83 – Seinesgleichen geschieht oder warum erfindet man nicht Geschichte? (357-362)

von Bert

Ulrich denkt über das nach, was nicht gesagt hat – bspw. man hätte auch Gott mit ins Spiel bringen können – sind Gedanken ohne praktischen Zweck noch zeitgemäß? – betrachtet sich im spiegelndem Fenster der Straßenbahn – Aufzählung aktueller Ereignisse – es ist immer eine „bewegte“ Zeit – ab wann ist was Geschichte – und überhaupt: Was ist Geschichte? – pessimistische Theorien über die Entstehung der Weltgeschichte – als Gesetz isoliert er „Fortwursteln“ – Verlauf der Geschichte ist chaotisch und nicht zielgerichtet – warum greift man selber so wenig in die Geschichte ein und lässt sie einfach so laufen?

Denn das menschliche Wesen ist ebenso leicht der Menschenfresserei fähig wie der Kritik der reinen Vernunft; es kann mit den gleichen Überzeugungen und Eigenschaften beides schaffen, wenn die Umstände danach sind, und sehr großen äußeren Unterschieden entsprechen dabei sehr kleine innere. (361)

Kleine Abhandlung über das Wesen der Geschichte und die eigene Wirkmächtigkeit bzw. der Unlust an Veränderungen. Man nimmt sie halt Schulter zuckend hin und ist froh, wenn Politiker nicht zuviel verändern wollen.