose runter

Sommerfest Verein 1. Ich hab’s ganz gerne. Man sieht mal wieder den ein oder die andere, kann sich auf den neusten Stand bringen, lernt die Neuen ggf. etwas kennen – kurz, eine gewisse Art von Kontaktbörse.

B. war auch wieder da. Ich kann es nicht erklären, warum ich sie mag – obwohl unserer Kommunikation schlichweg bemüht ist. Man kann es auch als „schleppend“ bezeichnen.

Ich kenne ihren Mann, der mir bei zwei Glas Wein die Tragik seines Lebens vor die Füße gekotzt hat. Ich mag ihn auch. Zudem hat er Kompetenzen, die für Verein 1 echt von Wert sind.

Ich suche also heute wieder die Nähe zu B. nehme mir aber vor, ihren Mann (C.) nicht zu thematisieren. Wie immer: Das Gespräch schleppt sich so hin.

Einige Zeit später – mir sind die die Themen endgültig ausgegangen – kommt von ihr die Aussage, dass sie nicht so gerne bei uns zum Essen wäre, weil sie dann ja wieder gehen müsste. (Und hier gibt es irgendwo einen Eintrag von einem Abendssen mit B. und C., das einfach nicht enden wollte – finde ihn aber gerade nicht.)

Das haut mich dann doch von den Socken.

Klar wird mir, dass da viel mehr Körperliches im Spiel ist, als ich mir gedacht habe. Sie zieht ein Kleid an, weil ich wohl irgendwann mal gesagt haben soll, dass rot ihr steht. (Kann ich mich nicht erinnern.) Ich finde ihr Kleid, ob rot oder nicht (ich hab‘ ne rot-gürn-Schwäche) einfach nur … perfekt. Und ja … ich finde sie attraktiv, sehr sogar.

Mal wieder was gespürt – es aber nicht in den vergangenen vier Jahren nicht interpretieren können. Ärgert mich etwas.

Nicht verraten!

Mein Mann kommt wohl erst gegen 21 Uhr – solange schau ich auf vox James Bond. Ich geh‘ mal davon aus, dass ihr dicht haltet!

Der Bart ist ab

Meiner.

Einfach so.

Wie ich ihn mir einfach so damals zugelegt habe, als ich bei E. in Kairo war und das Raiserzeugs vergessen hatte. Wenn ich mich recht erinnere.

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