90 – Die Entthronung der Ideokratie (407-410)

von Bert

Über den Geist als Ware – über Dichtung als Gegenstück – über Bedeutung und Pseudobedeutung – Arnheim beklagt indirekt den Wertverlust in der Gesellschaft – beklagt Auflösungserscheinungen – beklagt den Verlust des Individualismus – aber man muss mit der Zeit gehen, denkt der Kaufmann

Das Auffällige aller dieser Erscheinungen ist ein gewisser Hang zur Allegorie, wenn man darunter eine geistige Beziehung versteht, wo alles mehr bedeutet, als ihm redlich zukommt. (407)

Zusammenfassend aus den Augen Arnheims könnte man es kurz mit: Früher war alles besser. Es ist die übliche Klage der Konservativen, dass die Werte, die mal was wert waren, der Jugend nur noch wenig wert sind. Ach! Es ist die Klage, dass nichts so bleibt, wie es mal war – denn da war es doch gut so, was braucht es etwas anderes? Es ist die Klage von der Verdummung der Menschheit, nur weil sie keine lateinischen Verse mehr aufsagen kann. Es ist der Wunsch nach dem Beharren, dem Bleiben, dem Nicht-Bewegen. Bloß bei Arnheim wohnen zwei Seelen, ach, in seiner Brust. Die eine gehört dem Konservativem, die andere aber dem Kaufmann, und die ist froh über Veränderung, denn das bedeutete neue Produkte und vermutlich sogar Wachstum.