Arno, du

von Bert

40. Todestag von Arno Schmidt. Ein der größten und bedeutestenden Schrifstellter dieser Nation und Sprache – kennt kaum ein Schwein und gelesen haben ihn noch weniger. Er sei schwer, schwierig, unverständlich. „Nur die Phantasielosn flüchtn in die Realität“ was vielleicht erklären mag, dass man ihn wie ein ungeliebtes Stiefkind behandelt. Dabei öffnet er Welten. Man muss ja nun wirklich nicht mit „Zettels Traum“ anfangen – macht ja eh keiner, denn wer kauft sich schon ein Buch mal so nebenbei, was schlappe 350 Euro kostet.

Aber da er ja genügend anderes geschrieben hat … ist ein Anfang leicht gemacht. Wie der hier:

„Auf Kankerstelzen aus Licht der kleingeschnürte Sonnenleib über der Landschaft. Spätnachmittag im Auto : nochmal nachfühlen – ? – Ja : Notizblock, Fernrohr, Grüne Brille; Ausweise vor allem. / Und die Straße rappelte : Sonne & Kakteen gemischt. Faul lag mein Fingerzeugs vor mir. Daneben rauchte der Captain (und sang; immer auf „uun“ : moon und noon und June und racoon – gibt es etwa schon Menschengruppen, die nur einen auf bestimmte Vokale hin gefärbten Wortschatz erlernen?).“

Das ist aus der „Gelehrtenrepublik“ (1957)

Ich empfehle aber in erster Linie für den Anfäger / die Anfängerin „Das steinerne Herz“ von 1954 – von dem es den Anfang im Internet nicht gibt und ich an mein Exemplar nicht rankomme, weil ich gar nichtzu Hause bin.

Egal.

L E S T  A R N O  S C H M I D T