87 – Moosbrugger tanzt (393-398)

von Bert

Moosbrugger immer noch in der Untersuchungszelle – lächelt aus Langeweile – glaubt nicht an Gott sondern an die Vernunft – meint, hinter jedem Ding gäbe es ein Gummiband, sonst käme ja alles durcheinander – sehnt sich nach gutem Essen – von der Nähe zwischen Lust und Unlust, zwischen Freundlichkeit und Genughaben – findet die Mitte zwischen seinen zwei Zuständen nicht

Er lächelte großartig dem Tod entgegen. (397)

Moosbrugger ist seiner Situation bewusst. Irgendwie hat er auch resigniert, zumindest weiß er, dass ihn nichts mehr retten wird. Er hat sich dem Schicksal ergeben, auch wenn er es als Unrecht empfindet. Was kann er denn schon dafür, dass Lust in Unlust umschlägt und er dann halt mal auch jemanden totschlägt? Es ist schon für weniger umgebracht worden, denkt er, entschuldigt er ich. Aber dass das niemand hören will, ist ihm auch klar. Sein Trost: „Viel hatte er übrigens gesehen“. Trost in der Erinnerung.