85 – General Stumms Bemühungen, Ordnung in den Zivilstand zu bringen (370-380)

von Bert

Ulrich wieder zu Hause – General Stumm wartet dort auf ihn – will noch mehr bei Diotima den Zivilgeist studieren – fragt sich, warum keine Ordnung im Zivilgeist, da es zu jeder Idee immer auch eine Gegenidee gibt – hat Aufzeichnung der bisherigen Ideen gemacht – versuchte es zu strukturieren – vollumfänglich daran gescheitert – Ulrich versucht ihn zu beruhigen – Stumm bewundert Diotima nicht nur wegen ihrer „imponierenden weiblichen Fülle“ sehr – Stumm hat immerhin erkannt, dass Diotima in Arnheim verliebt ist – Ulrich versucht ihm zu erklären, dass er den Zivilgeist nicht so hoch hängen soll – er sieht den Geist eher beim Militär und das Körperliche im Zivil

… und wenn sie [Diotima] von der Seele spricht, dann möchte ich mich [General Stumm] am liebsten nackt ausziehen, so wenig paßt as zu einer Uniform. (377)

Der General ist wirklich in Nöten. Er will so gerne den Zivilgeist verstehen, findet aber kein Ordnung darin. Es beruhigt ihn auch nicht, wenn Ulrich erklärt: „Es gibt kein Ja, an dem nicht ein Nein hinge“ (380). Das Problem halt für den General – er hat beim Militär nicht gelernt selbstständig zu denken sondern nach Vorschriften zu handeln. Aber er merkt – mit wachsender Begeisterung aber auch Unsicherheit – dass es eben da noch etwas anderes gibt, nämlich Geist und Seele, deren er sich nun zu nähern versucht. Da ist richtiges Entwicklungspotential.